Das gesamte Ausmaß der Schäden wird erst bei rekordtiefen Wasserständen sichtbar – warum wird die Donau immer noch verschmutzt? – Fotos

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Jedes Mal, wenn der Wasserstand auf ungewöhnlich niedrige Werte sinkt, sickert in Óbuda weiterhin eine gelbgrüne, übelriechende Flüssigkeit in die Donau – doch es wird nichts unternommen. Das zuständige staatliche Unternehmen hat bislang einen Plan nach dem anderen vorgelegt, obwohl bereits ein Bruchteil seiner Gewinne ausreichen würde, um das Gelände zu sanieren und Budapest eine bedeutende Chance zur Erschließung einer Brachfläche zu bieten. Was geschieht also im Gaswerk Óbuda?

Jeder weiß davon, doch in der Praxis geschieht nichts

Seit Jahrzehnten verbirgt sich unter einem der wertvollsten Abschnitte des Donauufers in Budapest ein schwerwiegendes Umwelterbe. Während der mehr als 70-jährigen Betriebszeit zwischen 1913 und 1984 wurden rund 200.000 Tonnen gefährlicher, krebserregender Stoffe im Boden des ehemaligen Óbuda-Gaswerks vergraben. Da diese Verunreinigungen ins Grundwasser sickern, verschmutzen sie bei niedrigem Wasserstand weiterhin den Óbuda-Abschnitt der Donau.

Infolge der Kokerei- und Steinkohlenteerverarbeitungsprozesse des Gaswerks war der Boden stark mit Naphthalinen, giftigen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Xylolen, krebserregendem Benzol und Arsen belastet. Damals schien offenbar niemand zu ahnen, dass dies zu einem Problem werden könnte – doch die Umweltschäden sind spätestens seit 1990 bekannt.

Warum gelangt die Verschmutzung in die Donau?

Das kontaminierte Grundwasser fließt in Richtung des Óbuda-Arms der Donau. Bei hohem Wasserstand hält der Druck des Flusses diese Bewegung teilweise zurück. Sinkt der Wasserstand jedoch, lässt der Gegendruck nach, und das verschmutzte Grundwasser kann in den Fluss gelangen. Frühere Studien haben dieses Phänomen dokumentiert, doch da der Wasserstand derzeit außergewöhnlich niedrig ist, ist es auch mit bloßem Auge deutlich zu erkennen: Eine gelbgrüne, hochgiftige, übelriechende Substanz sickert fast ununterbrochen in den Fluss. Die Sperrwand kann sie nur teilweise zurückhalten.

Wer muss für die Sanierung aufkommen?

Nach dem Verursacherprinzip liegt die Sanierung in der Verantwortung des Rechtsnachfolgers des ehemaligen kommunalen Versorgungsunternehmens FŐGÁZ. Nachdem FŐGÁZ in staatlichen Besitz überging, ging diese Verpflichtung letztendlich auf den Staat über und liegt nun bei der staatlichen MVM Next Zrt. Graphisoft Park erwarb den südlichen Teil des Geländes im Jahr 1996 unter der Voraussetzung, dass gemäß dem Kaufvertrag die Sanierung in der Verantwortung des Verkäufers verblieb. Dennoch haben die Arbeiten noch immer nicht begonnen.

Im Jahr 2015, als die Sanierung noch in der Verantwortung des damaligen kommunalen Versorgungsunternehmens FŐGÁZ lag, genehmigten die Behörden einen detaillierten Sanierungsplan, wonach die Sanierung bis 2017 bzw. spätestens bis 2019 hätte abgeschlossen sein sollen. Spätere Ausschreibungsverfahren ergaben jedoch, dass die zuvor dafür vorgesehenen 6,6 Milliarden Forint sowie jeweils weitere 1,5 Milliarden Forint von den damaligen Eigentümern von FŐGÁZ – RWE und der Stadt Budapest – nicht ausreichen würden: Die geschätzten Kosten waren bereits auf rund 20 Milliarden Forint gestiegen.

