Xi gratuliert dem neuen ungarischen Präsidenten – doch wie werden die Beziehungen zu China unter der neuen Regierung aussehen?

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Der chinesische Präsident Xi Jinping hat András Baka zu seinem Amtsantritt als neuer Präsident Ungarns gratuliert und dabei die langjährige Freundschaft zwischen den beiden Ländern hervorgehoben. Die Botschaft kommt jedoch zu einem heiklen Zeitpunkt für die ungarisch-chinesischen Beziehungen: Nach Jahren außergewöhnlich enger politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit unter Viktor Orbán ist die neue ungarische Regierung noch dabei zu klären, inwieweit sie diese Beziehungen aufrechterhalten will.
In seiner Botschaft vom Mittwoch wies Xi darauf hin, dass Ungarn zu den ersten Ländern gehörte, die die Volksrepublik China anerkannt haben, und hob die 77-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Budapest und Peking hervor.
Laut Xinhua erklärte der chinesische Präsident, die beiden Länder hätten ihre Beziehungen auf der Grundlage von „gegenseitigem Respekt, Gleichberechtigung, gegenseitigem Nutzen und einer Win-Win-Kooperation“ gepflegt. Xi fügte hinzu, er sei bereit, mit Baka zusammenzuarbeiten, um das politische Vertrauen und die praktische Zusammenarbeit zu vertiefen und die „umfassende strategische Partnerschaft für alle Lebenslagen in der neuen Ära“ zwischen den beiden Ländern voranzubringen.
Diese Formulierung ist von Bedeutung, da diese aufgestufte Partnerschaft während des Staatsbesuchs von Xi in Budapest im Mai 2024 vereinbart wurde – zu einem Zeitpunkt, als die Beziehungen zwischen China und der Regierung von Viktor Orbán wohl enger waren als jemals zuvor. Durch diese ungewöhnlich hochrangige diplomatische Einstufung wurde Ungarn zu einem der engsten politischen Partner Pekings in Europa.
Die ungarisch-chinesischen Beziehungen wurden zu einem Eckpfeiler von Orbáns Wirtschaftsstrategie
Unter Orbán positionierte sich Ungarn bewusst als eines der investitionsfreundlichsten Länder innerhalb der Europäischen Union. Während mehrere EU-Regierungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Peking zunehmend Vorsicht walten ließen, verfolgte Budapest das, was Orbán als wirtschaftliche Vernetzung und Neutralität bezeichnete.
Bis Ende 2024 hatten chinesische Unternehmen laut Reuters Investitionen in Höhe von rund 9 Milliarden Euro in Ungarn zugesagt.
Die größten Projekte verwandelten Ungarn in ein wichtiges europäisches Zentrum für die Elektrofahrzeug- und Batterieindustrie. Der chinesische Batterieriese CATL kündigte den Bau eines Werks im Wert von 7,3 Milliarden Euro in Debrecen an, während BYD Szeged als Standort für sein erstes europäisches Produktionswerk für Personenkraftwagen auswählte – eine Investition, die voraussichtlich rund 4 Milliarden Euro erreichen wird.
Die Regierung Orbán unterstützte strategische chinesische Projekte zudem mit öffentlichen Mitteln und Infrastruktur. Für den 2025 angekündigten europäischen Hauptsitz sowie das Forschungs- und Entwicklungszentrum von BYD in Budapest wurden 20 Milliarden HUF an staatlicher Förderung zugesagt – umgerechnet etwa 55 Millionen Euro zum aktuellen Wechselkurs der ungarischen Zentralbank.
Diese engen wirtschaftlichen Beziehungen gingen mit ebenso herzlichen politischen Verbindungen einher. Ungarn sprach sich wiederholt gegen eine härtere Haltung der EU im Handel mit China aus und lehnte Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge ab, wobei es die Zusammenarbeit mit Peking als Alternative zur Bildung wirtschaftlicher Blöcke darstellte.
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Die neue ungarische Regierung hat noch nicht mit Peking gebrochen
Der Regierungswechsel in Budapest warf daher eine naheliegende Frage auf: Wie geht es mit dieser Strategie ohne Orbán weiter?
Die Regierung von Ministerpräsident Péter Magyar hat bislang keine Anzeichen dafür gegeben, dass sie beabsichtigt, chinesische Investoren aus Ungarn zu vertreiben. Frühe Äußerungen deuteten vielmehr auf ein vorsichtigeres Modell hin: die Aufrechterhaltung wirtschaftlich vorteilhafter Beziehungen zu China bei gleichzeitiger Annäherung der ungarischen Politik an die gemeinsamen Regeln und Positionen der EU. Euronews berichtete nach der Wahl im April, dass Magyar keine grundlegende Kehrtwende in den Handelsbeziehungen mit Peking plane.
Dennoch hat eine jüngste Entwicklung die Beziehungen verkompliziert.
Péter Szijjártós Wechsel zu BYD rückt das alte Modell in den Fokus der Kritik
Der ehemalige Außenminister Péter Szijjártó, einer der Hauptarchitekten von Orbáns China-Politik, legte im Juli sein Abgeordnetenmandat nieder und nahm eine internationale Führungsposition bei BYD an, wo er für Außenbeziehungen und die Erschließung neuer Geschäftsfelder zuständig ist. Details: Der ehemalige Außenminister Szijjártó verlässt das Parlament, um beim chinesischen Elektroauto-Riesen BYD einzusteigen
Dieser Schritt warf sofort Fragen hinsichtlich eines Interessenkonflikts auf, da Szijjártó während seiner Amtszeit als Außenminister persönlich maßgeblich daran beteiligt war, BYD nach Ungarn zu holen. Er nahm an den Verhandlungen über die ungarischen Investitionen des Unternehmens teil und kündigte staatliche Unterstützung für dessen Projekte an.
Die neue Regierung leitete daraufhin eine Überprüfung der BYD-Vereinbarungen ein. Ministerpräsident Péter Magyar erklärte, die Behörden würden Subventionen, Steuervorteile, Genehmigungen, Infrastrukturverpflichtungen und andere mit der Investition verbundene Entscheidungen prüfen. Die Associated Press berichtete, dass weder BYD noch Szijjártó auf die Vorwürfe eines Interessenkonflikts reagiert hätten, während Szijjártó seine neue Position als prestigeträchtige berufliche Chance darstellte.
Die Untersuchung bedeutet an sich noch keine Ablehnung chinesischer Investitionen. Sie deutet jedoch darauf hin, dass sich die politischen Rahmenbedingungen für solche Investitionen möglicherweise ändern.
Xis Glückwünsche an Baka können daher als mehr als nur routinemäßiges diplomatisches Protokoll gewertet werden. Peking signalisiert Kontinuität und betont die außergewöhnliche Partnerschaft, die während der Orbán-Jahre aufgebaut wurde. Budapest muss unterdessen noch konkret zeigen, was Kontinuität unter einer Regierung bedeuten wird, die eine engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union anstrebt.
Für die ungarisch-chinesischen Beziehungen bleiben die wirtschaftlichen Grundlagen solide. Die politischen Rahmenbedingungen, die diese Beziehungen regeln, könnten nun in eine neue Phase eintreten.
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