Die überraschenden Gründe, warum Viktor Orbáns Vater wegen seines Schlossprojekts mit einer Geldstrafe in Millionenhöhe belegt wurde

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Der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán hat betont, dass er nichts mit dem Anwesen in Hatvanpuszta zu tun habe, das viele mit französischen Schlössern aus dem 18. und 19. Jahrhundert verglichen haben. Andere haben sich gefragt, warum sein Vater, der bald seinen 86. Geburtstag feiert, einen meditativen Spazierweg oder einen prächtigen Empfangsbereich von mehreren hundert Quadratmetern benötigen sollte. Ihm wurde nun eine Geldstrafe in Höhe von mehreren Millionen Forint auferlegt, während die Zahl der Beschwerden gegen das Projekt weiter steigt.

Woher stammte das Geld?

Győző Orbán sen., der Vater des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, stammte weder aus wohlhabenden Verhältnissen noch war er Geschäftsmann. Dennoch gelang es ihm – und viele halten die Umstände dafür zumindest für fragwürdig –, im Zuge der Privatisierung den Steinbruch in Gánt zu erwerben. Später erwarb er weitere Steinbrüche, gründete ein Logistikunternehmen und erhielt während der Regierungszeiten seines Sohnes wiederholt Aufträge zur Belieferung großer staatlicher Bauprojekte.

Dies ging so weit, dass die Dolomit Kft allein im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,6 Milliarden HUF erzielte, von dem Herr Orbán sen. 1,3 Milliarden HUF als Dividende bezog. Die Gánt Kő Kft trug vergleichsweise bescheidene 50 Millionen HUF bei.

Ein Teil dieser Dividenden in Milliarden-Forint-Höhe könnte problemlos luxuriöse Bauprojekte finanzieren, wie beispielsweise den Umbau des ehemaligen Habsburger Anwesens in Hatvanpuszta bei Alcsútdoboz zu einem Schloss. Die Ungarische Architektenkammer erklärt jedoch, dass die Arbeiten rechtswidrig durchgeführt wurden.

The Hatvanpuszta luxury estate of Viktor Orbán's father
Foto: Facebook/Péter Magyar

Ákos Hadházy, der ehemalige unabhängige Abgeordnete, hatte bereits eine Beschwerde wegen der mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten eingereicht, die jedoch damals zurückgewiesen wurde. Die Polizei könnte nun Ermittlungen einleiten.

Eine Geldstrafe in Höhe von mehreren Millionen Forint

Laut RTL Híradó verhängte die Ungarische Architektenkammer gegen die an dem Bauvorhaben Beteiligten eine Geldstrafe in Höhe von fast 6 Millionen HUF. Sie erklärte unter anderem, dass sie den Abriss denkmalgeschützter Gebäude – dabei bezog sie sich auf die ehemaligen Habsburger Stallungen – nicht genehmigt habe, der Abriss dennoch stattgefunden habe.

Dániel Taraczky, der für das Hatvanpuszta-Projekt verantwortliche Architekt, wurde in dieser Angelegenheit bereits gerügt und mit einer Geldstrafe belegt, wenngleich die Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist.

Orbán estate Hatvanpuszta
Die Bibliothek von Viktor Orbáns Vater auf dem Anwesen Hatvanpuszta. Foto: FB/unabhängiger Abgeordneter Ákos Hadházy

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Herr Orbán hat stets betont, dass er keinerlei Verbindung zum Anwesen seines Vaters habe. Gergely Gulyás, ehemaliger Minister im Amt des Ministerpräsidenten und späterer Vorsitzender der Fidesz-Fraktion, hat behauptet, bei dem Gelände habe es sich nicht um die Zerstörung, sondern um die Erhaltung des Kulturerbes gehandelt – obwohl das ehemals denkmalgeschützte Gebäude abgerissen wurde.

Die Architektenkammer erklärt dennoch, dass die Zerstörung der denkmalgeschützten Stallungen rechtswidrig war. Sie verwies unter anderem auf einen Zierteich, Sonnenkollektoren und Stützmauern, die ohne die erforderliche Anmeldung errichtet worden seien.

Orbán estate Hatvanpuszta
Foto: FB/unabhängiger Abgeordneter Ákos Hadházy

Taraczky und Orbán befinden sich derzeit in Serbien. Zuvor hatten sie gemeinsam mit Oszkár Világi, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von MOL, an einem Trompetenfestival teilgenommen.

Viktor Orbán wurde in Serbien zusammen mit einem MOL-Führungskraft und dem umstrittenen Architekten des Hatvanpuszta-Anwesens gefilmt

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