Donau-Kreuzfahrtschiff läuft in Ungarn auf Grund und lässt Passagiere über Silvester stranden

Rund 200 Flusskreuzfahrtpassagiere mussten die Silvesternacht auf der Donau verbringen, nachdem ihr Hotelschiff in der Nähe der ungarischen Stadt Gönyű auf Grund gelaufen war und eine Festtagsreise von Deutschland in die Slowakei entgleiste.
Die 135 Meter lange MS nickoVISION, die von nicko cruises betrieben wird, blieb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf dem Weg von Budapest nach Bratislava in seichtem Wasser stecken, berichtete iho.hu. Trotz wiederholter Rettungsversuche blieb das Schiff mehr als 24 Stunden lang unbeweglich.
Niedriger Wasserstand stört Donau-Kreuzfahrt
Die Kreuzfahrt war am 26. Dezember von Passau aus gestartet und bot den Passagieren eine Urlaubsroute, die Melk, Wien und Budapest umfasste, zu einem Startpreis von rund 1.276 Euro pro Person. Der niedrige Wasserstand der Donau hatte jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Reise Probleme verursacht.
Anstatt in Budapest einzulaufen, wurden die Passagiere mit einem Reisebus zur Besichtigung der ungarischen Hauptstadt gebracht, bevor sie zum Schiff zurückkehrten, um die Kreuzfahrt fortzusetzen. Der nächste planmäßige Halt war Bratislava in der Silvesternacht: ein Ziel, das das Schiff schließlich nie aus eigener Kraft erreichte.

Rettungsversuche scheitern
Gegen Mitternacht lief die MS nickoVISION bei Gönyű auf Grund. Am Mittwoch traf ein Schlepper ein, um das Schiff zurück in tieferes Wasser zu ziehen, aber der Versuch war erfolglos. Ein zweiter Rettungsversuch am Neujahrstag schlug ebenfalls fehl, so dass das Schiff im Flussbett festsaß.
Da es keine unmittelbare Lösung gab (und der Feiertag die Rettungsarbeiten erschwerte), blieb den Passagieren nichts anderes übrig, als das neue Jahr an Bord einzuläuten.
Gestrandet auf der Donau: “Alle haben es trotzdem genossen”
Unter den rund 200 Passagieren befanden sich 46 Touristen aus Malta, über deren Situation die Times of Malta berichtete. Ein Passagier beschrieb einen improvisierten, aber fröhlichen Silvesterabend mit einem Galadinner, Musik und Tanz.
“Wir können nicht wirklich etwas dagegen tun. Aber die letzte Nacht war wirklich schön. Alle waren glücklich, und wir haben es trotzdem genossen”, sagte der Passagier.

Passagiere werden auf ein anderes Schiff verlegt
Am Neujahrstag beschlossen die Behörden und Organisatoren, weitere Abschleppversuche abzubrechen. Die Passagiere wurden angewiesen, ihre Sachen zu packen und wurden mit einem Lastkahn auf ein anderes Schiff gebracht, das sie nach Bratislava bringen sollte. Auch die Übernachtung in einem Hotel war geplant.
Zum Zeitpunkt der letzten Berichte hatte sich nicko cruises noch nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Auf der Website des Unternehmens wird jedoch darauf hingewiesen, dass Flusskreuzfahrten in hohem Maße von den Wetter- und Wasserbedingungen abhängig sind und dass niedrige Wasserstände Änderungen der Reiseroute erforderlich machen können.
Eine wachsende Herausforderung für den Flusstourismus
Diese unglückliche Situation zeigt die zunehmenden Herausforderungen für den Flusstourismus auf der Donau, wo schwankende Wasserstände (insbesondere im Winter) selbst sorgfältig geplante Reiserouten durcheinander bringen können. Obwohl es keine Verletzten gab und die Passagiere in Sicherheit waren, war der Vorfall eine ungewöhnliche Erinnerung daran, dass die Natur und nicht die Fahrpläne letztlich die Regeln auf Europas großen Flüssen bestimmen.
Für die gestrandeten Passagiere wird die Silvesternacht 2025 jedoch wahrscheinlich weniger wegen des Feuerwerks über Bratislava in Erinnerung bleiben als vielmehr wegen einer unerwarteten Feier mitten auf der Donau.

