Die November-Gehälter der Budapester Arbeitnehmer könnten ohne eine Einigung mit der Regierung gefährdet sein

Budapest gibt an, die Oktober-Gehälter möglicherweise noch decken zu können, doch die November-Gehälter könnten gefährdet sein, sollte die Stadt keine Einigung mit der Regierung über ihre Finanzen erzielen. Die Warnung erfolgt, nachdem die Hauptstadt einen Bankkredit in Höhe von 67 Milliarden HUF (185 Millionen Euro) zurückgezahlt hat und im Oktober eine weitere große Zahlung ansteht.

Budapest tilgt Kredit in Höhe von 67 Milliarden HUF

Budapest hat in diesem Monat bislang 118 Milliarden HUF (325 Millionen Euro) an Einnahmen aus der lokalen Gewerbesteuer eingenommen, doch laut Ambrus Kiss, Generaldirektor des Bürgermeisteramtes, ist der Großteil dieser Mittel bereits für ausstehende finanzielle Verpflichtungen vorgesehen.

Bei einer Hintergrundinformation am Donnerstag erklärte Kiss, die Hauptstadt habe einen Teil der Steuereinnahmen zur Rückzahlung ihres Überziehungskredits in Höhe von 67 Milliarden HUF bei der OTP verwendet. Der bestehende Kreditvertrag läuft am 18. September aus.

Die Bank könne Budapest nur dann eine neue Kreditfazilität gewähren, wenn sie davon überzeugt sei, dass die Stadt in der Lage sei, das Geld zurückzuzahlen, so Kiss. Die Hauptstadt benötige daher eine Vereinbarung mit der Regierung über ihre künftige Finanzierung, bevor sie wieder Zugang zu einem finanziellen Sicherheitsnetz erhalte.

Es wird erwartet, dass Budapest nach Begleichung weiterer ausstehender Zahlungen bis Ende September noch rund 3,5 Milliarden HUF (9,65 Millionen Euro) auf seinem Konto haben wird. Kiss erklärte, dies sollte ausreichen, um die Gehälter für Oktober zu decken, doch die Finanzierung der Löhne für November könnte ohne eine Vereinbarung mit der Regierung schwierig werden, wie „Magyar Hang“ berichtet.

Diese Zahlen bestätigen, dass die finanzielle Lage der Stadt trotz des Eingangs der zweiten Rate der lokalen Gewerbesteuer weiterhin angespannt ist. „Portfolio“ berichtete am Donnerstag, dass Budapest eine Reihe von Ausgabenkürzungen eingeführt hat, um seine Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Zahlung in Höhe von 86 Milliarden HUF im Oktober fällig

Eine weitere große Herausforderung steht Mitte Oktober an, wenn Budapest 86 Milliarden HUF als Solidaritätsbeitrag an den Staat zahlen muss.

Die Zahlung war zuvor auf den 15. Oktober verschoben worden. Nach der derzeitigen Regelung könnte das ungarische Finanzministerium den Betrag direkt vom Konto der Stadt einziehen. Die Verordnung von 2026 legt den Solidaritätsbeitrag Budapests für das gesamte Jahr auf rund 97,7 Milliarden HUF fest, einschließlich der im Oktober fälligen Rate in Höhe von 86 Milliarden HUF.

Kiss erklärte, die Stadt verfüge nicht über ausreichende neue Einnahmen, um eine solche Zahlung zu leisten und gleichzeitig ihren laufenden Betrieb weiter zu finanzieren.

„86 Milliarden Forint werden einfach nicht hereinkommen“, sagte Kiss. „Wir müssen noch eine Einigung mit der Regierung erzielen.“

Die Angelegenheit hat bereits erhebliche Auswirkungen auf die Finanzen Budapests gehabt. Im Juli zog das ungarische Finanzministerium im Zusammenhang mit einer ausstehenden Solidaritätsabgabe 7,5 Milliarden HUF vom Konto der Hauptstadt ab.

Ausgaben- und Einstellungsstopp bleiben bestehen

Budapest hat mehrere Notfallmaßnahmen zur Begrenzung der Ausgaben eingeführt. Ein Ausgabestopp bedeutet, dass die Stadtverwaltung und das Bürgermeisteramt für neue Ausgaben eine gesonderte Genehmigung benötigen, während die Obergrenze für die Einrichtungen der Hauptstadt bei 20 Millionen HUF liegt.

Zudem wurde ein Einstellungsstopp verhängt, und neue institutionelle Investitionen wurden ausgesetzt. Kiss beschrieb die daraus resultierende Arbeitssituation als stark eingeschränkt und erklärte, die Maßnahmen würden so lange in Kraft bleiben, bis eine Einigung mit der Regierung erzielt sei.

Die Stadt hat zudem damit begonnen, einige Zahlungen aufzuschieben. Laut Telex wurde ArrivaBus, Budapests zweitgrößter Busbetreiber, aufgefordert, bis März auf die Begleichung von Rechnungen in Höhe von rund 9 Milliarden HUF zu warten.

Budapest und die Regierung setzen die Gespräche fort

Kiss gab keine Einzelheiten zu den Verhandlungen mit der Regierung bekannt, da dies deren Ergebnis gefährden könnte. Er bestätigte jedoch, dass Budapest Gespräche mit zuständigen Regierungsvertretern, darunter auch dem Finanzministerium, geführt habe.

Die Stadt benötigt eine längerfristige Lösung für ihre Finanzierungsprobleme, insbesondere da wesentliche öffentliche Dienstleistungen weiterhin finanziert werden müssen. Kiss argumentierte, dass der Staat letztendlich die Verantwortung für diese Dienstleistungen übernehmen müsse, sollte Budapest nicht mehr in der Lage sein, sie bereitzustellen.

Die Regierung hat zudem signalisiert, dass sie nach neuen Formen der Zusammenarbeit mit Budapest und anderen Großstädten sucht, unter anderem in den Bereichen Organisation öffentlicher Dienstleistungen und Investitionen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *