Mysteriöse alkalische Verunreinigung in der Donau in Ungarn entdeckt – Behörden leiten Ermittlungen ein

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Es laufen Ermittlungen, nachdem beobachtet wurde, wie eine dunkelbraune Flüssigkeit in das deutlich zurückgewichenes Flussbett der Donau in der Nähe von Almásfüzitő in Nordungarn floss. Messungen des investigativen Nachrichtenportals Átlátszó ergaben, dass die Flüssigkeit einen pH-Wert von 10 aufweist, was bedeutet, dass sie stark alkalisch ist.

Die Substanz war auf einer Länge von etwa einem Kilometer entlang des Flussufers unterhalb der ehemaligen Rotschlamm-Rückhaltebecken zu sehen. Ihre genaue Zusammensetzung ist noch nicht geklärt, und die Behörden warten auf Laborergebnisse.

Behörden leiten Ermittlungen ein

Das Bezirksamt Győr-Moson-Sopron, das in diesem Fall für Wasser- und Gewässerschutzangelegenheiten zuständig ist, teilte mit, dass es drei Meldungen bezüglich der vermuteten Verschmutzung erhalten habe. Die Beamten leiteten eine Untersuchung ein und führten am 12. August eine Begutachtung vor Ort durch. Sie teilten mit, dass die Ergebnisse noch ausgewertet würden und bislang kein Rechtsverstoß festgestellt worden sei. Die Behörde fügte hinzu, dass sie geeignete Maßnahmen ergreifen werde, sollte die Begutachtung Anhaltspunkte für ein Eingreifen ergeben.

Zudem findet in dem Gebiet eine kontinuierliche Umweltüberwachung statt, einschließlich der Überprüfung von Oberflächen- und Grundwasser. Die Wasseraufsichtsbehörde Nord-Transdanubien erklärte, sie sei keine Regulierungsbehörde und könne daher selbst keine Durchsetzungsmaßnahmen ergreifen. Sie habe jedoch die Zustände rund um die Rotschlamm-Rückhaltebecken, einschließlich derjenigen im Zusammenhang mit dem niedrigen Wasserstand, an die zuständige Wasserbehörde gemeldet.

Der Betreiber, Tatai Környezetvédelmi Zrt. (TKV), hat auf die Fragen von Átlátszó nicht geantwortet, obwohl Berichten zufolge das Unternehmen ebenfalls Proben aus dem betroffenen Gebiet entnommen hat. Der unabhängige Bürgermeister von Almásfüzitő, Gergely Szabó, erklärte, die Gemeinde sei sich der Verschmutzung bewusst und habe diese ebenfalls gemeldet. Die Stadt wartet nun auf die Laborergebnisse, um genau festzustellen, was in die Donau gelangt.

Anwohner berichten von ungewöhnlichem Geruch

Anwohner und Angler haben sich Berichten zufolge über das Phänomen beschwert. Einige Anwohner beschrieben einen starken, medizinisch anmutenden Geruch und gaben an, dieser habe zeitweise ihre Atemwege gereizt. Átlátszó berichtete, dass die dunkelbraune Substanz deutlich zu sehen sei, wie sie über eine Strecke von etwa einem Kilometer in das freiliegende Flussbett eindringe, wobei der Streifen entlang des Flussufers betroffen erscheine.

Der niedrige Wasserstand der Donau hat das Phänomen besonders deutlich sichtbar gemacht, doch die Herkunft und die Auswirkungen der Flüssigkeit auf die Umwelt bleiben unklar, bis die Laboruntersuchungen abgeschlossen sind.

Ehemalige Rotschlamm-Lagerstätten, die nun für Abfall genutzt werden

Der Standort Almásfüzitő umfasst ehemalige Lagerstätten für Rotschlamm und gilt Berichten zufolge als zweitgrößtes Rotschlamm-Reservoir des Landes nach dem Unglücksort in Kolontár. In der Nähe befinden sich Gebiete, die als Natura-2000-Gebiete ausgewiesen sind.

Die Lagerstätten werden nun von der TKV verwaltet und wurden einem Sanierungsverfahren unterzogen, bei dem die ehemaligen Rotschlamm-Lagerstätten mit gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen abgedeckt und einer biologischen Behandlung unterzogen wurden. Das Unternehmen ist berechtigt, jährlich bis zu 315.000 Tonnen Abfall in Zelle VII zu lagern, darunter 280.000 Tonnen nicht gefährlichen Abfalls.

Die Umweltorganisation Greenpeace äußert seit Jahren Bedenken hinsichtlich des Standorts und argumentiert, dass Schadstoffe aus den nicht ausgekleideten Stauseen ins Grundwasser und in die Donau gelangen könnten. Die Organisation verwies zuvor auf Messungen, die erhöhte Werte von Fluorid, Arsen und Molybdän im Grundwasser belegten.

Bedenken wurden geäußert, doch das Unternehmen hat gerade seine Genehmigungen verlängert

Der Betreiber und die Behörden haben jedoch stets betont, dass die Aktivitäten am Standort den einschlägigen Vorschriften entsprechen. Die Anlage erhielt 2020 und 2025 erneute Umweltgenehmigungen, wobei die jüngste Genehmigung Berichten zufolge strengere Auflagen enthält als frühere Genehmigungen.

Die TKV befindet sich im Besitz der Envirotis Holding, die über den Umwelt-Private-Equity-Fonds „Status Next“ mit der Mészáros-Gruppe in Verbindung steht. Vorerst bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Was genau fließt in die Donau? Behörden und lokale Amtsträger warten auf Laborergebnisse, bevor sie entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

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