Wie die verkehrsreichste U-Bahn-Linie Budapests aufgrund der Russen nicht weit genug verlängert werden kann

Obwohl die geplante Verlängerung der Budapester U-Bahn-Linie M3 nach Káposztásmegyer bereits seit Jahrzehnten in den Plänen vorgesehen ist, wird sie angesichts der aktuellen Lage wahrscheinlich noch viele Jahre auf sich warten lassen. Das größte Hindernis ist nicht mehr ein Mangel an Geld oder politischem Willen: Sowohl die auf der Strecke eingesetzten Züge als auch das von einem russischen Hersteller gelieferte Steuerungssystem schränken jeglichen Ausbau erheblich ein.

Selbst eine kurze Verlängerung der verkehrsreichsten U-Bahn-Linie Budapests ist mit Schwierigkeiten behaftet

Das derzeit in Vorbereitung befindliche Investitionsvorhaben würde die Strecke um lediglich zwei Stationen verlängern. Vom Ende der Árpád út aus würde ein 1,9 Kilometer langer Abschnitt gebaut, mit neuen Haltestellen an der Rózsa utca und am Bahnhof Rákospalota-Újpest. Das Projekt würde zudem einen intermodalen Verkehrsknotenpunkt und einen Park-and-Ride-Parkplatz mit 240 Stellplätzen umfassen.

Selbst dieser kurze Abschnitt wäre schwer zu realisieren, da mehrere Grundstücke erworben werden müssten, darunter Sozialwohnungen, ein Einfamilienhaus und Gewerbeimmobilien, die Gegenstand von Nachlassverfahren sind. Im Jahr 2021 wurden die Kosten für die Enteignungen auf 2,8 Milliarden Forint geschätzt. Nachdem die Immobilienpreise jedoch um 75 bis 90 Prozent gestiegen sind, könnten die Kosten nun 5 Milliarden Forint übersteigen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fristen für die Abrechnung der EU-Fördermittel Ende 2029 bzw. Ende 2030 ablaufen, was aufgrund der gegen frühere Regierungen verhängten Sanktionen nur sehr wenig Zeit lässt, wie „Népszava“ berichtete.

Budapest M3 metro line
Foto: BKK

Fünf Bahnhöfe sind erforderlich – doch die Russen machen dies unmöglich

Die ursprünglich geplante vollständige Verlängerung nach Káposztásmegyer mit fünf Haltestellen steht vor einem noch gravierenderen Problem. Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2025 würde die gesamte Investition 158 Milliarden Forint kosten. Ein Großteil der entsprechenden Unterlagen ist inzwischen abgelaufen, was bedeutet, dass Teile der Planungs- und Genehmigungsverfahren neu aufgerollt werden müssten.

Die größte Schwierigkeit ist jedoch die Abhängigkeit des Projekts vom russischen Unternehmen Metrowagonmash. Die Modernisierung der Linie 3 wurde unter Druck der Regierung bei dem russischen Hersteller in Auftrag gegeben. Die alten sowjetischen Wagen wurden modernisiert, jedoch wurde weder eine Klimaanlage eingebaut noch ein modernes, kommunikationsbasiertes Zugsicherungssystem, bekannt als CBTC. Stattdessen wurde beschlossen, das bestehende russische AVR-System zu modernisieren.

Budapest M3 metro line3 (1)
Foto: BKK

Die aktuellen Pläne basieren ebenfalls auf einer Erweiterung dieses Systems. Da es sich jedoch um die erforderlichen Softwarelizenzen handelt, wäre nur ein sehr begrenzter Teil des Marktes in der Lage, die Arbeiten durchzuführen – in der Praxis also der russische Hersteller selbst.

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Dies führt zu einer besonders heiklen Situation. Die BKV befindet sich seit Jahren in einem Rechtsstreit mit Metrowagonmash, während das Unternehmen zudem als russisches Unternehmen, das am Krieg gegen die Ukraine beteiligt ist, auf der EU-Sanktionsliste steht. Obwohl die ungarische Regierung die Instandhaltung der Budapester U-Bahn-Linie 3 von den Beschränkungen ausgenommen hat, bleibt die Abhängigkeit von dem russischen Unternehmen bestehen.

Die vorhandenen Züge könnten zwar weiterhin die beiden neuen Stationen bedienen. Für die Verlängerung um fünf Stationen bis nach Káposztásmegyer würde die derzeitige Flotte jedoch nicht ausreichen. Ohne neue Züge kann die vollständige Verlängerung daher nicht realisiert werden, und die BKK plant auf der Grundlage, dass die bestehenden U-Bahn-Wagen noch weitere 20 Jahre im Einsatz bleiben werden.

Die Anbindung von Káposztásmegyer bleibt eine fast unvorstellbar ferne Perspektive – ähnlich wie klimatisierte Züge. István Tarlós, der damalige, von der Fidesz unterstützte Bürgermeister von Budapest, erklärte, eine Klimaanlage sei im U-Bahn-Tunnel nicht notwendig. Die Zeit und der Klimawandel haben ihm inzwischen das Gegenteil bewiesen: Er traf die falsche Entscheidung, als er es versäumte, Budapests Standpunkt in dieser Frage gegenüber der Orbán-Regierung mit Nachdruck zu vertreten.

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