Fast eine Million Menschen sind in Ungarn von Demenz betroffen – doch viele Fälle könnten verhindert werden

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In Ungarn sind fast eine Million Menschen von Demenz betroffen, darunter Patienten, Angehörige und Pflegekräfte, während Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass bis zu 45 % der Demenzfälle potenziell verhindert oder hinausgezögert werden könnten. Im Vorfeld des Welt-Alzheimertags am 21. September haben Experten darauf hingewiesen, dass die Familien einen Großteil der Last bei der Pflege von Menschen mit dieser Erkrankung tragen, während die staatliche Unterstützung nur begrenzt ist.

Schätzungen zufolge leben in Ungarn 200.000 bis 300.000 Menschen mit Demenz, wie aus Interviews der ungarischen Nachrichtenagentur MTI mit Experten hervorgeht. Etwa 10 % der über 65-Jährigen sind von der Erkrankung betroffen, obwohl umfassende nationale Daten nach wie vor nicht vorliegen.

Einschließlich Angehöriger und Pflegekräfte wird die Gesamtzahl der Betroffenen auf fast eine Million geschätzt, was etwa einem Zehntel der ungarischen Bevölkerung entspricht.

Zoltán Hidasi, außerordentlicher Professor am Institut für Psychiatrie und Psychotherapie der Semmelweis-Universität, erklärte, dass die Alzheimer-Krankheit die häufigste Ursache für Demenz sei und schätzungsweise 70–80 % der Fälle ausmache.

Demenz ist keine einzelne Krankheit, sondern eine Gruppe von Symptomen, die mit einem so starken Rückgang der kognitiven Fähigkeiten einhergehen, dass der Alltag beeinträchtigt wird.

Könnte fast die Hälfte aller Demenzfälle verhindert werden?

Laut Ágnes Eszter Melcherné Kázár, Allgemeinärztin und Leiterin der Stiftung „Feledhetetlen“, deuten internationale Forschungsergebnisse darauf hin, dass etwa 45 % der Demenzfälle potenziell verhindert oder erheblich verzögert werden könnten.

Diese Zahl deckt sich mit den Ergebnissen der Lancet-Kommission für Demenzprävention, -intervention und -versorgung aus dem Jahr 2024, die 14 potenziell beeinflussbare Risikofaktoren über den gesamten Lebensverlauf hinweg identifiziert hat.

Dazu zählen Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Depressionen, Bewegungsmangel und soziale Isolation.

Die Kommission hob zudem zwei weniger bekannte Risikofaktoren hervor: einen hohen LDL-Cholesterinspiegel im mittleren Lebensalter und unbehandelten Sehverlust im höheren Lebensalter. Experten betonen, dass Prävention lange vor dem Alter beginnen sollte. Aufklärung, regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, die Pflege sozialer Kontakte sowie die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können allesamt dazu beitragen, das Risiko zu senken.

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Wann sollten Gedächtnisprobleme Anlass zur Sorge geben?

Hidasi erklärte, dass gelegentliche Vergesslichkeit nicht unbedingt auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten muss. Die Gedächtnisleistung variiert naturgemäß von Person zu Person, während Stress, Ängste und Müdigkeit ebenfalls die Fähigkeit beeinträchtigen können, sich an Namen zu erinnern oder sich ins Gedächtnis zu rufen, wo Alltagsgegenstände abgelegt wurden.

Demenz verläuft fortschreitend, wobei die Geschwindigkeit der Entwicklung jedoch erheblich variiert. Bei manchen Menschen tritt ein allmählicher Rückgang über viele Jahre hinweg auf, während sich der Zustand bei anderen schneller verschlechtert.

Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, da einige Erkrankungen, die zu kognitiven Beeinträchtigungen führen – darunter bestimmte Vitaminmängel oder Hormonstörungen –, möglicherweise behandelbar sind.

Personen, die besorgniserregende Gedächtnisprobleme bemerken, sollten sich zunächst an ihren Hausarzt wenden, der bei Bedarf weitere neurologische oder psychiatrische Untersuchungen veranlassen kann.

Obwohl die Alzheimer-Krankheit derzeit nicht heilbar ist, sind neuere Behandlungsmethoden auf den Markt gekommen. Die Europäische Union hat im April 2025 Lecanemab und im September 2025 Donanemab für bestimmte Patienten mit Alzheimer im Frühstadium zugelassen. Diese Medikamente können den kognitiven Verfall bei geeigneten Patienten verlangsamen, die Erkrankung jedoch nicht rückgängig machen; ihre Anwendung unterliegt medizinischen Einschränkungen und einer Sicherheitsüberwachung.

Ungarische Familien tragen einen Großteil der Belastung

Über die medizinischen Herausforderungen hinaus stellt Demenz eine erhebliche finanzielle und emotionale Belastung für die Familien dar. Melcherné Kázár erklärte gegenüber MTI, dass Demenz in Ungarn häufig erst relativ spät diagnostiziert werde, oft erst dann, wenn die Patienten bereits ein mittelschweres oder schweres Stadium erreicht hätten.

Menschen mit mittelschwerer Demenz sind zwar möglicherweise noch in der Lage, sich grundlegend selbst zu versorgen, benötigen jedoch häufig Unterstützung bei Haushaltsaufgaben und finanziellen Angelegenheiten. In fortgeschritteneren Fällen müssen Angehörige unter Umständen Hilfe beim Essen, bei der Körperpflege und anderen wesentlichen Alltagsaktivitäten leisten.

Die Leiterin der Stiftung kritisierte die begrenzte Verfügbarkeit staatlicher Unterstützung und wies darauf hin, dass Familienangehörige manchmal ihre Berufstätigkeit aufgeben, um Angehörige zu pflegen.

Sie wies zudem auf das Fehlen einer umfassenden nationalen Demenzstrategie und eines Demenzregisters in Ungarn hin. Nach Ansicht der Expertin wären die Anerkennung kognitiver Beeinträchtigungen im Rahmen des Behindertenhilfesystems des Landes und die Einstufung von Demenz als Priorität im Bereich der öffentlichen Gesundheit wichtige Schritte zur Verbesserung der Pflege.

Diese Warnungen erfolgen im Vorfeld des Welt-Alzheimer-Tages, der international am 21. September begangen wird, um das Bewusstsein für die Alzheimer-Krankheit, andere Formen der Demenz und die Herausforderungen zu schärfen, denen Patienten und ihre Familien gegenüberstehen.

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