Abgeordneter aus Tisza erklärte, wann Ungarns Amt für Vermögensrückgewinnung mit der Untersuchung hochkarätiger Fälle beginnen könnte

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Ungarns neu eingerichtete Nationale Behörde für Vermögensrückgewinnung und Vermögensschutz könnte bereits innerhalb weniger Monate mit der Untersuchung hochkarätiger Fälle beginnen; die Behörde wird voraussichtlich rund 200 Mitarbeiter beschäftigen, so István Hantosi, Vorsitzender des Ausschusses für Justiz und Verfassungsfragen des Parlaments.

Die Behörde, die laut Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar „die stärkste Antikorruptionsbehörde Europas“ sein wird, soll neben der Staatsanwaltschaft eingerichtet werden, wobei ihr Präsident eine Position auf gleicher Ebene wie der Generalstaatsanwalt einnehmen wird. Das Parlament könnte den Präsidenten und vier Stellvertreter bereits in der zweiten Hälfte der kommenden Woche wählen.

Neue Institution soll weitreichende Befugnisse erhalten

Die Behörde wurde im Rahmen eines kürzlich vom ungarischen Parlament verabschiedeten Gesetzes geschaffen. Ihre Befürworter, darunter die Tisza-Partei, haben sie als wichtige Antikorruptionsbehörde dargestellt, deren Aufgabe darin besteht, öffentliches Vermögen zurückzugewinnen und mutmaßliche Missbräuche zu untersuchen. Zur Führungsstruktur gehören vier stellvertretende Leiter, die für die Bereiche öffentliche Finanzen, Ermittlungen, Strafverfolgung und Rechtsmittel zuständig sind.

Die Kandidaten müssen strenge Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Sie dürfen keine Vorstrafen haben, und auch die Ausübung eines politischen Amtes in jüngerer Zeit kann zur Disqualifizierung von Bewerbern führen. Der Präsident muss nicht unbedingt Jurist sein, muss jedoch über mindestens 15 Jahre Berufserfahrung in seinem Fachgebiet verfügen oder einen einschlägigen akademischen Abschluss in Verbindung mit mindestens 10 Jahren Berufserfahrung vorweisen können, schreibt 444.

Für den für öffentliche Finanzen zuständigen Stellvertreter gelten ähnliche Anforderungen, darunter Berufserfahrung in Bereichen, die in den Zuständigkeitsbereich der Steuer- oder Zollbehörden fallen. Die Stellvertreter für Ermittlungen, Strafverfolgung und Rechtsmittel müssen als Staatsanwälte tätig sein. Insgesamt bewarben sich 96 Personen um das Amt des Präsidenten, während für die Stellvertreterposten 68 Bewerbungen eingereicht wurden.

Ungarns neue Behörde wird mit den Staatsanwaltschaften zusammenarbeiten

Die neue Einrichtung wird keine übergeordnete Stelle der Staatsanwaltschaft sein. Hantosi betonte, dass ihr Präsident die Staatsanwälte nicht direkt anweisen könne. Allerdings könne die Staatsanwaltschaft laut Hantosi Anträge der neuen Behörde auf Übergabe relevanter Fälle oder Unterlagen nicht ablehnen. Die beiden Organisationen müssen daher eng zusammenarbeiten, wobei sie ihre jeweiligen institutionellen Rollen beibehalten.

Die Tisza-Partei geht davon aus, dass der Frühherbst weitgehend dem Aufbau der neuen Behörde und der Einstellung ihres Personals gewidmet sein wird. Hantosi erklärte, er wäre enttäuscht, sollten die ersten hochkarätigen Rechenschaftsverfahren nicht bis zum Jahresende angelaufen sein.

Schwerpunkt auf mutmaßlichen Missbräuchen im Zusammenhang mit dem NER

Die Rückführung von Vermögenswerten und die Rechenschaftspflicht wurden als zentrale Elemente des politischen Programms der Tisza-Partei dargestellt. Hantosi erklärte, das Parlament werde der Behörde keine offizielle Liste mit Fällen zur vorrangigen Bearbeitung zur Verfügung stellen, argumentierte jedoch, dass die schwerwiegenden mutmaßlichen Missbräuche im Zusammenhang mit dem ungarischen Nationalen Kooperationssystem (NER) bereits hinlänglich bekannt seien.

Er erklärte, es sei unklar, welche Fälle zuerst geprüft würden, und verwies dabei auf eine Vielzahl umstrittener wirtschaftlicher Angelegenheiten, an denen große Unternehmensgruppen und öffentliche Einrichtungen beteiligt seien. Die neue Behörde könnte daher zu einem wesentlichen Bestandteil der von der künftigen Regierung versprochenen Bemühungen zur Untersuchung von Korruptionsverdachtsfällen und zur Rückgewinnung öffentlicher Gelder werden, sofern sie wie geplant ihre volle Funktionsfähigkeit erlangt.

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