Budapest in großer Not: Immer mehr bedrohliche Personen auf den Straßen, billige Drogen breiten sich zunehmend aus

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Die Bürgermeister der innerstädtischen Bezirke Budapests haben sich zusammengeschlossen, um die Regierung zu warnen, dass sie unverzüglich damit beginnen muss, freie Polizeistellen zu besetzen, da die lokalen Behörden der großen Zahl bedrohlicher Personen und Gruppen, die aus dem Umland in die Hauptstadt strömen, nicht mehr gewachsen seien. Sie erklärten zudem, dass einige dieser Personen leere Flaschen gegen Bargeld eintauschen, um mit dem Geld billige, außerordentlich schädliche Drogen und Alkohol zu kaufen. Derzeit sind die Behörden praktisch machtlos, gegen sie vorzugehen.

Sie kommen vom Land, um Geld zu verdienen und Drogen zu kaufen

Dávid Vitézy, der heutige Verkehrsminister, schlug – als er noch Mitglied des Budapester Stadtrats war und das MOHU-Flaschenrückgabesystem eingeführt wurde – vor, dass die Stadtverwaltung von Budapest in den Innenstadtbezirken Flaschenrückgabebehälter aufstellen solle. Nicht jeder, so argumentierte er, würde eine Rücknahmestelle aufsuchen, an der man 50 Forint für eine leere Mineralwasser- oder Erfrischungsgetränkeflasche erhalten könne.

Der Vorschlag wurde umgesetzt, und die gelben Behälter nehmen auch heute noch Flaschen entgegen. Doch während die Initiative zwar zur Sammlung von Flaschen geführt haben mag, könnte sie auch dazu beigetragen haben, die Präsenz bedrohlicher Personen und Gruppen auf den Straßen weiter zu verstärken.

Die Bürgermeister von Ferencváros, Erzsébetváros, Józsefváros und Terézváros sowie von Újlipótváros haben sich der von Imre László, dem Bürgermeister des 11. Bezirks aus der Demokratischen Koalition, ins Leben gerufenen Initiative angeschlossen. Unter anderem fordern sie mehr Polizeibeamte, umfassendere Befugnisse und zusätzliche Finanzmittel, um das Problem anzugehen. Den Bürgermeistern zufolge fehlen auf den Straßen mindestens 3.000 Polizeibeamte, und diese Lücke könne weder durch Überstundenvergütungen noch durch kommunale Mittel geschlossen werden, berichtet „Blikk“.

New drug in Budapest
Foto: Facebook/András Pikó, Bürgermeister

Unterdessen sieht sich Budapest insgesamt mit einer zunehmend gravierenden Krise in den Bereichen Soziales, psychische Gesundheit und öffentliche Ordnung auf den Straßen konfrontiert. Das Problem ist besonders im Umfeld von Bahnhöfen und großen Verkehrsknotenpunkten sichtbar. Im XI. Bezirk beispielsweise haben die Beschwerden der Anwohner in den letzten Monaten zugenommen. Nach Angaben des Bezirks lockt das Pfandflaschensystem immer mehr Menschen vom Land nach Budapest, die versuchen, durch das Sammeln von Flaschen Geld zu verdienen.

Mehr Drogenkonsumenten auf den Straßen

Das Problem beschränkt sich jedoch nicht auf das Flaschensammeln. Die Bezirksbürgermeister berichten, dass immer mehr Drogenkonsumenten auf den Straßen auftauchen, darunter auch Personen, deren Verhalten möglicherweise durch schwere psychische Probleme beeinflusst ist. Einige geben das durch das Flaschensammeln verdiente Geld für Alkohol oder Drogen aus, was das Sicherheitsgefühl der Anwohner weiter untergräbt.

Die Verantwortlichen der Innenstadtbezirke bezeichnen das Aufkommen neuer, billiger Drogenarten als besonders alarmierend, da diese bei den Konsumenten schwerwiegende psychische Probleme auslösen können. Die Bahnhöfe Keleti und Nyugati, der Népliget-Park, der Blaha-Lujza-Platz sowie mehrere andere stark frequentierte Verkehrsknotenpunkte erfordern daher besondere Aufmerksamkeit, doch es stehen nicht genügend Polizeibeamte zur Verfügung, um die Probleme zu lösen.

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Der Bahnhof Nyugati in Budapest. Foto: Daily News Hungary

Langfristige Lösungen lassen sich nicht durch vorübergehende Personalumschichtungen erreichen. In einem überlasteten System, das unter Personalmangel leidet, wird jeder Mitarbeiter, der von einem Standort abgezogen wird, früher oder später an seinem bisherigen Einsatzort vermisst. Darüber hinaus ist ein wirksames Unterstützungssystem erforderlich, um die sozialen Probleme anzugehen, die Obdachlosigkeit und Sucht zugrunde liegen.

Gergely Karácsony, der Bürgermeister von Budapest, hat diesen Punkt kürzlich hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass das Problem nicht nur Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit, sondern auch auf das Gesundheits- und Sozialwesen hat. Die meisten Menschen können sich die gegen sie verhängten Bußgelder ohnehin nicht leisten und „wandeln“ diese stattdessen in Haft oder gemeinnützige Arbeit um.

Gemeinsame Vorschläge, die der Regierung vorgelegt wurden

Die Bürgermeister haben zudem ein gemeinsames Maßnahmenpaket ausgearbeitet. Unter anderem sehen sie die Einführung einer 30-prozentigen Budapester Zulage für Polizeibeamte vor, die in der Hauptstadt im Dienst sind, um die Dienstposten attraktiver zu gestalten, und fordern gleichzeitig eine kontinuierliche Polizeipräsenz an problematischen Verkehrsknotenpunkten.

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Die Kommunen streben zudem mehr Einfluss auf die Regulierung der landesweiten Tabakgeschäfte an und wollen den Spielraum für die Strafverfolgung auf der Grundlage von Videoüberwachungsaufnahmen erweitern.

Die Bürgermeister berichteten ferner, dass die aus Bezirksmitteln finanzierten Stadtpolizisten und Patrouillen der Zivilgarde nur über äußerst begrenzte Befugnisse verfügen. So dürfen sie beispielsweise nicht einmal die Identität von Personen überprüfen, was bedeutet, dass sie keine Möglichkeit haben, festzustellen, ob sie auf eine Person gestoßen sind, die von den Behörden gesucht wird.

Interior Minister Gábor Pósfai
Innenminister Gábor Pósfai. Foto: Facebook/Tisza Párt

Die Bezirksverantwortlichen erklären, dass neben der Verstärkung der Polizei auch der Zugang zu Nachtunterkünften erleichtert werden müsse. Sie sind der Ansicht, dass die Budapester Stadtbezirke nicht mehr in der Lage sind, die gleichzeitig auftretenden Probleme der Obdachlosigkeit, der Sucht und der öffentlichen Unruhen mit eigenen Mitteln zu bewältigen, und fordern daher ein sofortiges Eingreifen des Staates.

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