Fremde ziehen in Ihr Airbnb ein? Budapester Eigentümer warnen vor einem wachsenden Sicherheitsalptraum

Die Airbnb-Regeln in Budapest führen zu einer Spaltung zwischen den Bezirken. Terézváros hat ab dem 1. Januar 2026 ein totales Verbot von Kurzzeitvermietungen verhängt, unterstützt durch intensive Kontrollen zur Durchsetzung der Maßnahme. Im benachbarten Bezirk Erzsébetváros ist diese Dienstleistung weiterhin erlaubt. In den letzten Wochen hat sich das Problem jedoch verschärft, da mehrere Immobilienbesitzer berichten, dass Fremde ihre Wohnungen übernehmen.

Tägliche Bedrohungen für Airbnb-Wohnungen im Stadtzentrum

Nach dem jüngsten Bericht von Pénzcentrum ist das Problem zu einem alltäglichen Phänomen geworden. Das gewaltsame Eindringen in Schlüsseltresore, das Ausspähen von Codes und die unbefugte Besetzung von Wohnungen sind zu ernsthaften Risiken im Stadtzentrum geworden. Ein aktueller Fall in der Wesselényi-Király-Straße verdeutlicht den Ernst der Lage: Letzte Woche sind vier unbekannte Personen (eine Frau und drei junge Männer) in eine Mietwohnung “eingezogen”. Sie behaupteten, den Schlüssel außerhalb des Gebäudes bei den Mülltonnen gefunden zu haben. Als der Eigentümer sie nach der Herkunft des Schlüssels befragte, gab die Frau stets eine andere Adresse an.

Als die Polizei am Tatort eintraf, fand sie Dutzende von Schlüsseln in der Tasche der Frau und weitere in der Wohnung. Ein Mann wurde auf dem örtlichen Überwachungsvideo dabei erwischt, wie er verschiedene Eingänge ausprobierte. Die Gruppe behauptete, sie habe den Schlüssel und die Wohnungsinformationen für 25.000 HUF (65 EUR) in der Nähe des Blaha Lujza Platzes erhalten. Obwohl die Beamten sie wegbegleiteten, kam es zu keinem Diebstahl oder Schaden, so dass der Fall nicht weiter verfolgt wurde.

Strangers moving into your Airbnb? Budapest owners warn of a growing security nightmare
Foto: depositphotos.com

Veraltete Schlösser und geleakte Codes

Die Geschichte verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und zeigte, dass es sich keineswegs um einen Einzelfall handelte. Mehrere Airbnb-Besitzer berichteten, dass sich Fremde mit ähnlichen Methoden Zugang zu anderen Wohnungen verschafft hatten. Schlüsseltresore gelten weithin als das schwächste Glied: billige Drehtresore können innerhalb von Minuten ohne Beschädigung geöffnet werden, und Codes “kursieren” in der Blaha-Unterführung oder in den Tresoren auf Straßenebene in der Kazinczy-Straße. Experten argumentieren, dass die traditionelle Kombination aus Schlüsseltresor und Schloss im Jahr 2026 keinen wirklichen Schutz bietet.

Moderne intelligente Schlösser hingegen generieren einmalige, zeitlich begrenzte Codes, können aus der Ferne gesteuert werden, protokollieren Eingaben und enthalten oft Kameras oder Mikrofone. Solche Systeme kosten zwar HUF 70.000-80.000 (EUR 184-210), aber die Besitzer sagen, dass ihnen die Investition nach einem Einbruch nicht mehr teuer erscheint.

Verbot könnte sich auf andere Bezirke ausweiten

Die Expansion von Airbnb ist nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch eine Frage der Stadtplanung. Csilla Fazekas, stellvertretende Bürgermeisterin des Bezirks I, sagt, dass Kurzzeitvermietungen die lokalen Gemeinschaften stören und den Charakter der Stadtgebiete verändern. Sie hat Gespräche mit den Bürgermeistern der betroffenen Wahlkreise aufgenommen, und ein ähnliches Verbot im Bezirk I könnte in naher Zukunft eingeführt werden.

Immobilienmarktdaten zeigen, dass das Verbot in Terézváros begonnen hat, den Mietmarkt umzugestalten. Die Durchschnittsmiete für gebrauchte Wohnungen lag im Januar bei 282.500 HUF (742 EUR) und damit um ein Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. In Erzsébetváros sind Kurzzeitvermietungen nach wie vor beliebt, aber die Eigentümer sind zunehmend gezwungen, auf moderne, digitale Sicherheitslösungen umzusteigen, wenn sie ähnliche Vorfälle verhindern wollen.

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Eine charmante Wohnung in der Innenstadt von Budapest. Foto: Daily News Hungary

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