Hat eine deutsche Fluggesellschaft eine ungarische Großstadt getäuscht? Ein riesiger Skandal bahnt sich an, die Schulden häufen sich

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Noch wenige Tage vor der Parlamentswahl am 30. März lobte der stellvertretende Außenminister Levente Magyar die Wiederaufnahme der Linienflüge ab Pécs-Pogány nach 18-jähriger Pause durch die deutsche Fluggesellschaft SkyHub Airlines. Es dauerte nur wenige Monate, bis das Unternehmen praktisch zusammenbrach, und nun könnte Pécs auf seinem Geld sitzen bleiben. Der Skandal hat vor Ort für Aufsehen gesorgt, obwohl die Stadtverwaltung darauf besteht, dass sie SkyHub damals gründlich geprüft habe und dass das Scheitern nicht ihre Schuld sei.

Deutsche Fluggesellschaft ging rasch in Konkurs

Bei einer Sitzung des Rechts- und Verfahrensausschusses des Stadtrats von Pécs am 22. Juli mussten sich die Mitglieder mit einem düsteren Vorschlag befassen. Dem Dokument zufolge war SkyHub, das die Linienverbindung Pécs–München betrieb, zahlungsunfähig geworden, was bedeutete, dass nicht nur die Strecke bereits eingestellt worden war, sondern dass nun auch kaum noch Aussicht bestand, die von kommunalen Einrichtungen und Unternehmen investierten Mittel zurückzuerhalten.

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Laut dem von Vizebürgermeister Csaba Ruzsa unterzeichneten Dokument teilte das deutsche Unternehmen der Stadtverwaltung am 27. Mai – nur zwei Monate nach der Aufnahme des Flugbetriebs am 30. März – mit, dass es aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten den Flugbetrieb auf allen Strecken ab dem 10. Juni einstellen werde. „Skyhub beantragte am 2. Juni 2026 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Deutschland, worüber die Irány Pécs Nonprofit GmbH am 9. Juni 2026 offiziell in Kenntnis gesetzt wurde“, fügte es hinzu.

Scheduled flights return to rural Hungarian airport
Quelle: Facebook/Magyar Levente

Das deutsche Unternehmen hat erhebliche Schulden

Die Strecke wurde zwischen den beiden Städten nur 21 Mal bedient, und zwar mit sehr geringer Auslastung, obwohl sich der stellvertretende Außenminister Ende März noch optimistisch über die Wiederaufnahme des Linienflugverkehrs als Zeichen für die künftige rasche Entwicklung des Regionalflughafens geäußert hatte.

Statt einer Erfolgsgeschichte gab es jedoch einen völligen Reinfall. Zudem wurden Gelder der Steuerzahler von Pécs – insgesamt 774.000 Euro bzw. mehr als 280 Millionen Forint – unter verschiedenen Vorwänden von kommunalen Einrichtungen an Skyhub überwiesen. Ein Teil dieser Gelder kann nicht einmal mehr zurückgefordert werden; nur etwas weniger als die Hälfte dürfte einforderbar sein. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag zu, beschloss jedoch gleichzeitig, eine Untersuchung einzuleiten. Der Leiter des kommunalen Unternehmens „Irány Pécs“, eines Partners der deutschen Firma, wurde aufgefordert, zu erklären, warum er das schnell ins Straucheln geratene Unternehmen zuvor als zuverlässigen Partner angesehen hatte.

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Die Ankunft des ersten Linienflugs am Flughafen im März. Quelle: Facebook/Magyar Levente

In diesem Zusammenhang erklärte die Stadtverwaltung von Pécs, das deutsche Unternehmen sei damals einem außergewöhnlich strengen Due-Diligence-Verfahren unterzogen worden. Über ihre Pressestelle teilte die Stadtleitung mit, dass die mit dem Betrieb des Dienstes beauftragte Skyhub PAD GmbH & Co. KG vor Vertragsunterzeichnung einer äußerst gründlichen Überprüfung unterzogen worden sei. Zudem habe nichts auf das Risiko einer Insolvenz hingedeutet: Innerhalb eines einzigen Jahres habe das Unternehmen die Zahl seiner Investoren von 40 auf 100 erhöht und unterhalte unter anderem auch einen Vertrag mit der Danish Air Transport (DAT), der offiziellen Partnerfluggesellschaft der Lufthansa, teilte die Stadt der MTI mit.

Regionalflughäfen in Schwierigkeiten

Der Flughafen in Pogány, einer kleinen Ortschaft südlich von Pécs, wurde 2006 eröffnet. Er ist für kleine und mittelgroße Flugzeuge ausgelegt, typischerweise Passagierflugzeuge mit 50 bis 100 Sitzplätzen, und wird seitdem größtenteils für den Freizeitflugbetrieb genutzt, während Magnus Aircraft Zrt, ein Hersteller von Kleinflugzeugen, seit 2018 eine Produktionsstätte auf dem Gelände betreibt.

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Quelle: Facebook/Magyar Levente

In seiner 20-jährigen Geschichte wurden am Flughafen dreimal Linienflüge abgewickelt, doch jedes Mal gab die Fluggesellschaft die Strecke aus finanziellen Gründen auf.

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Austrian Airlines bediente die Strecke Pécs–Wien im Jahr 2006 etwa sechs Monate lang, bevor sie diese aufgrund geringer Auslastung einstellte. Die maltesische Fluggesellschaft Universal Air beförderte von Frühjahr 2024 bis Sommer 2025 Passagiere zwischen München, Malta und Korfu. Skyhub nahm Ende März dieses Jahres den Flugbetrieb auf der Strecke Pécs–München auf. Dem Vorschlag zufolge lag die durchschnittliche Auslastung der Flugzeuge bei 40,6 Prozent, wobei ab Mai auch die Anschlussflüge der Lufthansa ab München direkt von Pécs aus gebucht werden konnten.

Verkehrsminister Dávid Vitézy erklärte Anfang Juni bei einer Pressekonferenz des Regierungssprechers, dass regionale Flughäfen mit einer betrieblichen Krise konfrontiert seien und dass derzeit Anstrengungen unternommen würden, um eine Lösung zu finden.

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