Fidesz-Mitbegründer und ehemaliger Parlamentspräsident äußert überraschende Aussagen zu Fehlern der Partei

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László Kövér, ehemaliger Präsident der ungarischen Nationalversammlung und Mitbegründer der Fidesz, hat eingeräumt, dass es der Partei während ihrer 16-jährigen Regierungszeit nicht gelungen sei, mehrere wichtige Themen anzugehen, und nannte dabei insbesondere das Bildungssystem des Landes als einen Bereich, in dem sich die Lage verschlechtert habe.
Mitbegründer der Fidesz führte eigene Fehler als Beispiele an
„Unser Bildungssystem befindet sich in dieser Hinsicht in einem schlechteren Zustand als vor 16 Jahren“, sagte Kövér in einem Interview in der Sendung „KözBeszéd“, die am Dienstag ausgestrahlt wurde. Nach der Wahlniederlage von Fidesz zieht er sich aus der parlamentarischen Politik zurück.
Er argumentierte jedoch, dass die vorherige Regierung nicht die gesamte Verantwortung für die Probleme im Bildungswesen tragen sollte. Er erklärte, die Schulen seien zudem gezwungen gewesen, mit umfassenderen gesellschaftlichen Belastungen fertig zu werden, die aus dem Zerfall von Familien resultierten.
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Die Wahlniederlage kam überraschend
Im Rückblick auf das Wahlergebnis erklärte Kövér, Fidesz habe aufgrund der Meinungsumfragen einen knappen Wahlkampf erwartet und noch am Wahltag an einen Sieg geglaubt. Zwar räumte er ein, dass ein Machtverlust nach 16 Jahren Regierungszeit stets eine Möglichkeit gewesen sei, doch das Ausmaß der Niederlage habe ihn überrascht. „Wir wussten im Voraus, dass es kein triumphaler Siegeszug werden würde, aber mit einer derart schweren Niederlage hatten wir nie gerechnet“, sagte er. „Es war eine überwältigende Überraschung für uns, zumindest für mich.“
Kövér räumte zudem ein, dass Fidesz in mehreren Bereichen Fehler begangen habe. Ein besonderer Misserfolg war seiner Ansicht nach das Verhältnis der Partei zu jüngeren Wählern. Er erklärte, man hätte schon lange vor dem Wahlkampf mehr tun müssen, um den Dialog mit jungen Menschen aufzubauen. Seine Äußerungen stellen ein ungewöhnlich direktes Eingeständnis von Mängeln seitens einer hochrangigen Persönlichkeit dar, die an der Gründung der Regierungspartei beteiligt war und während ihrer gesamten Regierungszeit einflussreich blieb.
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Kövér äußert sich zurückhaltend zur Zukunft Orbáns
Der ehemalige Parlamentspräsident ging auch auf die künftige Rolle von Viktor Orbán, dem langjährigen Vorsitzenden der Fidesz, bei der Gestaltung der politischen Rechten in Ungarn ein. Kövér mahnte zur Vorsicht hinsichtlich Spekulationen darüber, dass Orbán im Jahr 2030 erneut als Ministerpräsidentenkandidat antreten könnte. Er argumentierte, dass Orbáns Absicht, weiterhin Einfluss auf das rechte politische Spektrum auszuüben, nicht zwangsläufig bedeute, dass er plane, das Amt des Ministerpräsidenten anzustreben.
„Ich glaube nicht, dass er selbst der Ansicht ist, sich als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen zu haben“, sagte Kövér und fügte hinzu, dass diese Frage noch in weiter Ferne liege. Orbáns künftige politische Optionen sind den Berichten zufolge auch nach den Änderungen der ungarischen Verfassung zu einem Thema der Debatte geworden.
Kövérs Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Fidesz vor der Herausforderung steht, zu analysieren, warum sie nach mehr als anderthalb Jahrzehnten an der Macht diese wieder verloren hat. Seine Kritik am Bildungswesen und das Engagement der Partei gegenüber jüngeren Wählern deuten darauf hin, dass zumindest einige prominente Persönlichkeiten in ihren Reihen die Notwendigkeit erkennen, die bisherige Bilanz der Partei zu überprüfen. Das Interview mit László Kövér können Sie sich unten ansehen:
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