Budapests neuer Hauptplatz nimmt Gestalt an – lang ersehnter Stadtzentrumspark erhält endgültige Genehmigung

Eine lang erwartete Umgestaltung im Herzen von Budapest soll nun voranschreiten, nachdem die Hauptstadt die endgültige Genehmigung für den Bau des neuen Rathausparks (Városháza-Park) erhalten hat. Im Rahmen des Projekts wird ein ehemaliger Regierungs-Parkplatz durch eine große öffentliche Grünfläche ersetzt, die laut Bürgermeister Gergely Karácsony zum „neuen Hauptplatz“ Budapests werden soll.

Der Bürgermeister gab am Dienstag bekannt, dass das Budapester Regierungsamt die Denkmalschutzgenehmigung erteilt habe, womit ein langwieriger Genehmigungsprozess abgeschlossen sei und die Arbeiten nun in die Phase der detaillierten Bauplanung übergehen könnten.

Sieben Jahre Vorbereitungszeit

Karácsony erinnerte daran, dass die Schaffung des Parks zu seinen frühesten Wahlversprechen gehörte, als er vor rund sieben Jahren erstmals für das Amt des Bürgermeisters kandidierte. Damals konnte man das eingezäunte Gelände nur von einer Leiter aus betrachten, da der Bereich lange Zeit als gesperrter Büro-Parkplatz ohne nennenswerte Vegetation gedient hatte.

Nach Angaben des Bürgermeisters verzögerte sich das Projekt durch jahrelange Planungsphasen, öffentliche Anhörungen, Vergabeverfahren und behördliche Genehmigungen. Als weitere Faktoren, die den Fortschritt behinderten, nannte er die staatliche Bürokratie sowie die finanziellen Auseinandersetzungen der Hauptstadt mit der vorherigen Regierung.

Bevor mit den Arbeiten am Park begonnen werden konnte, musste die Stadt zudem die baufällige Fassade des Budapester Rathauses sanieren und das seit langem geschlossene Kulturzentrum „Merlin“ restaurieren, das Teil der umfassenderen Neugestaltung ist.

Entworfen für den Klimawandel

Der Rathauspark wurde mit dem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit konzipiert. Das Projekt umfasst das Konzept der „Schwammstadt“, das darauf abzielt, das Regenwassermanagement zu verbessern und den Raum widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen.

Die Pläne sehen rund 7.730 Quadratmeter Grünfläche, 6.966 Quadratmeter regenwassersammelndes Pflaster sowie 850 Quadratmeter wasserdurchlässige Flächen vor. Der Park wird zudem 80 Bäume umfassen, die nach der Stockholmer Pflanzmethode gepflanzt werden – einer Technik, die gesündere Bodenbedingungen für Stadtbäume schafft, sodass diese größer werden, länger leben und gleichzeitig mehr Schatten spenden können.

Die Landschaftsgestaltung umfasst zudem umfangreiche Staudenbepflanzungen, um die Artenvielfalt zu erhöhen und den Komfort der Besucher während der zunehmend heißen Sommer zu verbessern.

Mehr als nur ein Park

Das Projekt ist Teil des umfassenderen „Open City Hall“-Konzepts, das darauf abzielt, den historischen Rathauskomplex für Einwohner und Besucher zugänglicher zu machen.

Geplant sind unter anderem die Öffnung des Erdgeschosses des Gebäudes, die Sanierung des weitläufigen Ratskellers unterhalb des Festsaals sowie die Schaffung von Cafés, Terrassen und Gastronomiebetrieben, die direkt an den neuen öffentlichen Platz anschließen.

Karácsony erklärte, das Projekt solle weit mehr als nur einen weiteren Stadtpark schaffen. Stattdessen beschrieb er den Rathauspark als neuen bürgerlichen Treffpunkt, der in den kommenden Jahrzehnten als zentraler öffentlicher Platz Budapests dienen werde.

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