Außenministerin Orbán erstattet Strafanzeige wegen der unzähligen Privatjet-Reisen ihres Vorgängers Szijjártó

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Die ungarische Außenministerin Anita Orbán hat Strafanzeige wegen der Nutzung von Privat- und Militärflugzeugen für Dienstreisen während der Amtszeit ihres Vorgängers Péter Szijjártó erstattet.

Angeblich sind zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe entstanden

Orbán erklärte, eine interne Überprüfung des Außenministeriums habe schwerwiegende Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, und sie behauptete, der routinemäßige Einsatz von Charterflugzeugen ab 2022 habe dem Staat möglicherweise erheblichen finanziellen Schaden zugefügt. Sie führt an, das Ministerium habe Linienflüge zunehmend durch private oder Militärflugzeuge ersetzt, obwohl sich die Anzahl und Art der diplomatischen Termine nicht wesentlich verändert hätten.

Sie schätzte, dass Privatflüge zwischen 2022 und 2026 rund 4 Milliarden HUF (derzeit mehr als 10,9 Millionen Euro) mehr kosteten als Reisen mit Linienflügen. Diese Zahl, so betonte sie, beinhalte nicht die Kosten für Militärflugzeuge, was bedeute, dass die Gesamtsumme noch höher ausfallen könnte.

Laut Außenminister Orbán wurden günstigere Optionen nicht einmal in Betracht gezogen

Orbán behauptete zudem, dass Flugzeuge für relativ kurze Reisen in Städte wie Bratislava, Wien und Belgrad gechartert worden seien, wo die Anreise mit dem Auto oder dem Zug nur wenige Stunden gedauert hätte. Sie erklärte, die Ermittler hätten keine Hinweise darauf gefunden, dass vor den einzelnen Reisen systematisch günstigere Reisemöglichkeiten geprüft worden seien, obwohl diese Privatflüge gemäß den Richtlinien des Ministeriums gar nicht erst als Option hätten in Betracht gezogen werden dürfen, berichtet ATV.

Auf dieser Grundlage erklärte Orbán, sie sei der Ansicht, dass die Umstände den Verdacht auf Misswirtschaft weckten, die einen besonders erheblichen finanziellen Schaden verursacht habe und möglicherweise eine Verantwortung der ehemaligen Führungsspitze des Ministeriums mit sich bringe.

Fidesz bezeichnet die Beschwerde als „unbegründet“

Die Fidesz-Fraktion wies die Vorwürfe zurück, bezeichnete die Beschwerde als „unbegründet“ und betonte, dass Szijjártós Flüge vollständig den einschlägigen staatlichen Vorschriften entsprochen hätten. Die Partei argumentierte, der Reiseplan des ehemaligen Außenministers sei effizient organisiert gewesen, und erklärte, Szijjártó sei häufig über Nacht gereist, um tagsüber Termine wahrnehmen zu können.

Außerdem hieß es, er sei unmittelbar nach offiziellen Terminen nach Hause zurückgekehrt, anstatt seinen Auslandsaufenthalt unnötig zu verlängern. Fidesz verteidigte ferner Szijjártós Bilanz als Außenminister und verwies dabei auf die ihrer Aussage nach rekordverdächtigen Zahlen bei Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen während dieser Amtszeit.

Szijjártós Flüge sind seit langem umstritten

Die Nutzung von Privatflugzeugen durch den ehemaligen Außenminister steht seit Jahren im Fokus der Medien. Laut zuvor vom Außenministerium veröffentlichten Zahlen wurden für Szijjártó über einen Zeitraum von vier Jahren 53 Flüge mit Privatjets durchgeführt, deren Kosten sich Berichten zufolge auf 4,87 Milliarden HUF (mehr als 13,3 Millionen Euro) beliefen, schreibt HVG.hu.

Die Angelegenheit wurde zudem durch Auseinandersetzungen um den Zugang zu Informationen über Reisekosten verkompliziert, wobei die Regierung zuvor die Gesetzgebung bezüglich der Offenlegung solcher Daten geändert hatte. Die jüngste Beschwerde dürfte daher eine seit Langem andauernde politische Debatte über die Kosten und die Transparenz von Szijjártós Dienstreisen erneut entfachen. Eine etwaige strafrechtliche Verantwortung muss jedoch noch geklärt werden.

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