EILMELDUNG! Das ungarische Kernkraftwerk Paks vermeidet eine weitere Abschaltung – hier sind die nächsten Schritte

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Ungarn hat eine weitere Abschaltung des Kernkraftwerks Paks vermieden, obwohl der Wasserstand der Donau einen kritischen Tiefstand erreicht hat, wie Ministerpräsident Péter Magyar am Mittwochabend bekannt gab. Die Regierung geht nun davon aus, dass das Kraftwerk ab Sonntag damit beginnen wird, zusätzliche Kapazitäten wiederherzustellen, und möglicherweise bis Ende nächster Woche wieder den Vollbetrieb aufnehmen kann.
Bei einer Rede in Paks an der Seite von Umweltminister László Gajdos erklärte Magyar, dass Wasserwirtschaftsexperten davon ausgehen, dass die Donau in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag oder am frühen Donnerstagmorgen ihren tiefsten Stand erreichen wird.
Durch Notfallmaßnahmen, die in den vergangenen zwei Wochen durchgeführt wurden, konnte der Wasserstand jedoch so weit angehoben werden, dass die beiden derzeit in Betrieb befindlichen Turbinen des Kraftwerks weiterlaufen können.
Magyar erklärte, man gehe nun davon aus, dass der Fluss bei etwa minus 132–134 Zentimetern seinen Tiefststand erreichen werde und damit über dem Niveau bleibe, bei dem eine weitere Turbine abgeschaltet werden müsste.
„Die gute Nachricht ist, dass wir nun mit Sicherheit sagen können, dass keine der in Betrieb befindlichen Turbinen abgeschaltet werden muss“, erklärte der Ministerpräsident.
Notfallmaßnahmen im Kernkraftwerk Paks heben den Wasserstand an
Ungarn kämpft in einem Wettlauf gegen die Zeit darum, ausreichende Wasserstände rund um das Kraftwerk aufrechtzuerhalten, das für die Kühlung auf die Donau angewiesen ist.
Zu den Notfallmaßnahmen gehören das kontrollierte Versenken von zwei 80 Meter langen Lastkähnen sowie der Bau einer unter Wasser liegenden Flussbettschwelle in der Nähe von Paks. Zudem wurde über das Schleusensystem von Ráckeve zusätzliches Wasser abgelassen. Die Maßnahmen wurden ergriffen, nachdem eine historische Dürre die Donau auf Rekordtiefstände gesenkt und die Stromerzeugung in Paks erheblich eingeschränkt hatte.
Magyar erklärte, dass die Anlage in der Bucht bereits einen Rückstau von etwa 10 bis 15 Zentimetern bewirkt habe, während der Pegel im Kaltwasserkanal in der Nähe des Kernkraftwerks um mehr als fünf Zentimeter gestiegen sei.
Die Arbeiten an der Flussbettschwelle werden während des viertägigen Feiertagswochenendes in Ungarn fortgesetzt. Da einige private Transportunternehmen während der Feiertage nicht zur Verfügung stehen, werden die ungarischen Streitkräfte einen Teil der Transportarbeiten übernehmen, berichtete Index.
Paks könnte nächste Woche wieder seine volle Kapazität erreichen
Die verbesserte Lage könnte es dem Kraftwerk bald ermöglichen, einen Teil der jüngsten Produktionskürzungen wieder rückgängig zu machen.
Magyar erklärte, dass die derzeit außer Betrieb befindliche Turbine spätestens am Sonntag um Mitternacht schrittweise wieder in Betrieb genommen werden könnte. Nach den aktuellen Plänen der Regierung soll das Kernkraftwerk Paks etwa am Donnerstag oder Freitag nächster Woche wieder die volle Leistung erreichen.
Diese Ankündigung markiert eine deutliche Wende gegenüber der Lage vor wenigen Tagen, als Behördenvertreter davor warnten, dass sinkende Wasserstände die Abschaltung einer weiteren in Betrieb befindlichen Turbine erzwingen könnten. Anfang August sank die Leistung des 2-Gigawatt-Kraftwerks – das normalerweise etwa die Hälfte des ungarischen Stroms erzeugt – auf knapp über 10 % der Kapazität, als die Donau Rekordtiefstände erreichte.
Für ausländische Leser ist der Zusammenhang zwischen dem Fluss und der Stromerzeugung von entscheidender Bedeutung. Paks nutzt Donauwasser zur Kühlung der Turbinenkondensatoren und benötigt im Normalbetrieb etwa 132 Kubikmeter Flusswasser pro Sekunde. Das Kühlwasser ist vom Primärkreislauf des Kernreaktors getrennt.
Eine vollständige Abschaltung hätte Ungarn hohe Kosten verursacht
Magyar erklärte, ein vollständiger Produktionsausfall in Paks würde die Kosten für den Staatshaushalt und die Steuerzahler um rund 50 Milliarden HUF (etwa 137 Millionen Euro) pro Monat erhöhen, vor allem weil Ungarn den fehlenden Strom durch teurere Importe ersetzen müsste.
Die Kosten für die Notfallmaßnahmen am Fluss waren ursprünglich mit 6 Milliarden HUF (rund 16,4 Millionen Euro) veranschlagt worden, doch Magyar erklärte, die endgültigen öffentlichen Kosten dürften geringer ausfallen, da Unternehmen und andere Organisationen Ausrüstung und Dienstleistungen zur Verfügung gestellt hätten. Die Umrechnung in Euro basiert auf dem offiziellen Wechselkurs der Ungarischen Nationalbank vom 19. August von 365,03 HUF pro Euro.
Die Krise hat die Anfälligkeit der von der Donau abhängigen Energieinfrastruktur bei anhaltenden Dürreperioden deutlich gemacht. Rumänien sah sich diesen Monat unter ähnlich extremen Bedingungen gezwungen, sein Kernkraftwerk Cernavodă abzuschalten, während es Ungarn bislang gelungen ist, zumindest einen Teil des Kraftwerks Paks in Betrieb zu halten.
Für Ungarn scheint sich die unmittelbare Gefahr nun zu verringern. Sollte der Pegel der Donau über der kritischen Schwelle bleiben und die Notfallmaßnahmen wie geplant fortgesetzt werden, könnte das wichtigste Kraftwerk des Landes bis Ende nächster Woche wieder mit voller Kapazität laufen.

