Eine der traditionsreichsten Zeitungen Ungarns, die während der Ära Orbán eingestellt wurde, wird wieder erscheinen

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„Népszabadság“, eine der traditionsreichsten Zeitungen Ungarns, wird am 8. Oktober – genau ein Jahrzehnt nach ihrer abrupten Schließung – als digitales Medium für politische Berichterstattung und mit einer wöchentlichen Printausgabe wieder erscheinen, wie die Geschäftsführung am Donnerstag über MTI bekannt gab.

Ein belastetes Erbe

In der Erklärung wurde daran erinnert, dass „Népszabadság“, das lange Zeit als eine Säule der ungarischen Pressegeschichte galt, am 8. Oktober 2016 von seinem damaligen Eigentümer in Absprache mit der Orbán-Regierung geschlossen wurde. Nach 1990 hatte sich die Zeitung als unabhängige Tageszeitung und als prägende Kraft in der ungarischen Medienlandschaft etabliert; ihre Redaktion diente als Ausbildungsstätte für Generationen von Journalisten, von denen viele heute leitende Positionen bei wichtigen unabhängigen Medien einnehmen.

Bedingungen für die Wiederbelebung und Markenführung

Obwohl die Zeitung ihr Erscheinen einstellte, blieben ihr geistiges Erbe und ihre Marke erhalten. Die Wiederauflage der Zeitung hing von der Erteilung der Genehmigung zur Nutzung der Marke „Népszabadság“ ab – eine Lizenz, die vom „Népszabadság-Verein“, in dem sich prominente Persönlichkeiten aus der modernen Ära der Zeitung zusammengeschlossen haben, einstimmig genehmigt wurde.

One of Hungary's most storied newspapers returns
Foto: depositphotos.com

Format und redaktioneller Auftrag

Die neu aufgelegte „Népszabadság“ versteht sich als Online-Nachrichtenportal für politische Themen. Unter https://nszo.hu/ wird sie über ungarische und internationale Politik, Gesellschaft und Wirtschaft berichten und dabei Hintergrundberichte, Analysen, Reportagen und Interviews veröffentlichen. Darüber hinaus wird eine wöchentliche Printausgabe die wichtigsten Themen und Ereignisse der Woche zusammenfassen.

Zusammenführung der Mediengruppe mit „Népszava“

Die Gruppe wird auch „Népszava“ integrieren: Dessen Inhalte werden in der Wochenausgabe von „Népszabadság“ erscheinen, wodurch das intellektuelle Erbe beider Titel auf einer gemeinsamen Plattform vereint wird.

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Eigentumsverhältnisse und Finanzierung

Herausgeber der wiederbelebten „Népszabadság“ ist die Liberty Press Kft, die auch die Veröffentlichungsrechte an „Jelen“ und „Népszava“ besitzt. Neunzig Prozent des Unternehmens werden von der neu zu gründenden 4Sight Media Group Zrt gehalten, die restlichen 10 Prozent entfallen auf Ákos Tóth, den künftigen Chefredakteur. Die 4Sight Media Group Zrt wird bei der Gründung ausreichende Finanzmittel für den Betrieb in den ersten zwei Jahren bereitstellen.

Die Mediengruppe wurde von vier ungarischen Privatpersonen über ihre Unternehmensvehikel gegründet, die darin eine langfristige Chance im Wandel des ungarischen Medienmarktes sehen. Sie argumentieren, dass der schwindende staatliche Einfluss – der als „Erstickung“ der Branche beschrieben wird – ein neues Marktumfeld schaffen könnte, in dem eine große, effektive Redaktion für politische Berichterstattung aufgebaut werden kann.

Redaktionsteam und Details zum Start

Auf Anfrage von MTI erklärte Chefredakteur Ákos Tóth, das Motto der Zeitung laute: „Es verändert sich mit der Welt.“ Seine vier Stellvertreter werden Zoltán Lakner, Brigitta Szabó, Dóra Varga und Gábor Horváth sein.

Interne Dokumente belegen, dass ein mit Orbán verbundener Politiker und Geschäftsmann uneingeschränkte Macht über die ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien hatte

Tóth erklärte, die Redaktion werde in erster Linie auf dem bestehenden Personal von „Népszava“ aufbauen – das bereits viele ehemalige Journalisten von „Népszabadság“ aufgenommen hat –, und dass die 64-seitige Startausgabe der Wochenzeitung neben der Berichterstattung über aktuelle politische Themen vor allem Inhalte enthalten werde, die größtenteils aus der Beilage „Szép Szó“ von „Népszava“ stammen. Er fügte hinzu, dass der Umfang der gedruckten Ausgabe davon abhänge, wie erfolgreich Anzeigenflächen verkauft würden, und wies darauf hin, dass bereits Interesse seitens der Werbekunden bestehe.

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