Bedrohung aus dem Süden an der ungarischen Grenze? Serbien baut eine Drohnen- und Roboterarmee auf und scheut die NATO-Mitgliedschaft

Serbien baut eine Armee des 21. Jahrhunderts auf, scheut aber die NATO-Mitgliedschaft: Produktion von Kampfdrohnen und umfassende Robotisierung kommen in Gang
Drohnen und Roboter für das serbische Militär
Serbien wird in der kommenden Zeit der Entwicklung von Robotertechnologie für seine Streitkräfte und der Beschaffung neuer Waffen Priorität einräumen, kündigte Präsident Aleksandar Vučić am Mittwoch in Belgrad nach Beratungen mit führenden Vertretern des Verteidigungsministeriums und der Armee an. Am Vortag hatte er bekannt gegeben, dass Serbien gemeinsam mit Israel Kampfdrohnen produzieren wird.
Der Präsident erklärte, er habe eine umfassende Robotisierungsstrategie vorgeschlagen, die auch die Schaffung einer mit Roboterplattformen ausgestatteten Einheit auf Bataillonsebene vorsieht. Es würden auch Vorbereitungen getroffen, um Untereinheiten aufzustellen, die mit verschiedenen Angriffsdrohnen bewaffnet sind, während die Integration von Drohnen in andere Militäreinheiten fortgesetzt würde.

Herr Vučić betonte, dass Serbien sich weiterhin für die Erhaltung von Frieden und Stabilität einsetzt, dies aber nur mit einer angemessenen militärischen Stärke für möglich hält. Seiner Ansicht nach ist die Sicherheitslage seit Anfang des Jahres komplexer geworden, was vor allem auf die sich entwickelnde militärische Zusammenarbeit zwischen dem Kosovo, Albanien und Kroatien zurückzuführen ist.
Der Staatschef wies auch darauf hin, dass der diplomatische Spielraum Belgrads kleiner geworden ist. Dennoch wird Serbien weiterhin seine Interessen wahren und gleichzeitig mit der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten, China und Russland in Kontakt bleiben.

Serbien will Kampfdrohnen in Partnerschaft mit Israel herstellen
Serbien wird in Zusammenarbeit mit Israel Kampfdrohnen herstellen, erklärte Präsident Aleksandar Vučić am Dienstag. Er fügte hinzu, dass die Partnerschaft “die besten Drohnen in diesem Teil der Welt” aus den Anlagen in Serbien hervorbringen werde.
Auf Fragen von Journalisten anlässlich einer Zeremonie zum Tag der militärischen Spezialeinheit der serbischen Armee, den Kobraks, sagte Herr Vučić, dass das Unternehmen hocheffektive Werkzeuge gegen gepanzerte Fahrzeuge und Personen unter Verwendung israelischer Technologie produzieren werde. Die Produktion wird im Verhältnis 50:50 erfolgen, so dass Serbien nach Einschätzung des Präsidenten von technologischem Know-how und Innovation profitieren kann.

Sie haben keine Waffen an Israel geliefert
Herr Vučić wies Medienbehauptungen, wonach von Serbien aus Waffen- oder Munitionslieferungen nach Israel oder in andere Länder gegangen seien, entschieden zurück. Er bemerkte, dass er hoffe, dass nicht nur eine solche Lieferung, sondern mehrere pro Tag folgen würden, da dies den Erfolg der serbischen Verteidigungsindustrie und die Stärkung ihrer Fähigkeiten belegen würde.

Der serbische Staatschef hatte bereits im März angekündigt, dass in Zusammenarbeit mit einem ausländischen Unternehmen bald eine hochmoderne Produktionsstätte für Drohnen – die erste ihrer Art im Land – eröffnet werden soll. Er wies darauf hin, dass die Armee und mehrere Privatunternehmen zuvor kleinere Drohnen zusammengebaut hatten, aber die neue Anlage würde “die ernsthafteste Produktion von Weltklasse” darstellen.
Belgrad hat in den letzten Jahren chinesische, russische und französische Militärgüter erworben, während es offiziell die Mitgliedschaft in der Europäischen Union als strategisches Ziel verfolgt. Es weigert sich jedoch standhaft, der NATO beizutreten, die das Land 1999 bombardiert hat, um den Kosovo-Krieg zu beenden.
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