Könnte Trump Orbáns internationale Lobbyorganisationen vor dem Zusammenbruch retten?

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Zuvor war bereits spekuliert worden, dass der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán mit Trumps Hilfe einen Posten als stellvertretender Generalsekretär bei den Vereinten Nationen sichern könnte, wodurch ihm diplomatische Immunität gewährt würde. Unterdessen könnte die mit Trump verbundene MAGA-Bewegung einige der von Orbáns Regierungen gegründeten internationalen Organisationen übernehmen und diese als eigene Lobbyinstrumente innerhalb der Europäischen Union – einem wirtschaftlichen und handelspolitischen Rivalen – betreiben.

Eine umfangreiche und kostspielige internationale Lobbying-Operation

Über einen Zeitraum von 16 Jahren baute Viktor Orbán nicht nur eine beeindruckende, wenn auch politisch instabile Machtbasis in Ungarn auf. Auch in Brüssel schuf er ein institutionelles Netzwerk, das darauf ausgerichtet ist, konservative und rechtsextreme Kräfte zu unterstützen, politische Debatten zu beeinflussen und europäische Allianzen zu pflegen.

Nach der Wahlniederlage scheint jedoch eine der wichtigsten Säulen des Systems – die Finanzierung durch den ungarischen Staat und die ihm angeschlossenen Einrichtungen – zu bröckeln.

JD Vance Hungary Budapest
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. D. Vance in Budapest – Veranstalter ist das MCC. Quelle: MCC

Einer der zentralen Akteure des Netzwerks war das Brüsseler Büro des Mathias Corvinus Collegium (MCC). Die 2022 eröffnete Einrichtung konzentrierte sich auf Themen, die vom Orbán-System und seinem weiteren Bündnisnetzwerk bevorzugt wurden, darunter Migration, Geschlechterpolitik, Klimawandel und die externe Finanzierung zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Europäischen Union.

Ihre Arbeit wurde durch ein Jahresbudget von mehr als 6 Millionen Euro – was zwischen 1,8 und 2 Milliarden Forint entspricht – unterstützt, das auf einem von der Orbán-Regierung bereitgestellten Vermögen in Höhe von rund 500 Milliarden Forint beruhte. Genau dies hat die Regierung von Péter Magyar, gestützt auf eine Zweidrittelmehrheit, dem MCC mit einem einzigen Federstrich faktisch entzogen.

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Foto: Facebook/Péter Magyar

Neben dem MCC gehörten auch das Donauinstitut, die Zeitschrift „The European Conservative“ sowie die Stiftung hinter CPAC Hungary zum Kreis der Organisationen, die von der Orbán-Regierung mit vielen Milliarden Forint an öffentlichen Geldern unterstützt wurden.

Das „Haus Ungarns“ war ein weiterer wichtiger Bestandteil des Netzwerks. Im Jahr 2021 erwarb der ungarische Staat das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude in Brüssel und eröffnete es im Vorfeld der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2024 als Veranstaltungsort. Die Immobilie steht nun jedoch leer, und über ihre künftige Nutzung ist noch keine Entscheidung gefallen.

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Trump und Orbán im Weißen Haus im vergangenen November. Foto: Facebook/Viktor Orbán

Trump könnte einige Institutionen retten

Nach dem Regierungswechsel stellte die neue Regierung die staatliche Unterstützung für mehrere dieser Institutionen ein oder überprüfte sie. Das MCC befand sich in einer besonders schwierigen Lage. Frank Furedi, der Leiter der Brüsseler Organisation, erklärte, das Zentrum könnte ohne eine neue Finanzierungsquelle letztendlich zur Schließung gezwungen sein, obwohl es möglicherweise mit einem geringeren Budget weiterarbeiten könnte.

Expertenmeinungen zufolge ist es jedoch nicht mehr realistisch, ein Netzwerk in dem Umfang und mit der Intensität aufrechtzuerhalten, wie es während der Orbán-Ära der Fall war.

An dieser Stelle könnten Donald Trump und die amerikanische MAGA-Bewegung ins Spiel kommen. Laut einer von „Portfolio“ zitierten Bloomberg-Analyse sind in den Vereinigten Staaten bereits Programme ins Leben gerufen worden, um europäische konservative zivilgesellschaftliche Organisationen zu unterstützen, die sich mit Souveränität, Migration, Zensur und „Lawfare“ befassen.

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Die mit Orbán verbundenen Institutionen könnten daher neue amerikanische Unterstützer finden – zumal Trumps Verbündete ihrerseits bestrebt sind, die Beziehungen zur radikalen Rechten in Europa zu stärken, um ihren Einfluss auf EU-Angelegenheiten auszuweiten.

Die Frage ist also nicht unbedingt, ob Orbáns Brüsseler Netzwerk verschwinden wird, sondern wer dessen Finanzierung übernehmen wird, in welcher Form es weiterbestehen könnte und wessen Interessen es dienen würde.

Einfluss ist in Zeiten zunehmender Konflikte von großem Wert

Bekanntlich betrachten weder Trump noch seine Bewegung die Europäische Union oder die NATO-Mitgliedstaaten als Verbündete in derselben Weise wie frühere US-Regierungen. Die Gefahr eines Zoll- und Handelskriegs zieht über beiden Seiten des Atlantiks auf; der Streit um Grönland bleibt ungelöst; und Washington und Brüssel teilen nicht unbedingt dieselbe Ansicht darüber, wie Russlands Invasion in der Ukraine beendet werden soll.

Zudem bestehen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich eines amerikanischen Eingreifens im Iran und der Regulierung der US-Technologiegiganten in Europa.

Für Trump könnte sich eine effektive Lobbyorganisation daher an mehreren Fronten als wertvoll erweisen: in der Wissenschaft, unter zivilgesellschaftlichen Gruppen und in der Politik.

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