Eilmeldung – Botond Feledy wird Leiter des Ungarischen Instituts für Internationale Angelegenheiten

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Außenministerin Anita Orbán hat den Außenpolitikexperten Botond Feledy zum Leiter des Ungarischen Instituts für Internationale Angelegenheiten ernannt, Ungarns staatlich gefördertes Forschungsinstitut für Außenpolitik. Feledy nahm die Position an und erklärte, seine zwei Jahrzehnte Berufserfahrung hätten ihn auf diese Aufgabe vorbereitet.
Anita Orbán: zentrale Rolle bei der beruflichen Vorbereitung
Die Ernennung wurde am Montag, dem 3. August, bekannt gegeben. Das Ungarische Institut für Internationale Angelegenheiten – auf Ungarisch „Magyar Külügyi Intézet“ – wird zudem vom Amt des Ministerpräsidenten wieder unter die Aufsicht des Außenministeriums gestellt.
In einer Erklärung zur Bekanntgabe der Entscheidung erklärte Orbán, das Institut werde erneut eine zentrale Rolle bei der fachlichen Vorbereitung ungarischer außenpolitischer Entscheidungen spielen. Ungarisches Institut für Internationale Angelegenheiten erhält erneute strategische Rolle
Nach Angaben des Außenministers wird sich die Arbeit der Einrichtung darauf konzentrieren, Entscheidungsträgern unabhängige, zukunftsorientierte Forschungsergebnisse, Analysen und Prognosen zur Verfügung zu stellen.
Orbán erklärte, internationale Gipfeltreffen und hochrangige diplomatische Verhandlungen seien nur die sichtbaren Elemente der Außenpolitik. Dahinter, fügte sie hinzu, seien umfangreiche Vorbereitungsarbeiten erforderlich, um die nationalen Interessen Ungarns zu ermitteln, wichtige Verschiebungen in der Weltpolitik zu verstehen und zu bewerten, wie sich internationale Entwicklungen auf die Sicherheit, die Wirtschaft und den Handlungsspielraum des Landes auswirken könnten.

Ungarisches Institut für Internationale Angelegenheiten: strategisches und analytisches Denken
Vom Ungarischen Institut für Internationale Angelegenheiten wird daher erwartet, dass es das strategische und analytische Denken innerhalb des ungarischen außenpolitischen Apparats stärkt. Das Ministerium möchte zudem, dass die Organisation zur öffentlichen Diskussion über internationale Angelegenheiten beiträgt, anstatt ausschließlich als geschlossenes staatliches Forschungszentrum zu fungieren.
Feledy brachte in einem Facebook-Beitrag, in dem er die Annahme der Einladung des Ministers bestätigte, ein ähnliches Ziel zum Ausdruck.
„Wenn das Vaterland ruft, kann man nicht nein sagen – zum ersten Mal habe ich wirklich verstanden, was dieser Satz bedeutet“, schrieb er. Feledy bezeichnete die Aufgabe sowohl als große Chance als auch als Ehre und wies darauf hin, dass die Forscher des Instituts den gesamten ungarischen Außenpolitischen Apparat unterstützen würden. Er fügte hinzu, dass die Aufgaben des Instituts von der Ausbildung einer neuen Generation von Experten bis hin zur besseren Vermittelung der Außenpolitik an die Gesellschaft reichen würden.
„Wir werden sicherlich nicht nur einen Elfenbeinturm errichten“, schrieb er.
Wer ist Botond Feledy?
Feledy ist seit rund 20 Jahren in den Bereichen außenpolitischer Journalismus, Analyse, Bildung und Talentförderung tätig. Er studierte an der Sciences Po Bordeaux, der Universität Paris-Panthéon-Assas, der Freien Universität Berlin und der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Der Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit liegt vor allem auf der euro-atlantischen Sicherheitspolitik, der Informationskriegsführung und der Cybersicherheit.
Zuvor leitete er das in Brüssel ansässige „European Leadership Programme“ und war Geschäftsführer von Red Snow Consulting. Er hat Internationale Beziehungen an der Eötvös-Loránd-Universität und der Pázmány-Péter-Katholischen Universität in Budapest sowie am Campus der Sciences Po in Dijon unterrichtet.
Bis 2017 war Feledy Direktor des Saint Ignatius Jesuit College of Advanced Studies in Budapest. Darüber hinaus engagierte er sich in mehreren ungarischen Organisationen und Initiativen, die im Bereich der Hochschulbildung und der Talentförderung tätig sind.
Im Jahr 2007 war er Mitbegründer von Kitekinto.hu, einer der ersten ungarischen Nachrichtenseiten, die sich speziell mit internationalen und außenpolitischen Themen befasste. Zwischen 2011 und 2012 leitete er die Außenpolitikredaktion der ungarischen staatlichen Nachrichtenagentur MTI. In jüngerer Zeit war er vier Jahre lang als außenpolitischer Kommentator, Podcast-Moderator und Autor des von Partizán herausgegebenen Newsletters „HetiFeledy“ für internationale Angelegenheiten tätig.
Gladden Pappin verlässt das Institut
Feledy tritt die Nachfolge des amerikanischen Politikwissenschaftlers Gladden Pappin an, dessen Rücktritt Orbán am Freitag, dem 31. Juli, angenommen hat. Der Außenminister dankte Pappin für sein engagiertes Wirken und seinen Einsatz zur Förderung der Entwicklung des Instituts. Pappin hatte die Organisation geleitet, solange diese dem Amt des Ministerpräsidenten unterstellt war.
Der Führungswechsel fällt mit einer umfassenderen institutionellen Umstrukturierung im Zuge der Bildung der Tisza-Regierung zusammen. Im Rahmen der neuen Struktur wird das Ungarische Institut für Internationale Angelegenheiten wieder dem Außenministerium unterstellt sein, wobei seine Hauptaufgabe darin besteht, außenpolitische Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung zu unterstützen.
Die Ernennung von Feledy signalisiert das Bestreben, regierungsorientierte strategische Analysen mit Bildungsarbeit und einer breiteren Einbindung der Öffentlichkeit zu verbinden. Ein weiterer wichtiger Hinweis auf die Ausrichtung des Instituts wird sein künftiges Forschungsprogramm sein sowie das Ausmaß, in dem seine Arbeit in der außenpolitischen Entscheidungsfindung Ungarns sichtbar wird.
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