14-jähriges Mädchen stürzt in Ungarn vom Dach eines Kinderheims, nachdem es durch ein Dachfenster geklettert war

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Ein 14-jähriges Mädchen wurde ins Krankenhaus gebracht, nachdem es vor zwei Wochen vom Dach eines Kinderheims in Pécs im Süden Ungarns gestürzt war. Die Polizei hat bestätigt, dass strafrechtliche Ermittlungen laufen, während die Einrichtung zudem eine interne Untersuchung zu den Umständen des Unfalls eingeleitet hat.

Nach Angaben der Polizeidirektion des Komitats Baranya wird die Untersuchung als Strafverfahren geführt, es wurden jedoch keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben.

Das Mädchen war kurz zuvor von der Polizei in das Heim zurückgebracht worden

Im Gespräch mit Telex erklärte Szilárd Sinkó, Leiter des Kinderschutzzentrums von Baranya, das Mädchen sei von der Polizei in das Kinderheim zurückgebracht worden, nachdem es sich mehr als zehn Tage lang ohne Erlaubnis abseits des Heims aufgehalten hatte.

Nach ihrer Rückkehr in die Einrichtung wurde sie in den für die Übernachtung vorgesehenen Raum gebracht. Nach Angaben des Leiters entfernte sie daraufhin die Schrauben, mit denen die Sicherheitsketten an einem mit dem Raum verbundenen Küchenoberlicht befestigt waren, und kletterte auf das Dach.

Der diensthabende Mitarbeiter bemerkte, dass das Mädchen verschwunden war, und wollte gerade den Notdienst alarmieren, als Polizeibeamte mit einem weiteren Kind, das ebenfalls vermisst worden war, im Heim eintrafen.

Einer der Bewohner der Einrichtung berichtete, jemanden auf dem Dach gesehen zu haben. Die Polizei alarmierte umgehend die Feuerwehr und den Rettungsdienst, bevor sie das Gelände rund um das Gebäude absuchte, wo sie das Mädchen auf dem Boden liegend vorfand.

Sie wurde vor Ort medizinisch versorgt, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Einrichtung teilte mit, dass sie keine Angaben zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand machen könne.

Sicherheitsmaßnahmen nach dem Unfall überprüft

Sinkó erklärte, im Rahmen einer internen Untersuchung werde derzeit genau geprüft, wie es zu dem Vorfall gekommen sei. Er wies darauf hin, dass die Standardfenster im Obergeschoss bereits vor dem Unfall mit zusätzlichen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet worden seien, das Mädchen es jedoch geschafft habe, die Sicherheitskette am Dachfenster zu umgehen.

Die provisorische Sicherheitskette wurde inzwischen durch eine manipulationssichere Befestigung ersetzt, während eine dauerhafte technische Lösung von einem Fachmann installiert werden soll.

Direktor weist auf weitreichende Probleme im Kinderschutzsystem hin

Der Direktor beschrieb zudem die umfassenderen Herausforderungen, denen sich das ungarische Kinderschutzsystem gegenübersieht. Er erklärte, dass während der Nachtschichten in der Regel nur ein Betreuer für eine ganze Gruppe von Kindern zuständig sei, während zusätzliches Personal lediglich tagsüber zur Verfügung stehe.

Laut Sinkó weisen Kinder, die in die Heimpflege aufgenommen werden, zunehmend schwerwiegendere psychische Probleme auf, während Personalmangel, niedrige Löhne, aggressives Verhalten gegenüber den Mitarbeitern, ein Mangel an spezialisierten Plätzen und wachsende Verwaltungslasten das System weiterhin unter Druck setzen.

Er fügte hinzu, dass Kinder, die die Einrichtung ohne Erlaubnis verlassen, dies oft tun, weil sie nach mehr Freiheit, Beziehungen außerhalb der Einrichtung oder dem Konsum von Suchtmitteln streben, und nicht, weil sie der Einrichtung selbst entfliehen wollen.

Die Zweigstelle Baranya der ungarischen Generaldirektion für Soziales und Kinderschutz bezeichnete den Vorfall als zutiefst erschütternd für das verletzte Mädchen, die Mitarbeiter und die anderen in der Einrichtung lebenden Kinder. Die Behördenvertreter erklärten, die Untersuchung ziele nicht nur darauf ab, die Umstände und eine mögliche Verantwortung zu klären, sondern auch darauf, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

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