„Gas-Terrorismus“ gegen Ungarn: Serbische Behörden ermitteln gegen eine Gruppe von Verdächtigen

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Gegen sieben Personen wird im Zusammenhang mit einer organisierten Gruppe ermittelt, die im Verdacht steht, Sprengstoff, Sprengvorrichtungen und Drohnen in Serbien beschafft und gelagert zu haben, um diese anschließend an vorab festgelegte Orte in Ländern der Europäischen Union zu versenden. Die Gruppe soll zudem im April Sprengsätze in der Nähe der Gasinfrastruktur zwischen Ungarn und Serbien platziert haben, teilte die Oberstaatsanwaltschaft in Subotica am Montag mit.

Wollten sie die wichtige serbisch-ungarische Gaspipeline in die Luft sprengen?

Laut einer Erklärung wurden gegen die sieben Verdächtigen Verfahren wegen des Verdachts auf illegale Herstellung, Besitz, Mitführung und Handel mit Waffen und Sprengstoffen eingeleitet, berichtete MTI.

Die Gruppe wurde im Rahmen von Ermittlungen zu Sprengstoffen aufgedeckt, die am 5. April in der Gemeinde Kanjiža/Magyarkanizsa gefunden worden waren. Die Ermittlungen wurden vom serbischen Sicherheitsdienst (BIA), dem Militärischen Sicherheitsdienst (VBA), der Kriminalpolizei des Innenministeriums und der Militärpolizei durchgeführt. Bei der Überwachung der Aktivitäten der Verdächtigen entdeckten die Behörden weitere Sprengstoffe, Sprengvorrichtungen, Drohnen und sonstige für deren Betrieb erforderliche Ausrüstung.

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Illustration. Quelle: depositphotos.com

Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Ermittlungen würden in Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden der betroffenen europäischen Länder fortgesetzt. Die Ermittler versuchen, die genauen Rollen der Verdächtigen sowie den beabsichtigten Verwendungszweck der beschlagnahmten Ausrüstung zu ermitteln.

Der ehemalige Ministerpräsident Orbán deutete an, die Aktion sei Teil einer „internationalen Erzählung“

Am 5. April, nur sieben Tage vor den ungarischen Parlamentswahlen, wurden etwa vier Kilogramm einer mutmaßlich explosiven Substanz in zwei schwarzen Rucksäcken in der Nähe einer Straße zwischen Felsőhegy (Gornji Breg) und Ilonafalva (Vojvoda Zimonjić) in der Gemeinde Kanjiža. Die Oberstaatsanwaltschaft in Subotica teilte damals mit, dass es sich bei dem Material vermutlich um Plastiksprengstoff handele, zusammen mit Bauteilen, die zum Zusammenbau eines Sprengsatzes verwendet werden könnten.

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Die verdächtigen Gegenstände wurden in der Nähe der Gaspipeline zwischen Serbien und Ungarn gefunden. An der Durchsuchung des Gebiets waren etwa 140 Soldaten und Polizeibeamte beteiligt.

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Foto: Facebook/Министарство одбране и Војска Србије

Aleksandar Vučić, Serbiens Präsident, erklärte damals, dass in unmittelbarer Nähe der Gasinfrastruktur ein hochwirksamer Sprengstoff sowie die zu dessen Zündung erforderlichen Zünder gefunden worden seien. Er informierte zudem Viktor Orbán, den damaligen ungarischen Ministerpräsidenten, über die Ermittlungen und erklärte, dass Ungarn und Nordserbien ohne Gasversorgung hätten auskommen müssen, wäre die mutmaßliche Operation erfolgreich gewesen.

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Orbán deutete an, dass die Ukraine hinter der Sabotage stecke

Anschließend erklärte der ehemalige Ministerpräsident Orbán, er wolle kein Land beschuldigen, deutete jedoch an, dass die Ereignisse Teil einer internationalen Strategie seien. Mit dieser rätselhaften Bemerkung könnte er sich auf die russischen Gaslieferungen nach Ungarn bezogen haben, über die er wiederholt mit der EU aneinandergeraten ist. Er erwähnte die Nord-Stream-Pipeline, die angeblich von Ukrainern gesprengt worden sei, und fügte hinzu, dass die Ukraine sowohl die Fähigkeit als auch die Absicht habe, eine solche Tat zu begehen.

PM Viktor Orbán and FM Szijjártó in Kiskundorozsma
Orbán und Außenminister Szijjártó hielten eine Pressekonferenz nahe der serbisch-ungarischen Grenze ab, nachdem Nachrichten über die Sabotageaktion bekannt geworden waren. Foto: MTI/Zoltán Fischer

Er verwies zudem auf Sabotageakte mit potenziell verheerenden Folgen, berief den Verteidigungsrat ein und warnte, dass niemand mit der Energiesicherheit Ungarns spielen dürfe.

Unterdessen wiesen die serbischen Behörden die Behauptung zurück, die Ukraine könnte hinter der Platzierung der Sprengsätze gestanden haben, und fügten hinzu, dass die Sprengstoffe amerikanischen Ursprungs seien.

President Aleksandar Vucic
Foto: Facebook/Aleksandar Vučić

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