Die ungarische Regierung stellt einen 12-Punkte-Plan zur Rettung des Velence-Sees vor, nachdem der Wasserstand historische Tiefststände erreicht hat

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Die ungarische Regierung hat ihre Strategie zur Rettung des Velence-Sees vorgestellt, die sofortige Ausbaggerungsarbeiten mit langfristigen Maßnahmen zur Wasserrückhaltung sowie neuen Gesetzen kombiniert, um einen der am stärksten gefährdeten Seen des Landes vor dem Klimawandel und einer übermäßigen Bebauung zu schützen.
Da der Wasserstand des Sees auf rund 40 Zentimeter gesunken ist – einer der niedrigsten jemals gemessenen Werte –, wird sich der Fokus in diesem Jahr laut Behördenangaben auf die Schadensbegrenzung konzentrieren, während eine umfassendere Sanierungsstrategie ausgearbeitet wird.
Notfallmaßnahmen für 2026
Viktória Bögi, Staatssekretärin für Umweltschutz, erklärte gegenüber Index, dass die Priorität darin bestehe, die verbleibenden Teile des Sees durch das Ausbaggern von Abschnitten des Seegrundes zu erhalten. Die Maßnahme soll dafür sorgen, dass das verbleibende Wasser miteinander verbunden bleibt, wodurch verhindert wird, dass der See in isolierte Teiche zerfällt, und gleichzeitig zum Schutz der Fischbestände und anderer Wildtiere beiträgt.
Trotz des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands betonte Frau Bögi, dass die Wasserqualität weiterhin zum Baden geeignet sei. Kontinuierliche Überwachungen hätten ergeben, dass der See derzeit für Schwimmer sicher sei (mit Ausnahme von fünf Stränden, an denen das Baden bis auf Weiteres verboten ist: Einzelheiten finden Sie hier).
Regierung lehnt Karstwasseranreicherung ab
Die Regierung hat eine Auffüllung des Sees mit Karstwasser ausgeschlossen und argumentiert, dass diese Maßnahme den Wasserstand lediglich um etwa einen Zentimeter angehoben hätte, während sie gleichzeitig unnötigen Druck auf wertvolle Trinkwasserreserven ausgeübt hätte.
Beamte erklärten zudem, dass eine Wasserüberleitung aus der Donau derzeit keine realistische Lösung darstelle. Ein solches Projekt würde eine neue Rohrleitungsinfrastruktur erfordern, während offene Kanäle unter übermäßiger Verdunstung leiden würden. Darüber hinaus ist die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Wasserstands in der Donau weiterhin unerlässlich, um das Kernkraftwerk Paks in Zeiten geringer Wasserführung zu kühlen.
Stattdessen ist die Regierung der Ansicht, dass die langfristige Lösung darin besteht, mehr Winter- und Frühlingsniederschläge im Einzugsgebiet des Sees zurückzuhalten.
Ein neuer 12-Punkte-Aktionsplan
Experten des Ministeriums für Lebensumfeld erarbeiten derzeit einen 12-Punkte-Aktionsplan, der verschiedene Aspekte der Wasserwirtschaft abdecken soll. Zu den in Erwägung gezogenen Vorschlägen gehören:
- die Verbesserung bestehender Stauseen;
- die Untersuchung der Wasserentnahme im gesamten Einzugsgebiet des Sees;
- Ausweitung der Wiederverwendung von hochgradig gereinigtem Abwasser;
- die Einführung von Maßnahmen zur Verbesserung der langfristigen Wasserspeicherung.
Die Regierung bereitet zudem ein spezielles „Velence-See-Gesetz“ vor, das strengere Planungsvorschriften einführen soll, um eine weitere übermäßige Bebauung entlang der Uferlinie zu begrenzen.
Großes Projekt am Seeufer gestoppt
Im Rahmen des neuen Konzepts hat die Regierung bereits ein großes Bauvorhaben gestoppt, das für Sukoró am Ufer des Sees geplant war.
Das Projekt, das zuvor als vorrangige Investition eingestuft worden war, umfasste Berichten zufolge Pläne für einen Wohnkomplex mit 400 Wohnungen sowie Einrichtungen für Jugendliche. Die Behörden argumentieren, dass das bereits stark bebaute Seeufer ein derart wasserintensives Projekt nicht verkraften könne, ohne den schrumpfenden See zusätzlich zu belasten.
Fehlende Wasserwirtschaftspläne
Bögi kritisierte zudem frühere Regierungen dafür, dass sie sich nicht mit dem sich verschlechternden Zustand des Sees befasst hätten. Sie erklärte, dass zwar eine 51 Milliarden HUF teure Kanu- und Kajakakademie am Seeufer errichtet worden sei, die Behörden jedoch keine Unterlagen zu einem zuvor angekündigten, 40 Milliarden HUF teuren Wasserauffüllungsplan auffinden konnten, der Berichten zufolge seit zehn Jahren als geheim eingestuft war.
Nach Angaben des Ministeriums wurden nach der Übergabe der Regierungsressorts in den amtlichen Unterlagen keine Spuren dieser Dokumente gefunden. Die Staatssekretärin erklärte zudem, dass lokale Gemeinden, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen nun – nach Jahren begrenzter Konsultationen – in die Diskussionen über die Zukunft des Sees einbezogen würden.
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Klimaanpassung wird unverzichtbar
Bögi argumentierte, dass der Velence-See die umfassenderen Herausforderungen verdeutliche, die sich aus dem Klimawandel und den immer häufiger auftretenden Dürren in ganz Ungarn ergeben.
Sie erklärte, der Schutz des Sees erfordere nicht nur neue gesetzliche Regelungen, sondern auch eine veränderte Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber der Wasserwirtschaft, einschließlich einer verstärkten Nutzung von Regenwassernutzung und eines nachhaltigeren Wasserverbrauchs.
Obwohl das Bootfahren und viele Wassersportarten derzeit aufgrund des niedrigen Wasserstands eingeschränkt sind, ermutigt die Regierung Besucher weiterhin, die Region um den Velence-See zu erkunden, und hebt dabei die Radwege, Wanderwege, Restaurants und Wellnesseinrichtungen hervor.
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