Ungarische Regierung fordert Ermittlungen gegen die Eximbank wegen Geschäften im Wert von 2,74 Milliarden Euro

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Die ungarische Regierung hat Strafanzeige wegen vier Transaktionen im Zusammenhang mit der staatlichen Eximbank erstattet und fordert Ermittlungen zu Finanzierungen im Wert von mehr als 1.000 Milliarden HUF – etwa 2,74 Milliarden Euro. Im Rahmen der Ermittlungen gegen die Eximbank soll geprüft werden, ob die hochvolumigen Transaktionen mit angemessenen Sicherheitsvorkehrungen und unter Einhaltung der einschlägigen Vorschriften genehmigt wurden.

Ministerpräsident Péter Magyar gab die Strafanzeigen am Donnerstag bekannt und erklärte, das Ministerium für Wirtschaft und Energie habe die Fälle bei der Überprüfung der Aktivitäten von Institutionen aufgedeckt, die zuvor von anderen Ministerien beaufsichtigt worden waren. Die Strafanzeigen wurden gegen unbekannte Täter erstattet, was bedeutet, dass die Behörden prüfen werden, ob eine Straftat vorliegt und wer dafür verantwortlich sein könnte.

Die Eximbank befindet sich vollständig im Besitz des ungarischen Staates und wurde ursprünglich gegründet, um ungarische Exporteure und Unternehmen zu unterstützen, die ins Ausland expandieren wollen. Ihre Finanzierungstätigkeiten haben seitdem erheblich zugenommen: Die Bank wies Ende 2024 eine Bilanzsumme von 3.967 Milliarden HUF, was etwa 10,9 Milliarden Euro entspricht, aus.

Die Ermittlungen gegen die Eximbank betreffen vier große Transaktionen

Nach Angaben der Regierung weisen die vier Fälle mehrere Gemeinsamkeiten auf, darunter ein erhebliches finanzielles Risiko, eine Einstufung als hochriskant sowie nach Ansicht des Ministeriums unzureichende Sicherheiten oder Garantien.

Kredit in Höhe von 59 Milliarden HUF für ein Luxushotel in Budapest

Die erste Beschwerde betrifft einen Kredit in Höhe von 59 Milliarden HUF (etwa 162 Millionen Euro), der im Juni 2025 für die Sanierung des ehemaligen Sofitel Budapest Chain Bridge Hotels und des benachbarten ehemaligen MALÉV-Bürogebäudes bewilligt wurde.

Die Regierung erklärte, der Vorstand der Eximbank habe lediglich zwei Tage Zeit gehabt, einen 145-seitigen Vorschlag zu prüfen, bevor er die Finanzierung genehmigte. Das Projekt habe nach dem bankinternen System Berichten zufolge eine hohe Risikoeinstufung erhalten, während Ausnahmen von mehreren internen Anforderungen gewährt worden seien.

Das Ministerium erklärte ferner, es seien Fragen hinsichtlich der erwarteten Einnahmen des Projekts aufgekommen und ob diese ausreichen würden, um die Finanzierung zu tragen. Ungarische Medien haben die Hotelinvestition mit Geschäftsinteressen in Verbindung gebracht, die mit István Tiborcz, dem Schwiegersohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, verbunden sind.

Staatlich geförderte Finanzierung für ein afrikanisches Straßenbauprojekt

Der zweite Fall betrifft eine Anleihefinanzierung in Höhe von 126 Milliarden HUF (rund 346 Millionen Euro), die von der Eximbank und der ebenfalls staatlichen Ungarischen Entwicklungsbank im November 2025 bereitgestellt wurde.

Das Geld war zur Unterstützung eines Infrastrukturprojekts der Duna Aszfalt bestimmt, das Sambia und die Demokratische Republik Kongo verbindet. Das Projekt umfasst eine 184 Kilometer lange Autobahn, eine 362 Meter lange Grenzbrücke sowie eine Grenzübergangsanlage. Die Duna-Gruppe hat es als ihr größtes internationales Investitionsvorhaben bezeichnet.

Beide Länder wurden laut Angaben des Ministeriums in die höchste Risikokategorie der Eximbank eingestuft. Dennoch soll der ungarische Staat Berichten zufolge 80 Prozent der Finanzierung garantiert haben, was etwa 101 Milliarden HUF bzw. 277 Millionen Euro entspricht.

Die Regierung erklärte, die Untersuchungen der Eximbank sollten klären, ob die Finanzierung und die staatliche Bürgschaft angesichts der Länder-, Rechts- und projektbezogenen Risiken gerechtfertigt waren.

Vertrag über ägyptische Eisenbahnwaggons verzögert sich

Die größte Einzeltransaktion betrifft ein Darlehen in Höhe von 576 Milliarden HUF – umgerechnet etwa 1,58 Milliarden Euro – an die Ägyptischen Staatsbahnen. Die Finanzierung diente dem Erwerb von Eisenbahnwaggons, die im Rahmen einer ungarisch-russischen Kooperation unter Beteiligung von Ganz-MaVag und Dunakeszi Járműjavító hergestellt wurden.

Der russische Partner zog sich nach den Sanktionen zurück, die nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine verhängt worden waren, und das Projekt wurde ab 2022 im Rahmen einer neu strukturierten Vereinbarung fortgesetzt. Kurz vor Ablauf der ursprünglichen vertraglichen Frist seien noch immer mehr als 200 Wagen nicht ausgeliefert worden, teilte die Regierung mit.

Das Ministerium fügte hinzu, dass der ungarische Staat das Ausfallrisiko trage. Im Jahr 2025 wurde ein Insolvenzverfahren gegen die ungarischen Schienenfahrzeugunternehmen eingeleitet.

Die Regierung hob zudem Dividendenzahlungen in Höhe von insgesamt rund 10 Milliarden HUF (27 Millionen Euro) hervor, darunter 2 Milliarden HUF, die aus den Gewinnrücklagen gezahlt wurden, nachdem das Unternehmen in einem Jahr einen Verlust von 15 Milliarden HUF verzeichnet hatte.

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Fast 1 Milliarde Euro an Nordmazedonien verliehen

Die vierte Beschwerde betrifft zwei zinslose Darlehen an Nordmazedonien im Gesamtwert von 360 Milliarden HUF bzw. rund 988 Millionen Euro.

Die Darlehen haben einen festen Jahreszinssatz von 3,25 Prozent und eine Laufzeit von 15 Jahren, einschließlich einer dreijährigen tilgungsfreien Zeit. Die ungarische Regierung schätzt, dass die mit dieser Vereinbarung verbundenen Zinsausgleichszahlungen den Staatshaushalt mehr als 90 Milliarden HUF bzw. 247 Millionen Euro kosten werden.

Der gesamte Betrag ist zudem durch eine ungarische Staatsgarantie abgesichert, obwohl Nordmazedonien bei der Eximbank Berichten zufolge ein erhebliches Risikorating aufweist.

Behörden sollen entscheiden, ob weitere Maßnahmen gerechtfertigt sind

Die Einreichung der Anzeigen begründet noch keine strafrechtliche Verantwortung. Polizei und Staatsanwaltschaft müssen nun die Unterlagen prüfen und entscheiden, ob formelle Ermittlungen eingeleitet werden sollen.

Da sich die vier Transaktionen jedoch auf eine Finanzierung von mehr als 2,7 Milliarden Euro belaufen, könnte das Ergebnis der Ermittlungen gegen die Eximbank erhebliche Konsequenzen für die Geschäftsführung, die Aufsicht und die künftige Risikopolitik der staatlichen Finanzinstitute Ungarns haben.

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