Budapest opens its newest free riverside Danube beach
Ein
Donau-Strand in Budapest. Foto: Facebook/Karácsony Gergely

Die ursprüngliche Lösung bestand darin, den kontaminierten Boden auszuheben, abzutransportieren und an anderer Stelle zu deponieren. Doch es gab erhebliche logistische Hindernisse: In Ungarn gab es nicht genügend Deponiekapazitäten, und die Arbeiten hätten täglich 50 bis 60 Lkw-Ladungen Sondermüll bedeutet. Auch eine physikalische und chemische Behandlung vor Ort wurde geprüft, doch es konnte keine akzeptable Lösung gefunden werden.

Eine weitere Frist, ein weiteres Verfahren, eine weitere Verzögerung

Die zuvor festgelegten Fristen wurden mehrfach geändert. Nach dem aktuellen Zeitplan soll der frühere Interventions- und Überwachungsplan bis zum 31. Dezember 2026 überprüft werden. Graphisoft Park legte dagegen Einspruch ein, und der Stadtrat von Budapest schloss sich dem Rechtsstreit an, mit der Begründung, dass die willkürliche Änderung der Fristen durch die vorherige Regierung inakzeptabel sei. Ein Gericht hob den Beschluss im Jahr 2025 auf, was bedeutet, dass der 31. Dezember 2026 derzeit keine gültige Sanierungsfrist darstellt.

Drought Danube Parliament Budapest
Historische Dürre. Foto: Anadolu/Robert Nemeti

Gibt es Mittel für die Sanierung?

Die Kosten sind im Laufe der Jahre stark gestiegen. Neben der früheren Schätzung von etwa 20 Milliarden Forint gab es bereits im Jahr 2025 Berichte, wonach ein vollständiger Bodenaustausch 30 bis 40 Milliarden Forint kosten könnte. Die bei MVM gebildete Umwelt-Rücklage in Höhe von mehreren Milliarden bezieht sich jedoch auf mehrere Altlastenstandorte, sodass nicht zwangsläufig davon auszugehen ist, dass solche Summen speziell für das Gaswerk Óbuda zur Verfügung stehen. Ein im Dezember 2024 von der Podmaniczky-Bewegung – damals unter der Leitung des heutigen Verkehrsministers Dávid Vitézy – vorgelegter Vorschlag argumentierte, dass allein die Gewinne von MVM ausreichen würden, um die Arbeiten mit nur einem kleinen Teil dieser Mittel durchzuführen.

MVM erklärt jedoch, es müsse eine neue Technologie gefunden werden, mit der die Arbeiten effizienter und umweltfreundlicher als bisher durchgeführt werden können. Das Problem besteht darin, dass weitere Studien, Genehmigungen und rechtliche Verfahren eine tatsächliche Sanierung nur verzögern.

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Ist das Leitungswasser in Budapest sicher?

Ja. Das Leitungswasser in Budapest ist derzeit sicher und trinkbar, und der städtische Wasserversorger überprüft regelmäßig die Wasserqualität, um sicherzustellen, dass sie den vorgeschriebenen Standards entspricht. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Verunreinigung durch das Gaswerk kein Umweltrisiko darstellt. Ein erheblicher Teil der Trinkwasserversorgung Budapests basiert auf Wasserquellen, die durch Uferböschungen gefiltert werden, weshalb der Schutz der Wasserqualität der Donau eine langfristige Priorität darstellt.

Heat dome heatwave Danube drought
Foto: Facebook/Valyo, város és a folyó

Die Verschmutzung durch das Gaswerk Óbuda macht das Budapester Leitungswasser derzeit zwar nicht unsicher, doch die Einleitung gefährlicher Stoffe in den Fluss ist ein Problem, das durch Sanierungsmaßnahmen beseitigt werden sollte.

Die Kontamination ist seit Anfang der 1990er Jahre bekannt. Seitdem gab es Pläne, Fristen, technische Studien und Gerichtsverfahren – doch die eigentliche Sanierung hat noch immer nicht begonnen. Die Frage lautet nun nicht mehr, ob das Problem besteht, sondern wann endlich damit begonnen wird, die giftigen Stoffe vom Gelände des Gaswerks Óbuda zu entfernen.

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