Asiatische Gastarbeiter erscheinen unter den Kellnern: Ungarns Gastgewerbe kämpft darum, Stellen zu besetzen

Das ungarische Hotel- und Gaststättengewerbe hat erneut mit einem Arbeitskräftemangel zu kämpfen, da die Tourismussaison im Frühjahr und Sommer näher rückt. Dies veranlasst die Arbeitgeber, nach Gastarbeitern zu suchen. Während Hotels und Restaurants in vielen Fällen noch Köche und ausgebildete Kellner finden können, sagen die Arbeitgeber, dass es immer schwieriger wird, Arbeitskräfte für weniger gefragte Positionen wie Tellerwäscher, Reinigungskräfte und Hauspersonal zu finden.
Infolgedessen greifen immer mehr Betriebe auf ausländische Gastarbeiter zurück, um diese Lücken zu füllen. Asiatische Gastarbeiter sind inzwischen nicht nur im Back-of-House-Bereich, sondern auch bei den Kellnern zu finden.
Branchenkenner sagen, dass dieses Problem vor allem außerhalb von Budapest zu beobachten ist, wo ein kleinerer Arbeitskräftepool und begrenzte Ausbildungsmöglichkeiten die Rekrutierung noch schwieriger machen.
Ländliche Gebiete stehen vor den größten Herausforderungen
Rudolf Semsei, Vizepräsident des Ungarischen Hotel- und Gaststättenverbandes, erklärte gegenüber Portfolio, dass sich die Arbeitsmarktsituation zwischen Budapest und dem ländlichen Raum erheblich unterscheidet.
Während die Hauptstadt größere Lokale und mehr Karrieremöglichkeiten bietet, haben viele Restaurants und Hotels auf dem Land Schwierigkeiten, ausgebildete Fachkräfte anzuziehen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Absolventen des Gastgewerbes häufig nach Budapest ziehen, um dort zu arbeiten, so dass es in kleineren Städten weniger qualifizierte Kandidaten gibt.
Semsei glaubt, dass eine stärkere Zusammenarbeit mit Berufsschulen einen Teil des Problems lösen könnte. Wenn die Unternehmen des Gastgewerbes während der Ausbildung Beziehungen zu den Studenten aufbauen, können sie mit der Zeit vielleicht eine stabilere Belegschaft aufbauen.
Kleineren Betrieben außerhalb der Hauptstadt fehlen jedoch oft die Ressourcen, um Mentoren für Auszubildende bereitzustellen, was eine langfristige Personalentwicklung erschwert.
Asiatische Gastarbeiter zunehmend sichtbar
Am akutesten ist der Arbeitskräftemangel nach wie vor bei manuellen Tätigkeiten im Gastgewerbe wie Reinigungskräften, Hausmädchen und Geschirrspülern. Laut Roland Sívó, Berater der National Association of Tourism Hospitality Employers, haben viele Restaurants selbst für einfache Küchenjobs Schwierigkeiten, Bewerber zu finden.
Um dieses Problem zu lösen, stellen einige Betriebe Gastarbeiter aus dem Ausland ein.
“In einigen Restaurants ist es nicht mehr ungewöhnlich, Kellner von den Philippinen oder aus Sri Lanka zu sehen”, sagte Sívó.
Ausländisches Personal ist auch in gehobenen Hotels zu finden, wo ukrainische oder mongolische Mitarbeiter manchmal operative Aufgaben übernehmen. Die Kommunikation kann jedoch gelegentlich eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn sowohl die ausländischen als auch die ungarischen Mitarbeiter nur über begrenzte Englischkenntnisse verfügen.
Lohnkonkurrenz und veränderte Arbeitspräferenzen
Der Wettbewerb um Personal hat sich in der gesamten Branche verschärft. Restaurants versuchen häufig, Mitarbeiter von Konkurrenten abzuwerben, indem sie höhere Löhne anbieten, wodurch ein ständiger Kampf um erfahrene Mitarbeiter entsteht.
Gleichzeitig zögern jüngere Arbeitnehmer zunehmend, Jobs anzunehmen, die lange Schichten, Wochenendarbeit oder unregelmäßige Arbeitszeiten erfordern. Diese Faktoren machen das Gastgewerbe als langfristige Karriere weniger attraktiv, auch wenn viele junge Menschen während ihres Studiums immer noch kurzfristige Stellen als Barkeeper, Läufer oder Kellner annehmen.
Einige Arbeitnehmer wechseln auch zwischen den Restaurants und nehmen die Schichten an, in denen die Bezahlung an einem bestimmten Tag am höchsten ist.
Neue Regeln könnten die Löhne im Gastgewerbe erhöhen
Branchenführer hoffen, dass die jüngsten regulatorischen Änderungen Arbeitsplätze im Gastgewerbe attraktiver machen könnten. Im Rahmen eines Regierungsprogramms zur Unterstützung des Sektors können Restaurants bis zu 20 % der Einnahmen aus Speisen und Getränken – einschließlich Mehrwertsteuer – als Servicegebühren an die Mitarbeiter weitergeben.
Diese Maßnahme könnte das Einkommen der Arbeitnehmer deutlich erhöhen und den Unternehmen helfen, Mitarbeiter zu halten.
Digitale Tools und KI halten Einzug in Restaurants
Auch im ungarischen Gastgewerbe hält die Technologie immer mehr Einzug, obwohl ihr Hauptzweck eher darin besteht, die Effizienz zu verbessern, als jüngere Arbeitnehmer anzuziehen.
Selbstbedienungs-Bestellbildschirme und digitale Bestellsysteme sind in einigen Restaurants bereits weit verbreitet. Tablet-basierte Bestellsysteme und mobile Anwendungen können auch die Anzahl der Schritte reduzieren, die Kellner während einer Schicht machen müssen.
Künstliche Intelligenz wird derzeit vor allem im Marketing, bei der Datenanalyse und der Überwachung des Kundenfeedbacks eingesetzt. Einige Köche und Konditoren experimentieren auch mit KI-Tools, um Rezeptideen zu entwickeln, die Verwendung von Zutaten zu optimieren oder Nährwerte zu berechnen.
Branchenexperten sagen jedoch, dass die KI-gesteuerte Gästeakquise und das automatisierte Marketing in der Branche noch in den Kinderschuhen stecken.
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