Grippefälle steigen in Ungarn sprunghaft an: mehr als 250.000 Menschen suchen in einer Woche ärztliche Hilfe, wobei Kinder am stärksten betroffen sind

In der vierten Woche des Jahres suchten mehr als 258.000 Menschen mit akuten Atemwegsbeschwerden einen Arzt auf, während etwa 60.000 mit grippeähnlichen Symptomen medizinische Hilfe suchten. Dies bedeutet einen Anstieg der allgemeinen Atemwegserkrankungen um 20% und einen Anstieg der grippeähnlichen Erkrankungen um fast ein Drittel im Vergleich zur Vorwoche.

Einem Bericht von Portfolio zufolge macht die Grippe jetzt 23,4% aller Infektionen aus, einer der höchsten Anteile der letzten Jahre. Die Zahl der Grippefälle pro 100.000 Einwohner ist der drittschlechteste Wert in der vierten Woche seit der Saison 2011/12.

Kinder am stärksten betroffen

Die Statistik zeigt, dass der Ausbruch der Grippe junge Menschen besonders hart trifft. Mehr als die Hälfte derjenigen, die einen Arzt aufsuchen (etwa 132.000 Patienten), sind Kinder unter 14 Jahren.

Dieselbe Altersgruppe führt auch bei den grippeähnlichen Erkrankungen: fast 28.000 der 60.000 Patienten sind Kinder.

Die Krankenhausdaten zeichnen ein noch beunruhigenderes Bild. Fast 29% der Patienten, die wegen schwerer akuter Atemwegsinfektionen (SARI) behandelt werden, sind unter zwei Jahre alt, und Infektionen mit dem Respiratory Syncytial Virus (RSV) treten fast ausschließlich in dieser Altersgruppe auf.

Flu cases surge in Hungary: over 250,000 seek medical help in a week as children hit hardest
Illustration. Foto: depositphotos.com

Krankenhauseinweisungen steigen rapide an

Allein in der vierten Woche wurden 284 Menschen mit schweren Atemwegsinfektionen ins Krankenhaus eingeliefert: ein Anstieg um fast 50 % in nur einer Woche und die bisher höchste wöchentliche Zahl in dieser Saison. Von diesen Patienten mussten 23 auf der Intensivstation behandelt werden.

Während früher das Coronavirus bei den schweren Fällen dominierte, ist jetzt die Grippe die häufigste Ursache für Krankenhausbehandlungen. Der Anteil der positiven Grippeproben ist auf 41,6 % gestiegen, während COVID nur 3,8 % ausmacht.

Obwohl die RSV-Werte im Moment noch relativ niedrig sind, warnen Experten, dass die Fälle in den kommenden Wochen zunehmen könnten.

Warum verschlimmert sich der Ausbruch, wenn das Wetter milder wird?

Viele Menschen assoziieren die Grippe mit eisigen Temperaturen, aber Experten sagen, dass die Realität komplexer ist. Laut dem Gesundheitsportal Egészségkalauz ist es nicht die Kälte selbst, sondern die trockene, aufgeheizte Raumluft, die die Ausbreitung der Viren begünstigt.

In trockener Luft bleiben infektiöse Partikel länger in der Schwebe und verbreiten sich leichter. Gleichzeitig trocknet die Luft die Schleimhäute der Atemwege aus, wodurch die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers geschwächt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Menschen im Winter und zu Beginn des Frühjahrs häufig lange in geschlossenen Räumen aufhalten (in Schulen, am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln), was ideale Bedingungen für eine schnelle Ausbreitung von Viren schafft.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Typische Grippesymptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Husten und Halsschmerzen. Wenn eines der folgenden Symptome auftritt, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen:

  • Atembeschwerden
  • Schmerzen in der Brust
  • Verwirrung oder Schwindelgefühl
  • Symptome, die sich nach anfänglicher Besserung plötzlich verschlimmern

Impfung und Vorsicht bleiben entscheidend

Virologen betonen, dass die Grippeimpfung weiterhin wichtig ist, insbesondere für kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten. Häufiges Händewaschen, regelmäßiges Lüften und das Vermeiden von überfüllten Innenräumen können das Infektionsrisiko ebenfalls erheblich verringern.

Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass die Epidemie ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, und es wird erwartet, dass die hohen Fallzahlen auch in den kommenden Wochen anhalten werden.

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