Kraftstoffpreise in Ungarn steigen erneut: Könnte es wieder eine Preisobergrenze geben?

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Der Kraftstoffpreis in Ungarn wird voraussichtlich ab Dienstag erneut steigen, nachdem die Großhandelspreise für Kraftstoffe erneut angezogen haben, was den Druck auf Autofahrer, die ohnehin schon mit erhöhten Preisen an der Tankstelle konfrontiert sind, weiter erhöht. Der jüngste Anstieg erfolgt vor dem Hintergrund weiter steigender weltweiter Ölpreise und nur wenige Wochen, nachdem Ungarn ein neues Gesetz verabschiedet hat, das es der Regierung ermöglicht, unter außergewöhnlichen Umständen wieder Preisobergrenzen für Kraftstoffe einzuführen.
Zwar wurde keine neue Intervention angekündigt, doch der rechtliche Rahmen ist nun vorhanden, sollte sich die Marktlage erheblich verschlechtern.
Kraftstoffpreise in Ungarn steigen erneut
Laut dem ungarischen Kraftstoffpreisportal Holtankoljak.hu wird der Großhandelspreis für 95-Oktan-Benzin ab Dienstag um 8 HUF (0,02 EUR) pro Liter steigen, während Diesel um 9 HUF (0,02 EUR) pro Liter teurer wird.
Die Erhöhung wird nicht unbedingt sofort an den Tankstellen spürbar sein, da die Einzelhändler ihre Preise selbst festlegen. Autofahrer können jedoch davon ausgehen, dass sich die höheren Großhandelskosten in den kommenden Tagen in den Preisen an der Zapfsäule niederschlagen werden.
Am Montag lagen die landesweiten Durchschnittspreise im Einzelhandel bei:
- 95-Oktan-Benzin: 595 HUF (1,49 EUR) pro Liter
- Diesel: 615 HUF (1,54 EUR) pro Liter
Der jüngste Anstieg folgt auf einen erneuten Sprung der internationalen Rohölpreise, die weiterhin die Kraftstoffmärkte in ganz Europa beeinflussen.
Könnten wieder Obergrenzen für Kraftstoffpreise eingeführt werden?
Der erneute Anstieg der Kraftstoffpreise in Ungarn wirft zudem die Frage auf, ob die Regierung erneut in den Markt eingreifen könnte.
Ende Juni verabschiedete das ungarische Parlament ein neues Gesetz zur Reform der Kraftstoffpreisregelung des Landes. Das Gesetz hebt das während der Energiekrise eingeführte Preisobergrenzen-System formell auf, ermöglicht es der Regierung jedoch, in außergewöhnlichen Situationen vorübergehende Kraftstoffpreisobergrenzen wieder einzuführen, sofern die Marktbedingungen oder die Versorgungssicherheit ein Eingreifen erfordern.
Derzeit hat die Regierung keine Anzeichen dafür gegeben, dass solche Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.
Ungarn hatte zuvor zwischen November 2021 und Dezember 2022 Preisobergrenzen für Kraftstoffe festgelegt und den Preis für Benzin und Diesel auf 480 HUF pro Liter begrenzt. Die Maßnahme wurde schließlich aufgegeben, nachdem Versorgungsengpässe auftraten und mehrere Tankstellen Schwierigkeiten hatten, ausreichend Kraftstoff zu beschaffen.
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Ungarns strategische Ölreserven wurden aufgestockt
Trotz der gestiegenen Kraftstoffpreise hat sich die Energiesicherheit Ungarns in den letzten Jahren verbessert.
Laut István Akkapitány, dem Vorsitzenden des ungarischen Verbands für die Bevorratung von Kohlenwasserstoffen, reichen die strategischen Rohölreserven des Landes nun für 87 Tage – fast doppelt so viel wie die in den Vorjahren verzeichneten 44 Tage.
Die aufgestockten Reserven sollen Ungarn vor möglichen Versorgungsengpässen schützen und nicht dazu dienen, die Verbraucher vor höheren Marktpreisen zu bewahren.
Was Autofahrer erwarten können
Vorerst sollten sich ungarische Autofahrer auf einen weiteren schrittweisen Preisanstieg an den Tankstellen einstellen, da sich die Großhandelspreise auf die Einzelhandelspreise auswirken.
Ob die Kraftstoffpreise in Ungarn weiter steigen werden, hängt weitgehend von der Entwicklung auf den globalen Ölmärkten ab. Sollten die internationalen Preise auf hohem Niveau bleiben oder sich geopolitische Spannungen verschärfen, könnte der Druck auf die inländischen Kraftstoffpreise anhalten, während sich die Regierung die rechtliche Möglichkeit vorbehält, im Falle einer außergewöhnlichen Situation erneut einzugreifen.
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