Der ehemalige Ministerpräsident Orbán erklärt, warum er einen Mann für eine hohe staatliche Auszeichnung nominierte, der später wegen sexuellen Missbrauchs zahlreicher Kinder verurteilt wurde

Der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán hat offenbart, warum er den pädophilen Leiter des Kinderheims in Bicske für eine hohe staatliche Auszeichnung vorgeschlagen hat.

Péter Magyar, Ungarns Ministerpräsident, veröffentlichte heute ein Dokument, das belegt, dass der Leiter in einem von Orbán unterzeichneten Antrag für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde. Bereits 2011 war ein Verfahren gegen ihn eingeleitet worden, dennoch wurde die Nominierung auf Empfehlung des damaligen Ministers für Humanressourcen, Zoltán Balog, fortgesetzt.

Orbán weicht der Frage aus

Als er heute in Kötcse gefragt wurde, warum er den Leiter des Kinderheims in Bicske im Jahr 2016 nominiert hatte – dieser wurde inzwischen wegen pädophiler Straftaten verurteilt –, antwortete Orbán, dass jemand dessen Namen vorgeschlagen habe und die Presse die dafür verantwortliche Person befragen solle.

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Péter Magyar bei einer Rede im ungarischen Parlament. Foto: Facebook/Orbán Anita

Magyar hatte zuvor das Nominierungsdokument veröffentlicht, auf dem der Name des damaligen Ministerpräsidenten Orbán als Unterzeichner vermerkt ist. Darin hieß es, der Leiter verdiene diese Auszeichnung für seine Arbeit bei der Erziehung benachteiligter Kinder und deren Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben.

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Der Skandal um János Vásárhelyi brach 2016 aus, nachdem sich ein ehemaliger Bewohner des Kinderheims in Bicske das Leben genommen hatte, weil er es leid war, dass ihm niemand glaubte. Vásárhelyi wurde 2019 verurteilt, doch die erste offizielle Anzeige und polizeiliche Ermittlung gegen ihn stammten bereits aus dem Jahr 2011, nachdem zwei Mitarbeiter des Heims berichtet hatten, dass mehrere Kinder ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatten. Die Polizei stellte die Ermittlungen 2012 unter Verweis auf mangelnde Beweise ein.

Die Nominierung erfolgte durch Zoltán Balog

„Es war derselbe Zoltán Balog, der Viktor Orbán den pädophilen Leiter des Kinderheims in Bicske für eine staatliche Auszeichnung empfahl und der später bei Katalin Novák eine Begnadigung durch die Präsidentin für Endre Kónya, einen Komplizen bei den pädophilen Missbrauchsfällen, erwirkte“, schrieb Magyar am Samstag auf Facebook.

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