Dorfbewohner in Siebenbürgen greifen Rettungswagen an, nachdem sie TikTok-Gerüchte über Kindesentführungen gesehen hatten

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Ein Rettungswagen-Team wurde in einem transsilvanischen Dorf mit Steinen, Stöcken und Äxten angegriffen, nachdem Anwohner das Rettungsfahrzeug Berichten zufolge mit einem Fahrzeug verwechselt hatten, das angeblich mit einem Online-Gerücht über Kindesentführungen in Verbindung stand.

Wütende Dorfbewohner in Siebenbürgen greifen Rettungsfahrzeug mit Steinen, Stöcken und Äxten an

Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend in Recea-Cristur, einem Dorf im Kreis Cluj in der Region Siebenbürgen, etwa 40 Kilometer von der Stadt Dej entfernt.

Das rumänische Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, dass der Krankenwagen angegriffen wurde, nachdem auf TikTok unbegründete Gerüchte über sogenannte „schwarze Krankenwagen“ kursierten, die angeblich von Organhändlern zur Entführung von Kindern genutzt würden. Der Fahrer des Krankenwagens erlitt bei dem Angriff eine schwere Augenverletzung.

Krankenwagen von zwei Autos blockiert

Das Fahrzeug des Rettungsdienstes des Kreises Cluj war nach Recea-Cristur gefahren, um einen Patienten abzuholen. Den von den rumänischen Behörden zitierten Berichten zufolge stieß die Besatzung unmittelbar nach ihrer Ankunft im Dorf auf Feindseligkeiten. Anwohner sollen den Rettungswagen mit ihren Mobiltelefonen gefilmt haben, während die Besatzung versuchte, die Adresse des Patienten ausfindig zu machen.

Die Situation eskalierte, als der Rettungswagen im Zentrum des transsilvanischen Dorfes angeblich durch zwei Autos blockiert wurde, wodurch das Fahrzeug zum Anhalten gezwungen wurde. Berichten zufolge griffen daraufhin mehrere Personen den Rettungswagen mit Steinen, Stöcken und Äxten an.

Der Arzt des Rettungsteams erklärte, die Situation hätte noch schwerwiegender ausfallen können, hätte es der Fahrer nicht geschafft, den Krankenwagen zu wenden und in die entgegengesetzte Richtung zu fliehen.

Romanian ambulance vehicle illustration transylvania
Rumänischer Rettungswagen. Illustration. Titelbild: depositphotos.com

Fahrer in den Operationssaal gebracht

Nachdem die Besatzung das Krankenhaus in Dej erreicht hatte, musste auch der Fahrer des Rettungswagens medizinisch versorgt werden. Berichten zufolge traf ein Splitter der zerbrochenen Windschutzscheibe das Auge des Fahrers und verletzte die Hornhaut. Der Fahrer wurde daraufhin operiert.

Der Vorfall hat die potenziell schwerwiegenden Folgen von Gerüchten über Rettungsdienste deutlich gemacht, insbesondere wenn sich falsche Behauptungen rasch über Social-Media-Plattformen verbreiten.

Behörden bringen den Angriff mit Gerüchten auf TikTok in Verbindung

Die Polizei erklärte, der Angriff in Siebenbürgen stehe im Zusammenhang mit unbegründeten Gerüchten, die auf TikTok kursierten und besagten, dass Organhändler in Krankenwagen durch rumänische Ortschaften fahren würden, um Kinder zu entführen.

Die rumänischen Behörden haben diese Behauptungen wiederholt zurückgewiesen und die Öffentlichkeit dazu aufgefordert, sich auf verifizierte Informationen aus offiziellen Quellen zu verlassen, anstatt auf unbestätigte Beiträge in sozialen Medien.

Das rumänische Innenministerium gab am Sonntag eine weitere Warnung heraus und veröffentlichte Screenshots von drei TikTok-Beiträgen, in denen Behauptungen über den sogenannten „schwarzen Krankenwagen“ verbreitet wurden.

Nach Angaben des Ministeriums seien die in den Beiträgen als vermeintliche „Warnungen“ verwendeten Fotos manipuliert oder mithilfe künstlicher Intelligenz generiert worden.

Behörden: Es liegt kein dokumentierter Fall vor, in dem ein Krankenwagen für eine Entführung genutzt wurde

In seiner Warnung erklärte das rumänische Innenministerium, dass es in dem Land noch nie einen Fall gegeben habe, in dem ein Krankenwagen zur Entführung von Personen genutzt worden sei.

Das Ministerium betonte, dass Rettungswagen von medizinischem Fachpersonal betrieben werden, dessen Aufgabe es ist, Leben zu retten, und warnte davor, dass Falschinformationen Folgen haben können, die über die bloße Verursachung öffentlicher Unruhe hinausgehen.

Falsche Gerüchte, so hieß es, könnten Rettungskräfte in Gefahr bringen, wenn diese auf Notrufe reagieren. Die Behörden forderten die Bevölkerung daher nachdrücklich auf, alarmierende Behauptungen nicht weiterzuverbreiten, ohne deren Echtheit zu überprüfen.

Fehlinformationen gefährden Rettungskräfte

Für Rettungssanitäter kann es eine Frage von Leben und Tod sein, einen Patienten schnell zu erreichen. Jeder Versuch, ein Rettungsfahrzeug zu blockieren, dessen Besatzung einzuschüchtern oder daran zu hindern, den Ort des Geschehens zu verlassen, kann möglicherweise die medizinische Versorgung verzögern.

In diesem Fall gelang es der Rettungsmannschaft nach Angaben der Behörden und der medizinischen Einsatzkräfte, zu entkommen und das Krankenhaus zu erreichen, doch der Fahrer erlitt dabei eine schwere Verletzung.

Rumänische Behörden haben die Öffentlichkeit erneut dazu aufgerufen, Informationen zu überprüfen, bevor sie online geteilt werden, und warnten, dass manipulierte Bilder und KI-generierte Inhalte falsche Berichte glaubwürdig erscheinen lassen können.

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