Der Wasserstand der Donau sinkt erneut: Großangelegte Maßnahmen zum Schutz des Kernkraftwerks Paks geplant – Bilder

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Der Wasserstand der Donau sinkt in Ungarn nach einem vorübergehenden Anstieg erneut, was erneut Bedenken hinsichtlich der Kühlwasserversorgung des Kernkraftwerks Paks aufkommen lässt. Da Prognosen auf einen weiteren starken Rückgang hindeuten, treibt die Regierung ein außergewöhnliches Ingenieursprojekt voran, durch das der Flusspegel in der Nähe des Kühlwasserkanals des Kraftwerks um bis zu einen Meter angehoben werden könnte.
Offizielle Daten der Wasserwirtschaft zeigten am Donnerstagmorgen einen Pegelstand der Donau bei -118 Zentimeter in Paks, nach -115 Zentimetern um Mitternacht. Die Prognose der Nationalen Wasserbehörde deutete darauf hin, dass sich der Rückgang in den kommenden Tagen fortsetzen könnte.
Wie „Portfolio“ berichtete, erfolgt dieser erneute Rückgang kurz nachdem sich die Wasserstände vorübergehend verbessert hatten. Am Donnerstagmorgen lag der Pegel bereits neun Zentimeter unter dem am Vortag gemessenen Wert.
Warum der Wasserstand der Donau für Paks von entscheidender Bedeutung ist
Für ausländische Leser kann die Bedeutung des Flusses für das ungarische Stromnetz gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Kernkraftwerk Paks, das etwa 100 Kilometer südlich von Budapest liegt, nutzt Donauwasser zur Kühlung.
Niedrige Wasserstände können daher die Menge an Kühlwasser einschränken, die sicher aus dem Fluss entnommen werden kann, was das Kraftwerk dazu zwingt, die Stromproduktion zu drosseln. Nach Angaben der ungarischen Regierung haben niedrige Wasserstände in diesem Jahr bereits mehrfach Leistungsbeschränkungen erforderlich gemacht.
Die Behörden bereiten sich nun auf die Möglichkeit eines weiteren raschen Absinkens des Wasserstands vor. Nach Angaben der Regierung könnte der Wasserstandder Donau in der Nähe von Paks ohne Eingriffe nächste Woche erneut auf -140 Zentimeter sinken – ein Niveau, das das Kraftwerk vor einer vollständigen Produktionsunterbrechung stellen könnte.
Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich. Die Regierung schätzt, dass eine Stilllegung von Paks den ungarischen Haushalt monatlich mindestens 50 Milliarden HUF (rund 137 Millionen Euro) kosten würde. Die Kosten für die Notfallmaßnahmen am Fluss selbst werden auf rund 6 Milliarden HUF (16,5 Millionen Euro) geschätzt. Die Umrechnungen in Euro basieren auf dem letzten verfügbaren offiziellen Wechselkurs der Ungarischen Nationalbank.
Wie wir heute berichteten, ist die Gefahr noch nicht gebannt; die Wasserversorgung von Budapest steht erneut unter Druck
Quer über die Donau wird eine Steinbarriere errichtet
Die wichtigste Lösung ist ein ungewöhnliches Bauwerk, das als Flussbettschwelle – auf Ungarisch „fenékküszöb“ – bezeichnet wird.
Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány stellte das geplante Bauwerk in einem Video vor, das nach der Regierungssitzung in Paks veröffentlicht wurde. Laut einem separaten Bericht von „Portfolio“, der Abbildungen aus Kapitánys Video enthält, wird die Schwelle senkrecht zur Strömungsrichtung der Donau verlaufen und mehr als 150.000 Tonnen Gestein erfordern. Die Arbeiten sollen von beiden Ufern aus gleichzeitig beginnen.

Bevor die Hauptkonstruktion errichtet wird, werden die Arbeiter eine schützende Steinschicht auf dem Flussbett anlegen, um zu verhindern, dass die Strömung die Schwelle untergräbt. Anschließend werden große, mehrere Tonnen schwere Felsbrocken in den Fluss eingebracht. Nach Angaben der Regierung werden zunächst 35.000 Kubikmeter und anschließend weitere 110.000 Kubikmeter Gestein verwendet.
Ziel ist es, zu verhindern, dass der Wasserstand im Kühlkanal unter -90 Zentimeter fällt. Den Plänen zufolge könnte die Anlage den Wasserstand im betreffenden Abschnitt um bis zu einen Meter anheben.


Zwei 80 Meter lange Lastkähne als Notfallreserve bereitgestellt
Da die Fertigstellung der dauerhaften Konstruktion mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird, haben die Behörden zudem eine schnellere vorübergehende Lösung vorbereitet.
Zwei 80 Meter lange Lastkähne werden derzeit in der Nähe von Paks positioniert. Sollte der Wasserstand der Donau vor Fertigstellung der Schwelle zu schnell sinken, könnten die Schiffe an dafür vorgesehenen Stellen gezielt versenkt werden. Nach Schätzungen der Behörden könnte dies den Wasserstand vorübergehend um etwa 20 Zentimeter anheben.
Die Arbeiten an der Flussbettschwelle werden voraussichtlich rund um die Uhr fortgesetzt, wobei die Regierung anstrebt, das Projekt innerhalb von etwa drei bis vier Wochen abzuschließen. Zur Unterstützung der Maßnahme wurden zudem rund 100 Militärangehörige abgestellt.
Kapitány betonte, dass der ungewöhnlich straffe Zeitplan die Anforderungen an die nukleare Sicherheit nicht außer Kraft setzen werde: Experten für Wasserwirtschaft, Energie und Nuklearfragen sollen während des gesamten Projekts einbezogen werden.
Bislang hat sich die leichte Entspannung an der Donau als vorübergehend erwiesen. Da der Wasserstand der Donau wieder sinkt und Prognosen auf erneut kritische Zustände hindeuten, werden die nächsten Tage darüber entscheiden, ob die Notfall-Lastkähne benötigt werden, bevor die weitaus umfangreicheren Maßnahmen am Flussbett beginnen können, um Paks langfristig zu schützen.
Wie wir gestern berichteten: Ministerpräsident Magyar kündigt Maßnahmen zur Anhebung des Donau-Wasserstands in der Nähe des Kernkraftwerks Paks an

