Die letzten Umfragen vor der Wahl in Ungarn zeigen unterschiedliche Ergebnisse

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Vor den ungarischen Parlamentswahlen am Sonntag zeichnen die Meinungsforschungsinstitute ein sehr unterschiedliches Bild von dem, was passieren könnte. Unabhängige Meinungsforschungsinstitute sehen die Oppositionspartei Tisza im Aufwind, während regierungsnahe Meinungsforscher behaupten, dass die Unterstützung für die regierende Fidesz stabil und sicher bleibt.
Nach der jüngsten Sitzprognose von Átlátszós Választási Monitor (Wahlmonitor) wird der Ausgang der Wahl weitgehend davon abhängen, welche Gruppe von Meinungsforschungsinstituten der Realität näher kommt. Wenn die unabhängigen Institute richtig liegen, wird die entscheidende Frage nicht sein, ob Theiß gewinnt – sondern wie groß ihr Sieg sein wird. Eine verfassungsmäßige Zweidrittelmehrheit bleibt möglich, wenn die traditionell regierungsfreundlichen Wahlkreise umschwenken.
Unabhängige Umfragen deuten auf einen starken Vorsprung der Theiss einen Tag vor den Wahlen hin
Jüngste Daten des Forschungsinstituts Medián deuten auf einen stetigen Anstieg der Unterstützung für Theiß hin. Die Umfrage vom 8. April zeigt, dass die Partei in der Gesamtbevölkerung um zwei Punkte zugelegt hat, während der Fidesz stagniert. Bei den überzeugten Wählern könnte sich dies in einem deutlichen Vorteil niederschlagen. Die Sitzprognose von Medián deutet auf eine mögliche Zweidrittelmehrheit mit 141 Parlamentssitzen hin – ein Ergebnis, das die bisherigen Siege der Fidesz in der Größenordnung übertreffen würde.
Weitere unabhängige Umfragen von 21 Kutatóközpont gehen ebenfalls von einer Zweidrittelmehrheit an der Theiß aus, während neue Untersuchungen von IDEA Intézet und Iránytű Intézet auf eine klare, aber kleinere Mehrheit hindeuten.

Regierungsnahe Umfragen zeichnen ein ganz anderes Bild
Im Gegensatz dazu zeichnen die Umfragen von Organisationen wie Nézőpont Intézet, Alapjogokért Központ und XXI. Század Intézet zeigen wenig Bewegung in der Unterstützung der Partei. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Fidesz einen stetigen Vorsprung von etwa fünf bis acht Prozentpunkten behält. Allerdings räumen auch diese Institute ein, dass die Fidesz mehrere wichtige Wahlkreise verlieren könnte, darunter in Städten wie Debrecen, Szolnok und Győr.
Was wird sich in Ungarn ändern, wenn Orbán verliert? Steuern, EU-Gelder, Institutionen und das alltägliche Leben erklärt. Außerdem füllen Zehntausende den Budapester Heldenplatz für ein siebenstündiges Anti-Orbán-Konzert “Systembrecher”.
Wichtige Wahlkreise könnten über den Ausgang der Wahl entscheiden
Das Modell von Election Monitor zeigt nun, dass der Durchschnitt aller Umfragedaten knapp zugunsten von Tisza ausfällt, so dass eine knappe parlamentarische Mehrheit das wahrscheinlichste Szenario ist. Das Risiko eines festgefahrenen Drei-Parteien-Parlaments ist ebenfalls gesunken, auch weil die Unterstützung für die rechtsextreme Mi Hazánk Mozgalom (Unsere Heimatbewegung) weniger sicher erscheint.
Die Projektion unterstreicht, dass enge Wettkämpfe in umkämpften Bezirken – insbesondere in Kecskemét – das parlamentarische Gleichgewicht bestimmen könnten. Die Wahlkampfbesuche sowohl von Viktor Orbán als auch von Péter Magyar unterstreichen die Bedeutung dieser Wahlkreise.
Wenn sich unabhängige Umfragen als richtig erweisen, könnte sich Theiß sogar einer verfassungsmäßigen Mehrheit nähern, obwohl dies Siege in historisch pro-Fidesz-Bezirken wie Szigetvár, Hatvan und Mezőkövesd erfordern würde.

