China verlängert die visafreie Einreise für Ungarn: was genau bedeutet das?

China hat die visafreie Einreise für ungarische Staatsbürger um ein weiteres Jahr verlängert, teilte Außenminister Péter Szijjártó am Sonntag mit. Die Entscheidung gilt für alle Arten von Reisen, einschließlich Studien, Tourismus und Geschäftsbesuche. Im Gegenzug wird die ungarische Regierung auch ihre Visaerleichterungen für chinesische Staatsangehörige verlängern.
Gegenseitige Erleichterung der Vorschriften und Schnellvisa für chinesische Geschäftsreisende
China hat die Visumspflicht für ungarische Bürger erstmals im Frühjahr 2024 aufgehoben und wird diese Regelung nun für ein weiteres Jahr beibehalten. Laut Szijjártó haben die Beziehungen zwischen den beiden Ländern seit dem Besuch des chinesischen Präsidenten in Ungarn im vergangenen Jahr “neuen Schwung” erhalten.
Der Minister betonte, dass Ungarn weiterhin innerhalb von 48 Stunden Visa für chinesische Führungskräfte und Geschäftsleute ausstellen wird, die für eine wirtschaftliche oder kommerzielle Zusammenarbeit anreisen.
Szijjártó betonte, dass “Ungarns Strategie funktioniert”, und fügte hinzu, dass das Land sich weiterhin dafür einsetzt, Ost und West zu verbinden, anstatt die “Aufteilung der Welt in Blöcke” zu unterstützen.

Noch nie da gewesene Menge an chinesischen Waren, die über Budapest nach Europa gelangen
Die Nachricht von der Verlängerung der Visumspflicht kommt zu einer Zeit, in der Ungarn für chinesische E-Commerce-Pakete, die in die Europäische Union gelangen, zu einem wichtigeren logistischen Knotenpunkt geworden ist als je zuvor.
Nach Angaben der ungarischen Nationalen Steuer- und Zollverwaltung (NAV) kamen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 165 Millionen Pakete von außerhalb der EU in Ungarn an, doch nur 16% waren für ungarische Adressen bestimmt, berichtet Telex. Über 90% der Pakete kommen auf dem Luftweg an, die meisten davon aus China. Der Rest wird hauptsächlich nach Österreich, in die Slowakei und in die Länder des westlichen Balkans weitergeleitet.
Der Budapester Flughafen hat in der ersten Hälfte des Jahres 2025 mit 200.000 Tonnen Luftfracht ebenfalls einen neuen Rekord aufgestellt: ein Anstieg von 50% im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg wurde durch den raschen Ausbau von Plattformen wie Shein und Temu weiter vorangetrieben.

Mögliche EU-Beschränkungen: Die Ära der zollfreien chinesischen Pakete könnte zu Ende gehen
Die EU-Mitgliedstaaten sind zunehmend unzufrieden mit der Flut von billigen, oft unterbewerteten Paketen aus China. Die Zahl der als zollfrei deklarierten Sendungen unter dem Schwellenwert von 150 EUR stieg auf 4,6 Milliarden im Jahr 2024, wobei 91% aus China stammen.
Der Rat Wirtschaft und Finanzen der EU hat sich nun auf die Abschaffung der Zollbefreiung geeinigt. Die Details werden noch ausgearbeitet, aber eine Übergangsregelung – die die zollfreie Einfuhr beenden würde – könnte bereits 2025 in Kraft treten.
Der Budapester Flughafen ist der Ansicht, dass die Maßnahme keine wesentlichen Auswirkungen auf seinen Betrieb haben wird, da der elektronische Handel ein robuster und schnell wachsender Sektor bleibt.
Direktflüge von Budapest in sieben chinesische Städte
Auch der Passagierverkehr zwischen den beiden Ländern nimmt zu. Budapest hat derzeit Direktverbindungen zu sieben chinesischen Städten: Peking, Shanghai, Shenzhen, Ningbo, Xi’an, Chongqing und Guangzhou. Mehrere Fluggesellschaften bieten mehrere Flüge pro Woche an, wobei einige Strecken täglich bedient werden.


