Ungarns neu ausgerichteter öffentlich-rechtlicher Sender startet neue Flaggschiff-Nachrichtensendung mit überraschender Kursänderung

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Ungarns öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat seine neu gestaltete Flaggschiff-Nachrichtensendung gestartet, wobei in der ersten Ausgabe Stellungnahmen von Oppositionspolitikern und Regierungskritikern zu hören waren: eine bemerkenswerte Änderung im Tonfall nach einer umfassenden Umstrukturierung des Nachrichtenbetriebs der öffentlich-rechtlichen Medien.

Das neue „Híradó“ wurde erstmals am 20. August, dem ungarischen Nationalfeiertag, um 6 Uhr morgens unter der Moderation von Máté Kis ausgestrahlt. Die Sendung kehrte auf den Bildschirm zurück, nachdem der Nachrichtenbetrieb auf M1 am 7. Juli eingestellt worden war, als mehrere öffentlich-rechtliche Sender vorübergehend vom Netz genommen wurden.

Oppositionsmeinungen in der ersten Sendung vertreten

Im Mittelpunkt des ersten Beitrags stand die Amtseinführung des neu gewählten Präsidenten András Baka. Neben Regierungsvertretern kam in dem Bericht auch Gábor Horn, Vorsitzender des Kuratoriums der Republikon-Stiftung, zu Wort.

Die Sendung stellte zudem die Standpunkte der Oppositionsparteien Fidesz und Mi Hazánk zur Wahl von Baka vor, wie Telex berichtet.

Auch in mehreren nachfolgenden Berichten kamen kritische Stimmen zu Wort. Ein Beitrag befasste sich mit einer vom Amt des Ministerpräsidenten veröffentlichten interaktiven Karte, die die staatliche Unterstützung für zivilgesellschaftliche Organisationen veranschaulichte. Der Bericht enthielt zudem einen Beitrag von Péter Takács, einem ehemaligen Staatssekretär für Gesundheit, der sich kritisch gegenüber der Regierung geäußert hat.

Das neu gestaltete „Híradó“ berichtete auch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk selbst. Den Zuschauern wurde mitgeteilt, dass die öffentlich-rechtliche Medienorganisation alle Verträge mit Unternehmen des Unternehmers Gyula Balásy gekündigt habe, während ein weiterer Bericht die Kandidaten für den neu gegründeten Unabhängigen Rat für öffentlich-rechtliche Medien behandelte. In der Sendung wurde darauf hingewiesen, dass Berufsverbände das Auswahlverfahren kritisiert hatten.

In einem weiteren Beitrag kam Kata Janecskó, eine Journalistin des investigativen Medienunternehmens Direkt36, zu Wort, die über bisher unveröffentlichte Kinderschutzberichte sprach, die die Organisation im Zuge eines Gerichtsverfahrens erhalten hatte.

Neue Gesichter und eine Sportnachrichtensendung im Retro-Stil

Laut dem Abspann wird das neue „Híradó“ von István Lakatos geleitet, während Balázs Bodacz, der vorübergehende Leiter der Nachrichtenredaktion, als Redakteur fungiert. Auf die erste Ausgabe folgte die neue Sportsendung „TeleSport“, deren visuelles Design bewusst an den klassischen Look der Sendung aus den 1990er Jahren anknüpft.

Anschließend überbrachte Wettermoderator Tamás Tóth, der zuvor in derselben Funktion für den öffentlich-rechtlichen Sender tätig war, die Wettervorhersage. Die Mittagsausgabe von „Híradó“ wird von Szimonetta Mészáros moderiert, einem ehemaligen Mitglied der Teams von „Nemzeti Sportrádió“ und „Petőfi Rádió“.

Ab dem 21. August plant der öffentlich-rechtliche Sender, täglich zwei Ausgaben von „Híradó“ auszustrahlen, und zwar um 12 Uhr mittags und um 19:30 Uhr. Am 20. August sind jedoch vier Ausgaben vorgesehen, und zwar um 6 Uhr morgens, um 12 Uhr mittags, um 19:30 Uhr und um 22 Uhr.

Wer ist die neue Moderatorin von „Híradó“?

Der Sender hat zudem Máté Kis vorgestellt, der die erste Ausgabe moderierte. Kis schloss sein Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Tourismus an der Universität Szeged ab. Bereits während seines Studiums begann er, im Fernsehen zu arbeiten, und trat 2020 als Reporter bei Szeged Television ein. Später wurde er Moderator der Nachrichtensendung des Senders, bevor er zum neu gestalteten öffentlich-rechtlichen „Híradó“ wechselte.

Auch der Sport hat in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt: Er war früher als Kanufahrer aktiv und hat zudem als Fußballschiedsrichter gearbeitet.

Die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter der Lupe

Der Start erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenderen Umstrukturierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ungarn. Bevor das neue „Híradó“ auf Sendung ging, gab es Berichte, wonach einige Mitglieder des bisherigen M1-Teams ihre Posten behalten würden, darunter auch Mitarbeiter, die an Beiträgen mitgewirkt hatten, die als Regierungspropaganda kritisiert worden waren.

Bodacz wies daraufhin die Vermutung zurück, dass Mitglieder des alten Teams an der Vorbereitung der Sendung vom 20. August beteiligt gewesen seien. Er erklärte auf der Facebook-Seite von Telex, dass keiner der Moderatoren oder Reporter, die an der ersten Ausgabe mitgewirkt hätten, zuvor in ihren jeweiligen Funktionen für M1 tätig gewesen sei, und dass auch der ehemalige stellvertretende Nachrichtenchef seine Position verlassen habe.

Die neu ausgerichtete Nachrichtenredaktion steht daher unter genauer Beobachtung, da die Zuschauer beurteilen, ob die Veränderungen eine echte redaktionelle Neuausrichtung der ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien darstellen – oder in erster Linie eine Änderung in der Präsentation und im Personal.

Die erste „Híradó“-Ausgabe war zudem Teil des Sendeplans vom 20. August unter der Leitung von Antónia Mészáros und Ádám Bősze, die anlässlich des Nationalfeiertags auf die Bildschirme des öffentlich-rechtlichen Senders zurückkehrten.

Während des anschließenden Festprogramms bezeichnete Bősze diesen Tag als den Beginn der Erneuerung der öffentlich-rechtlichen Medien. In der Sendung waren zudem der Lehrer und Influencer József Balatoni, bekannt als „Jocó bácsi“, sowie die Physikerin und Influencerin Janka Sára Molnár zu sehen. Für einige Übergänge und Hintergrundbilder der Sendung wurden zudem KI-generierte Grafiken verwendet.

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