Angst vor zuckerhaltigen Getränken? Eine neue Studie warnt vor einem weiteren Risiko für Jugendliche

Eine kürzlich durchgeführte Übersichtsstudie deutet darauf hin, dass bei jungen Menschen ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum zuckerhaltiger Getränke – wie kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, Energydrinks, aromatisierte Milch oder gesüßte Fruchtsäfte – und der Häufigkeit von Angstsymptomen besteht.
Bislang wurden zuckerhaltige Getränke meist mit Gewichtszunahme, Karies und einem erhöhten Diabetesrisiko in Verbindung gebracht. Eine neue evidenzbasierte Untersuchung von Forschern der Universität Bournemouth hat jedoch ergeben, dass Jugendliche, die große Mengen an zuckerhaltigen Getränken konsumieren, auch häufiger über Angstsymptome berichten.
Zu viel “Erfrischung” kann sich auf das Wohlbefinden auswirken
Das Team der Universität Bournemouth hat mehrere Studien ausgewertet und dabei Daten aus früheren Untersuchungen unter Jugendlichen analysiert. Diese Studien verwendeten in der Regel Fragebögen mit Selbstauskünften, um zu messen, wie oft Jugendliche zuckerhaltige Getränke konsumierten, und bewerteten das psychische Wohlbefinden anhand von Standardskalen, die für die Erfassung von Angstsymptomen entwickelt wurden.
Die kombinierten Ergebnisse zeigten, dass ein höherer Konsum von zuckerhaltigen Getränken in den untersuchten Gruppen durchweg mit einer größeren Wahrscheinlichkeit von Angstsymptomen verbunden war.
Was zählt als zuckerhaltiges Getränk?
In der Überprüfung umfasste die Kategorie “zuckerhaltige Getränke”:
- kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke
- Energy-Drinks
- gesüßte Fruchtsäfte und Sirupe
- gesüßte Tees und Kaffees
- aromatisierte Milch
Die Forscher wiesen auch darauf hin, dass diese Getränke eine große Menge an Energie liefern, aber nur einen sehr geringen Nährwert haben.
Eine einzige 330-ml-Dose Cola enthält fast 35 Gramm Zucker – eine Menge, die fast die empfohlene tägliche Zuckerzufuhr für einen durchschnittlichen Erwachsenen erreicht oder sogar übersteigt.
Diese große Menge an Zucker wird schnell aufgenommen, was bei vielen Menschen zu einem raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels und anschließend zu einem plötzlichen Abfall führen kann. Solche Schwankungen können mit Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten in Verbindung gebracht werden, vor allem wenn regelmäßig zuckerhaltige Getränke konsumiert werden.
Im Laufe der Zeit kann diese Art von Instabilität zu einer empfindlicheren Stressreaktion des Körpers beitragen, die auch Angstsymptome verstärken kann.
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Problemen bei jungen Menschen. Schätzungen zufolge hatte 2023 etwa jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche mit einer psychischen Störung zu kämpfen, wobei Angstzustände zu den am häufigsten berichteten Problemen gehörten.
Die Ergebnisse zeigen zwar ein konsistentes Muster über mehrere Studien hinweg, aber die Forscher betonten, dass sich die Untersuchung weitgehend auf Fragebögen und Beobachtungsstudien stützte.
Mehr zum Thema Energydrinks und Regulierung finden Sie in unserem früheren Bericht über Ungarns Verbot des Verkaufs von Energydrinks an Minderjährige.
Die WHO ruft zu strengeren Maßnahmen auf
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor kurzem in neuen globalen Berichten die Regierungen aufgefordert, die Steuern auf zuckerhaltige Getränke und alkoholische Getränke deutlich zu erhöhen.
Laut Economx argumentiert die WHO, dass diese Produkte zur Verbreitung von Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs beitragen, insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen.
Im Zusammenhang mit dem Vorschlag der WHO wies das ungarische Amt für die Sicherheit der Lebensmittelkette (Nébih) auch darauf hin, dass derzeit zwar 116 Länder zuckerhaltige Getränke besteuern, die Vorschriften aber vielerorts nur für kohlensäurehaltige Softdrinks gelten. Andere zuckerhaltige Getränke – wie 100%ige Fruchtsäfte oder trinkfertige Kaffees und Tees – werden oft von diesen Steuern ausgenommen.
Insgesamt sagen die Forscher, dass der Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und Angstzuständen Aufmerksamkeit verdient, insbesondere weil psychische Probleme bei Jugendlichen in den letzten Jahren stark zugenommen haben.
Die Studie beweist zwar nicht, dass zuckerhaltige Getränke direkt Angstzustände verursachen, aber das konsistente Muster über mehrere Studien hinweg legt nahe, dass das Thema ernst genommen werden sollte.

