Budapest, wie Sie es noch nie gesehen haben: neues Filmalbum erweckt die verlorene Vergangenheit der Stadt zum Leben!

Eine bemerkenswerte neue Hybrid-Publikation bietet eine neue Perspektive auf Budapest, indem sie das haptische Erlebnis eines Buches mit der fesselnden Kraft des Films kombiniert. Kurze Filme starten automatisch auf einem eingebauten Bildschirm und führen den Betrachter durch verschwundene oder dramatisch veränderte Stadtteile der ungarischen Hauptstadt.

Das Projekt umfasst 25 Kurzfilme, die jeweils zwischen zwei und vier Minuten lang sind und aus mehr als 700 Archivfotos erstellt wurden, von denen die meisten aus der renommierten Fortepan-Sammlung stammen. Anstatt sich auf künstliche Intelligenz zu verlassen, hat das Team von Animatiqua Studio jedes Bild in mühevoller Handarbeit animiert, um die Vergangenheit zum Leben zu erwecken. Die Filme wurden unter der Regie von András Kondacs gedreht und von Gabriella Hámori auf Ungarisch und Rebecka Johnston auf Englisch kommentiert.

Ein Buch, das sich in Kino verwandelt

Die ungewöhnliche Veröffentlichung mit dem Titel Budapest Filmbox bewegt sich irgendwo zwischen digitalen Medien und traditionellem Verlagswesen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Buch, aber sobald es geöffnet wird, verwandelt es sich in ein Miniaturkino. Auf der eingebetteten Leinwand werden automatisch Kurzfilme abgespielt, die den Betrachter durch das goldene Zeitalter der Stadt führen, die Zeit, in der sich Budapest zu einer echten Weltmetropole entwickelte.

Die Filme bieten keine chronologische Geschichtsstunde, sondern eine Art visuelle Erinnerung: Fragmente einer Stadt, deren Gesicht sich fast bis zur Unkenntlichkeit verändert hat.

Verlorene Stadtteile und verschwundene Wahrzeichen

Die meisten der Episoden konzentrieren sich auf Stadtteile und Gebäude, die verschwunden sind oder radikal verändert wurden. Zu den gezeigten Schauplätzen gehören die elegante Struktur der alten Elisabethbrücke (Erzsébet híd), die temporäre Pavillonstadt der Millenniumsausstellung, prächtige Palastinterieurs aus der Jahrhundertwende sowie Kuppeln und Dachverzierungen, die nach Kriegsschäden nie wieder aufgebaut wurden.

Die Filme befassen sich auch mit dem Phänomen der “skalpierten Stadt”, den Narben, die der Zweite Weltkrieg und die Revolution von 1956 hinterlassen haben, sowie mit dem industriellen Aufschwung der österreichisch-ungarischen Monarchie und der langjährigen Rivalität zwischen Budapest und Wien. All diese Themen kreisen um eine einzige Frage: Was bedeutete das goldene Zeitalter der Stadt damals, und was bedeutet es im kollektiven Gedächtnis von heute?

Archivbilder, menschliches Handwerk

Mehr als 700 historische Fotografien bilden das Rückgrat des Projekts. Durch die subtile Animation dieser Bilder können die Betrachter fast in die Stadt eintreten, wie sie einst war, und sich sowohl durch Raum als auch Zeit bewegen.

Die Macher haben bewusst auf KI verzichtet.

Für Regisseur Kondacs war dies keine technologische Entscheidung, sondern eine Frage des Vertrauens. Sie wollten vermeiden, falsche Bilder zu erzeugen oder Details künstlich zu rekonstruieren, für die es keine zuverlässigen Quellen gibt. Sie sind der Meinung, dass historische Bilder menschliches Urteilsvermögen erfordern, um zu verhindern, dass die Vergangenheit zu einer spektakulären, aber ungenauen Illustration wird.

Vier Autoren haben über drei Jahre lang an den Filmen gearbeitet und dabei umfangreiche Recherchen mit einer akribischen Bild-für-Bild-Animation kombiniert. Diese langsame, handwerkliche Herangehensweise prägt den Rhythmus der Filme, die es den Bildern erlauben zu atmen, anstatt den Zuschauer zu hetzen.

Wenn die Stadt spricht

Die Erzählung folgt der gleichen Philosophie. Anstelle von akademischen Erklärungen führen die Stimmen den Zuschauer sanft und versuchen, eine emotionale Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.

Der mit dem Kossuth- und Jászai-Mari-Preis ausgezeichnete Schauspieler Pál Mácsai sagte über die Filme, er habe das Gefühl, als ob jedes Bild die Räume seines eigenen Lebens zeige, als ob alte Fotografien plötzlich durch eine Art moderne Magie in Bewegung geraten seien.

In Ton und Stil erinnern die Kurzfilme an den früheren Film Budapest Születése (Budapests Geburt) des Studios, der anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Hauptstadt entstand. Sie können ihn sich unten ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=FnuDMr7QCDo

Das Budapest Filmbox-Album ist in einer A5-Ausgabe mit allen 25 Filmen sowie in einer kleineren Mini-Version mit 12 Filmen erhältlich.

Lesen Sie mehr über die ungarische Geschichte auf Daily News Hungary!

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