Hat sich die israelische Botschaft in die ungarische Wahldebatte eingemischt?

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Die israelische Botschaft in Budapest hat sich öffentlich zur ungarischen Wahlkampagne geäußert und ihre Besorgnis über die Verwendung von Nazi-Symbolen in politischen Zusammenhängen zum Ausdruck gebracht. In einem Facebook-Posting betonte die Botschaft, dass solche Aktionen besonders beunruhigend sind, wenn sie Politiker in Schlüsselpositionen betreffen, und forderte die Theiss-Partei auf, jegliche extremistischen Gesten zu verurteilen.

Theiß-Partei antwortet auf alte Vorwürfe

Die Kontroverse rührt von Fotos her, die den Sprecher der Theiß-Partei, Zsolt Tárkányi, bei Fußballspielen zeigen. Regierungsnahe Medien hatten zuvor unter Berufung auf ein zwei Jahrzehnte altes Foto behauptet, Tárkányi habe einen Gruß im Stil der Nazis gezeigt und Kleidung getragen, die mit rechtsextremen Subkulturen in Verbindung gebracht wird. Die Theiss-Partei räumte ein, dass Tárkányi auf dem Foto zu sehen ist, bestritt aber jegliche extremistische Absicht und erklärte, die Geste sei kein Nazi-Gruß und er sei “so weit wie möglich von extremistischen Ideologien entfernt”. Sie betonten auch, dass das Bild über 20 Jahre alt sei (regierungsnahe Medien gaben fälschlicherweise an, es sei 10 Jahre alt), aus dem Jahr 2006 stamme und nichts mit seinen aktuellen politischen Aktivitäten zu tun habe.

Kritik der Botschaft zieht Gegenreaktion nach sich

Die Intervention der israelischen Botschaft hat eine Welle von Online-Reaktionen ausgelöst. Kommentatoren fragten sich, warum sich die Botschaft auf jahrzehntealte Fotos konzentriert, während sie ignoriert, was manche als jahrzehntelange antisemitische Rhetorik in Ungarn bezeichnen. Andere kritisierten die vermeintliche Anpassung Israels an die Regierungspropaganda. Einige Kommentare verwiesen auf größere geopolitische Probleme (Gaza, Iran).

Kritiker bezeichnen den Beitrag als “unnötig” und argumentieren, dass er sich effektiv auf die Seite der ungarischen Regierung schlägt. Mehrere Personen bemängelten auch die Tatsache, dass sich die Botschaft zuvor nicht zu den ähnlichen Handgesten der regierungsfreundlichen Politiker geäußert hatte.

Historischer Kontext: Fußballgesten auf dem Prüfstand

Das Thema Fußballgesten und ihre politischen Implikationen sind in Ungarn nicht neu. Laut 24.hu musste der Vorsitzende von Ferencváros, Gábor Kubatov, der auch Vizepräsident der Fidesz ist, im Jahr 2021 vor einem Spiel der Europa League öffentlich klären, welche Gesten die Fans machen sollten, um Nazi-Assoziationen zu vermeiden.

Was kommt als nächstes?

In einem Antwortschreiben an Hetek hat die Theiß-Partei versprochen, neuere Fotos zu veröffentlichen, die Tárkányi in einem professionellen Umfeld zeigen, wie z.B. in den Batteriefabriken von Debrecen und den Problemen, die sie umgeben, was ihrer Meinung nach für die Wähler relevanter ist.

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Gekennzeichnetes Bild: Illustration, depositphotos.com

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