Könnte die Donau zur Rettung des Velence-Sees beitragen? Ein Plan steht erneut zur Diskussion

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Einer der bekanntesten Seen Ungarns ist nach einem weiteren trockenen Sommer auf einen alarmierend niedrigen Wasserstand gesunken. Da der Velence-See mit Wassermangel zu kämpfen hat, wenden sich lokale Behörden und Experten erneut an einen viel größeren Nachbarn, um Hilfe zu erhalten: die Donau.
In Gárdony fand eine neue Gesprächsrunde darüber statt, wie der Velence-See wieder aufgefüllt werden kann; einer der Hauptvorschläge besteht darin, Wasser aus der Donau über ein neues Versorgungssystem in den See zu leiten.
Die Diskussion findet vor dem Hintergrund statt, dass die Lage am See zunehmend dringlich geworden ist. Am Mittwoch zeigte der Wasserstandsmesser in Agárd nur noch 10 Zentimeter an, verglichen mit dem bisherigen Rekordtief von 53 Zentimetern, das im Jahr 2022 gemessen wurde, berichtete Infostart unter Berufung auf lokale Quellen. Die Angabe bezieht sich auf den Messwert und nicht auf die tatsächliche Tiefe des Sees.

Der Velence-See, etwa 50 Kilometer südwestlich von Budapest gelegen, erstreckt sich über eine Fläche von rund 26 Quadratkilometern und ist einer der beliebtesten Seen Ungarns zum Schwimmen, Radfahren und für Wochenendausflüge. Aufgrund seiner geringen Wassertiefe reagiert er jedoch besonders empfindlich auf anhaltende Dürre und Verdunstung.
Wie könnte Donauwasser in den Velence-See gelangen?
Die Idee befindet sich noch in einem frühen Stadium, doch derzeit werden mehrere mögliche Routen geprüft. Experten diskutierten, ob Wasser aus der Donau aus dem Gebiet um Ercsi, Adony oder Dunaújváros herangeführt werden könnte, wobei auch die Trasse und die Kosten einer möglichen neuen Leitung bewertet werden müssten.
Auch andere Optionen stehen zur Debatte. Dazu gehören derzeit ungenutzte Brunnen des regionalen Wasserversorgers DRV in der Umgebung von Gárdony sowie Brunnen in der Nähe von Szabadegyháza. Bislang wurde jedoch noch keine endgültige Lösung ausgewählt. Die an den Gesprächen Beteiligten betonten, dass jedes Projekt nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch hinsichtlich Wasserqualität, Ökologie und Kosten geprüft werden müsse.

Satellitendaten könnten nun zur Untersuchung des Geländes zwischen der Donau und dem Velence-See herangezogen werden, während vorläufige Schätzungen Aufschluss darüber geben sollen, wie kostspielig die verschiedenen Optionen sein könnten.
Falls Sie es verpasst haben: Das Ende des Velence-Sees rückt näher
Eine bloße Ausbaggerung des Sees dürfte das Problem nicht lösen
In den Gesprächen wurde auch eine weitere häufig vorgeschlagene Lösung thematisiert: das Ausbaggern des Velence-Sees. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass die Entfernung von Sedimenten nicht unbedingt eine einfache Lösung darstellt. Es bestehen Bedenken, dass das Ausbaggern Teile der natürlichen, wasserspeichernden Schlammschicht des Sees beschädigen und möglicherweise den Wasserverlust durch Versickern erhöhen könnte.
Der Zustand der ausgedehnten Schilfbestände des Sees stellt ein weiteres Problem dar. Verrottendes Schilf kann ökologische Folgen haben, weshalb Experten der Ansicht sind, dass die Schilfbewirtschaftung und die Wasserauffüllung gemeinsam und nicht als getrennte Themen betrachtet werden sollten.
Der Vorschlag, Donauwasser zu nutzen, ist daher noch weit von einem genehmigten Bauprojekt entfernt, doch die Diskussionen schreiten voran. Laut Feol.hu werden weitere Berechnungen zum Wasserverbrauch, zur Verdunstung und zu möglichen Investitionskosten erwartet; für Ende September ist eine umfassendere Sitzung geplant, an der Regierungsvertreter, Wasserwirtschaftsbehörden und Gemeinden rund um den See teilnehmen werden.
Vorerst könnte Regen eine vorübergehende Entlastung bringen. Da der Velence-See jedoch wiederholt außergewöhnlich niedrige Wasserstände erreicht, suchen die lokalen Entscheidungsträger zunehmend nach einer längerfristigen Lösung – und die Donau könnte noch Teil davon werden.

