Die Barauszahlung für das Recycling von Flaschen könnte in Budapest bald wegfallen

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Ungarns Flaschenrecyclingsystem könnte vor einer großen Veränderung stehen, da die Barauszahlung für zurückgegebene Flaschen und Dosen an den REpont-Sammelstellen möglicherweise abgeschafft wird.

Bargeld könnte bald aus dem ungarischen Flaschenrückgabesystem verschwinden

MOHU, das für das ungarische Pfandrückgabesystem (DRS) zuständige Unternehmen, schlägt der Regierung vor, die Möglichkeit zur Auszahlung des Pfandbetrags von 50 Forint in bar abzuschaffen. Stattdessen könnten Verbraucher einen Gutschein für Einkäufe nutzen oder sich den Betrag über die REpont-App auf ihr Bankkonto überweisen lassen. Auch Spenden an wohltätige Zwecke würden weiterhin möglich sein.

Der Vorschlag erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis in Budapest hinsichtlich der Praxis, dass Menschen Pfandflaschen aus den Sammelbehältern sammeln, sowie der damit verbundenen Probleme wie Vermüllung, beschädigte Abfallbehälter und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Zudem wurden mehrfach Vorwürfe laut, dass viele der Betroffenen das Geld aus dem Sammeln und dem Recycling dieser Flaschen für Drogen ausgeben.

Das MOHU schlägt vor, Barauszahlungen einzustellen

Csaba Bozóki, der für das Pfandrückgabesystem zuständige Direktor des MOHU, kündigte den Vorschlag in einem Facebook-Video an und argumentierte, dass Bargeld für das System nicht erforderlich sei. Nach den derzeitigen Regelungen kann ein von einem Rücknahmeautomaten ausgestellter Gutschein in dem jeweiligen Geschäft gegen Bargeld eingelöst werden. Eine Änderung hierfür würde eine Novellierung der Regierungsverordnung erfordern, die das System regelt.

Berichten zufolge hat das MOHU den Vorschlag bereits mit Vertretern der Stadt Budapest und ihrer Stadtbezirke erörtert. Ein gemeinsamer Vorschlag des MOHU, der Hauptstadt und der Stadtbezirke könnte schließlich der Regierung vorgelegt werden.

Das Sammeln und Recyceln von Flaschen ist in Budapest zu einem Problem geworden

Seit der Einführung des Pfands in Höhe von 50 HUF im Jahr 2024 hat das System die Sammlung und das Recycling von Getränkeverpackungen drastisch gesteigert. Allerdings hat es in Budapest auch ein neues Phänomen hervorgerufen: Menschen durchsuchen Mülltonnen nach Pfandflaschen und -dosen. Mehrere Bezirksbürgermeister geben an, dass dies dazu beigetragen hat, dass Müll um die Mülltonnen herum liegen bleibt, Behälter beschädigt oder umgeworfen werden und die örtlichen Reinigungsdienste zusätzlich belastet werden.

Der Bürgermeister von Terézváros (6. Bezirk von Budapest), Tamás Soproni, hatte zuvor gefordert, das Recycling-System vorübergehend auszusetzen, bis die Probleme behoben werden könnten. Die Regierung lehnte diesen Vorschlag ab, während das MOHU betonte, dass das Pfand-Rückgabesystem gemäß den EU-Vorschriften vorgeschrieben ist und nicht einfach abgeschafft werden kann, wie HVG.hu berichtete.

MOHU: Das System hat die zugrunde liegenden Probleme nicht verursacht

Bozóki hat argumentiert, dass Obdachlosigkeit, Drogenabhängigkeit und tiefe Armut im Zentrum von Budapest keine neuen Probleme seien, die durch das Pfandwesen verursacht worden seien.

„Dies sind sehr wichtige soziale Probleme, über die wir sprechen müssen“, sagte er und betonte zugleich, dass eine Lösung die Einbeziehung von Kommunalverwaltungen, sozialen Organisationen und den Behörden erfordern sollte. Befürworter der Abschaffung von Barauszahlungen sind dennoch der Ansicht, dass diese Maßnahme den Anreiz verringern könnte, Flaschen aus den Containern zu sammeln, um sofort Bargeld zu erhalten.

Wer könnte davon betroffen sein?

Kritiker warnen, dass die Abschaffung von Bargeld das System für manche Menschen weniger zugänglich machen würde. Personen ohne Bankkonto oder Smartphone oder solche, die ihre Kaution in Höhe von 50 HUF einfach in bar zurückerhalten möchten, könnten mit zusätzlichen Schwierigkeiten konfrontiert werden. Der Vorschlag würde somit lediglich die Art und Weise ändern, wie Menschen ihre eigene Kaution zurückerhalten, ohne die weiterreichenden Probleme wie Obdachlosigkeit, Armut oder Drogenkonsum anzugehen.

Die Regierung steht nun vor der Entscheidung, ob sie die Vorschriften ändern soll. Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, könnte Bargeld bald aus dem ungarischen REpont-System verschwinden, sodass den Käufern Gutscheine, Banküberweisungen oder Spenden für wohltätige Zwecke als wichtigste Alternativen verbleiben würden.

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