Ungarn und Slowenien vertiefen ihre Beziehungen – Außenminister vereinbaren engere wirtschaftliche und regionale Zusammenarbeit

Sprache ändern:

Die ungarische Außenministerin Anita Orbán hat in Ljubljana Gespräche mit ihrem slowenischen Amtskollegen Tone Kajzer geführt, bei denen die Stärkung der bilateralen Beziehungen, der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Verbesserung der grenzüberschreitenden Infrastruktur im Mittelpunkt standen.

Im Anschluss an das Treffen gab Frau Orbán bekannt, dass sie eine Einladung zur Teilnahme an der jährlichen Botschafterkonferenz Sloweniens angenommen habe, die noch in diesem Monat stattfindet. Dort kommen slowenische Botschafter und Konsuln aus aller Welt zusammen, um die diplomatischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Prioritäten des Landes für das kommende Jahr festzulegen.

Nach Angaben der Außenministerin festigen sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern weiter. Der bilaterale Handel überstieg im Jahr 2025 4,6 Milliarden Euro, während Ungarn zum viertgrößten ausländischen Investor Sloweniens geworden ist, wodurch die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu einem zentralen Thema der Gespräche wurde.

Parlamentarische Zusammenarbeit und Verbesserungen im Grenzbereich

Orbán begrüßte die Absicht der slowenischen Nationalversammlung, eine parlamentarische Freundschaftsgruppe für Ungarn einzurichten. Sie erklärte, auch das ungarische Parlament unterstütze die Gründung einer Freundschaftsgruppe für Slowenien und argumentierte, dass starke nachbarschaftliche Beziehungen nicht nur eine Zusammenarbeit auf Regierungsebene, sondern auch einen regelmäßigen parlamentarischen und zwischenmenschlichen Dialog erforderten.

Die Minister hoben zudem die Erleichterung des Grenzverkehrs hervor, nachdem Slowenien im Juni die vorübergehenden Grenzkontrollen gegenüber Ungarn aufgehoben und damit die seit 2023 bestehenden Kontrollen beendet hatte. Dieser Schritt hat das Reisen für Pendler, Unternehmen, Grenzgemeinden und Touristen erleichtert.

Das Augenmerk richtet sich nun auf die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, einschließlich der Eisenbahnverbindungen zwischen den beiden Ländern. Orbán gab zudem bekannt, dass die Netzbetreiber beider Länder die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer geplanten Erdgas-Verbindungsleitung prüfen.

Lob für die regionale Krisenkooperation

Auch die Sicherheitszusammenarbeit spielte bei den Gesprächen eine wichtige Rolle. Orbán erklärte, Ungarn und Slowenien hätten als NATO-Verbündete und mitteleuropäische Partner bereits während der Nahostkrise in diesem Frühjahr den Wert ihrer Zusammenarbeit unter Beweis gestellt.

Sie lobte die auf Initiative Sloweniens ins Leben gerufene regionale konsularische Krisenmanagement-Zusammenarbeit, die beiden Ländern dabei half, ihre Bürger sicher aus der Region zu evakuieren. Sie fügte hinzu, dass beide Regierungen beabsichtigen, diese praktische Zusammenarbeit im Hinblick auf künftige Notfälle weiter zu stärken.

Besuch bei der ungarischen Gemeinschaft in Slowenien

Im Rahmen ihres Besuchs reiste Frau Orbán auch nach Hodoš (Hodos), wo sie Mitglieder der ungarischen Minderheit in Slowenien traf. Sie hob die Bedeutung des ungarisch-slowenischen Gemeinsamen Fonds hervor, der Projekte in den Bereichen Bildung, Kultur, Tourismus und lokale Wirtschaftsentwicklung in Grenzregionen finanziert, in denen die ungarische Minderheit in Slowenien und die slowenische Minderheit in Ungarn leben.

Die Ministerin besuchte das kürzlich renovierte und erweiterte Jugendzentrum in Hodoš, eines der vom Fonds geförderten Projekte. Sie wies zudem darauf hin, dass das Programm zur Restaurierung der historischen Filó-Mühle in Felsőszölnök beiträgt, der einzigen noch erhaltenen slowenischen Mühle im ungarischen Rába-Tal.

Laut Orbán zielt der Fonds darauf ab, die Lebensbedingungen auf beiden Seiten der Grenze zu verbessern und gleichzeitig den lokalen Gemeinschaften dabei zu helfen, ihre nationale Identität zu bewahren.

Würdigung eines Pioniers der ungarischen Minderheit

Während ihres Besuchs legte Orbán einen Kranz an der Büste von Mária Pozsonec nieder, der ersten Vertreterin der ungarischen Gemeinschaft Sloweniens im slowenischen Nationalrat, wo sie von 1992 bis 2008 tätig war.

Die Außenministerin würdigte Pozsonecs jahrzehntelanges Engagement für den Schutz der ungarischen Sprache, Kultur und politischen Vertretung in Slowenien.

Orbán kündigte zudem an, dass das Ungarische Kulturinstitut (Liszt-Institut) in Ljubljana im Rahmen der slowenischen Botschafterkonferenz eine gemeinsame Ausstellung veranstalten wird, die die ungarische Gemeinschaft in Slowenien und die slowenische Gemeinschaft in Ungarn vorstellt.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *