Reaktorblock in Paks abgeschaltet, da die Donau einen Rekordtiefstand erreicht hat

Ungarn hat damit begonnen, einen der vier Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Paks abzuschalten, nachdem die Donau außergewöhnlich niedrige Wasserstände erreicht hatte, was die zunehmenden Auswirkungen der anhaltenden Hitzewelle und der schweren Dürre im Land verdeutlicht.

Der Betreiber, die MVM Paks Kernkraftwerk GmbH, gab am Mittwochnachmittag bekannt, dass die Abschaltung von Block 3 um 15:00 Uhr begann, da der Wasserstand der Donau an mehreren Abschnitten des Flusses weiter auf Rekordtiefstände sank.

Nach Angaben des Unternehmens war der Wasserstand in Paks auf -118 Zentimeter gesunken, was die Entscheidung zur Abschaltung des Reaktors gemäß den betrieblichen und umwelttechnischen Sicherheitsanforderungen zur Folge hatte.

Die Kraftwerksbetreiber erklärten, sie würden die Flussführung und die Wassertemperatur kontinuierlich überwachen und weitere betriebliche Entscheidungen auf der Grundlage der sich ändernden Bedingungen treffen. Das Unternehmen betonte, dass die Aufrechterhaltung des sicheren Betriebs des Kraftwerks unter Einhaltung der Umweltvorschriften weiterhin oberste Priorität habe.

Notfallmaßnahmen zur Sicherung der Kühlwasserversorgung sind getroffen worden

Am Mittwochvormittag gab Umweltminister László Gajdos bekannt, dass die ungarische Wasserwirtschaftsbehörde in einen Zustand erhöhter Bereitschaft übergegangen sei, um trotz der extremen Dürre eine kontinuierliche Kühlwasserversorgung für das Kernkraftwerk sicherzustellen.

In einem Facebook-Beitrag erklärte der Minister, die Behörden hätten bereits vier schwimmende Pumpanlagen und zwei Schwimmkräne auf der Donau in der Nähe von Paks eingesetzt. Obwohl derzeit noch kein Pumpbetrieb erforderlich ist, stehen 55 Fachkräfte rund um die Uhr in Bereitschaft, um im Falle einer Verschlechterung der Lage sofort reagieren zu können.

„Die Schutzmaßnahmen werden fortgesetzt. Wir sichern Ungarns Wasserressourcen und die nationale Sicherheit“, schrieb Gajdos.

Die Leistung war bereits reduziert worden

Die Abschaltung erfolgte nach mehreren Tagen, in denen die Stromerzeugung des Kraftwerks schrittweise reduziert wurde, da der Wasserstand der Donau weiter sank.

Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány hatte die Leistungsreduzierungen zuvor als geplante Vorsichtsmaßnahme und nicht als technischen Defekt bezeichnet und betont, dass diese im Rahmen festgelegter Betriebsvorschriften durchgeführt würden.

Er warnte zudem davor, dass in den kommenden Tagen voraussichtlich eine weitere Hitzewelle über Europa hinwegziehen werde, was den Strombedarf wahrscheinlich erhöhen und gleichzeitig dazu führen werde, dass der Wasserstand der Donau noch weiter sinke.

Extreme Hitze und Dürre setzen Ungarn weiterhin zu

Laut MVM hat die Kombination aus anhaltender Dürre und extremen Sommertemperaturen den Wasserstand der Donau in diesem Jahr erheblich gesenkt.

Umweltvorschriften begrenzen die Temperatur des Kühlwassers, das nach dem Durchlaufen der Reaktoren wieder in den Fluss eingeleitet wird. Um diese Grenzwerte einzuhalten, musste das Kraftwerk im Juni und Juli bereits mehrfach die Leistung seiner Reaktorblöcke drosseln.

Unterdessen hat die Donau auch in Budapest historische Tiefststände erreicht. Am Dienstagmorgen lag der Pegelstand laut Telex bei nur 30 Zentimetern, bevor er im Laufe des Tages noch weiter sank.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *