Anita Orbán enthüllt eine radikale Überarbeitung der ungarischen Außenpolitik für den Fall, dass Péter Magyars Tisza-Partei im April triumphiert – Video

In einem geselligen Video-Interview hat sich Péter Magyar, der Vorsitzende der aufstrebenden Tisza-Partei, mit Anita Orbán zusammengesetzt, um eine Vision für Ungarns Platz in der Welt zu entwerfen, sollte Tisza bei den Parlamentswahlen im April die Macht übernehmen. Wie Telex feststellt, erinnert Anita Orbán, die einst im pro-euroatlantischen Flügel des Fidesz unter Persönlichkeiten wie dem Vorsitzenden des parlamentarischen Außenausschusses Zsolt Németh und dem ehemaligen Außenminister János Martonyi (1998-2002, 2010-2014) eine feste Größe war, an den oppositionellen Viktor Orbán der 2000er Jahre. Wenn wir ihr zuhören, können wir uns daran erinnern, wie weit der Premierminister geschwankt hat.

Ungarn fest im Westen verankern

Das freundliche Gespräch des Duos zeichnet ein klares Bild: Anita Orbán, Ungarns Möchtegern-Spitzendiplomatin, blieb nur so lange in der Regierung, bis Viktor Orbán die Diversifizierung der Energieversorgung zugunsten eines gemütlichen Deals mit Russland aufgab – das berüchtigte Atomkraftwerk Paks II, das 2014 mit einem riesigen russischen Kredit besiegelt wurde. Sie sprang 2015 von Bord.

“Es ist gut, Ungarin zu sein”, sagte Anita Orbán, die nicht mit dem Ministerpräsidenten Viktor Orbán verwandt ist, strahlend und definierte den mitteleuropäischen Geist als Wissensdurst, unnachgiebige Entschlossenheit und eisernen Willen. Ihr Plädoyer? Weg mit der derzeitigen “Federball”-Außenpolitik – dem Hin und Her zwischen Ost und West – und hin zu einem idealistischen Engagement für den Westen. Oberste Priorität: die Wiederbelebung der polnisch-ungarischen Freundschaft und die Intensivierung der Zusammenarbeit der Visegrád-Vier.

Anita Orbán and Péter Magyar
Anita Orbán und Péter Magyar. Foto: FB/Anita Orbán

(Um es kurz zu machen: Diese Beziehungen sind dank Budapests Putin-Kuschelkurs und seiner Einmischung in Warschaus innenpolitische Streitigkeiten aus den Fugen geraten. Und natürlich kann die Visegrád-Vier ohne ihr stärkstes Mitglied nicht mehr das sein, was sie einmal war.)

Keine freundschaftlichen Beziehungen mehr zu Russland

Die Wahl sei auch ein Referendum über die ungarische EU-Mitgliedschaft, betonte sie. Eine Tisza-Regierung würde die eingefrorenen EU-Mittel freigeben, die durch die Korruption der Orbán-Ära lahmgelegt wurden. In Brüssel sollte Ungarn sein Veto gegen “Win-Win”-Vereinbarungen eintauschen, die jeden Partner überzeugen.

In der Ukraine? Lassen Sie den pro-russischen Hang zur Invasion hinter sich. Keine Waffen oder Truppen aus Budapest – aber entschiedener Schutz für die mindestens 80.000 ungarischen Einwohner in der ukrainischen Region Transkarpatien.

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Premierminister Orbán verhandelt im November in Moskau mit Präsident Putin. Foto: FB/Orbán

Die Beneš-Dekrete sortieren – und darüber hinaus

Anita Orbán nennt die heiklen Beneš-Dekrete als erste Aufgabe: dringende Gespräche mit dem slowakischen Außenministerium, um die Rechte der fast eine halbe Million einheimischer Ungarn in der Slowakei zu sichern. Péter Magyar meldete sich zu Wort und sagte, die ersten Stationen des neuen Premierministers sollten Warschau, Wien und Brüssel sein.

Orbán and Fico on the Mária Valéria Bridge
Premierminister Orbán und Premierminister Fico beim gemeinsamen Feiern in Esztergom. Foto: FB/Orbán

Fidesz feuert zurück: ‘Lobbyist und Marionette’

Nicht so schnell, sagen Orbán-Loyalisten. Außenminister Péter Szijjártó wirft ihr vor, für westliche Energiekonzerne zu werben und ihn zu drängen, billiges russisches Gas abzulehnen. Fidesz-Fraktionschef Máté Kocsis bezeichnet sie als “Agentin” vom Hof des ehemaligen liberalen Premierministers Gordon Bajnai (2009-10) – ideal für ein Brüsseler Marionettenregime.

Relikt des verschwundenen euroatlantischen Flügels des Fidesz

Telex erinnert sich an Anita Orbán, die in der zweiten und dritten Regierung von Premierminister Orbán (2010-15) als Sonderbeauftragte tätig war und mit prowestlichen Kräften wie Ex-Außenminister György Martonyi und Németh in Verbindung stand. Sie gab auf, als Paks II ihren Kreuzzug für die Diversifizierung zum Scheitern brachte – ein Kampf, den sie seit den 2000er Jahren geführt hatte.

Ihre Beförderung ist ein Zeichen für die Reife von Tisza: Sie ist nicht mehr die Ein-Mann-Show von Péter Magyar, sondern eine glaubwürdige Regierungsmaschine.

Unten können Sie den fesselnden Austausch zwischen Magyar und Orbán über Ungarns außenpolitische Zukunft verfolgen – mit englischen Untertiteln:

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