Ist das Einkaufen im Ausland wirklich günstiger? Und warum geben Rumänen und Bulgaren mehr Geld aus als Ungarn? Neue Studie liefert Antworten

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Eine neue Studie legt nahe, dass Ungarn zu Recht der Meinung sind, dass Einkaufen im Ausland günstiger sein kann – allerdings hängt vieles davon ab, was sie kaufen. Bei den Lebensmittelpreisen ergibt sich ein ganz anderes Bild als beispielsweise bei den Kosten für Dienstleistungen. Unterdessen hat eine aktuelle Umfrage gezeigt, dass Rumänien und Bulgarien Ungarn bei einem wichtigen Konsumindikator nach wie vor übertreffen. Eine neue Analyse versucht nun, Klarheit zu schaffen.
Ist Einkaufen im Ausland günstiger? Ja – aber es kommt darauf an, was man kauft
Viele Ungarn kennen sicherlich die Erfahrung, ins Ausland zu reisen und festzustellen, dass bestimmte Produkte dort genauso viel oder sogar weniger kosten als zu Hause. Gleichzeitig liegen die Löhne weiterhin deutlich unter dem westeuropäischen Niveau. Eine aktuelle Analyse von GKI Economic Research untersuchte, inwieweit sich Ungarn in den letzten 15 Jahren sowohl hinsichtlich der Löhne als auch der Preise tatsächlich der Europäischen Union angenähert hat.
Die Zahlen zeigen Fortschritte in beiden Bereichen, allerdings ging Ungarn nicht in jedem Fall von derselben Ausgangsbasis aus. Im Jahr 2010 lag das Preisniveau in Ungarn bei 59 Prozent des EU-Durchschnitts, während die Löhne lediglich 32 Prozent des EU-Durchschnitts erreichten. Bis 2025 war das Preisniveau auf 72 Prozent des EU-Durchschnitts gestiegen, während die Löhne 49 Prozent erreicht hatten.

Mit anderen Worten: Die ungarischen Löhne haben sich schneller dem EU-Durchschnitt angenähert als die Preise. Theoretisch sollte dies eine Verbesserung der Kaufkraft bedeuten. Laut GKI gibt es jedoch einen wichtigen Nachteil: Viele der regionalen Konkurrenten Ungarns – darunter Rumänien, Polen und die Slowakei – haben sich deutlich schneller entwickelt.
Lebensmittel liegen bereits fast auf EU-Preisniveau
Ungarische Verbraucher dürften besonders an den erheblichen Unterschieden interessiert sein, die sich zwischen den einzelnen Produktgruppen herausgebildet haben. Im Jahr 2025 hatten die Lebensmittelpreise bereits 95 Prozent des EU-Durchschnitts erreicht. Das bedeutet, dass die Ungarn Obst, Gemüse und Milchprodukte zu Preisen kaufen, die fast auf EU-Niveau liegen. Alkohol und Tabakwaren waren mit 87 Prozent des EU-Durchschnitts günstiger, während Möbel und Haushaltsgeräte bei 89 Prozent lagen.

Wohnen und Haushaltskosten mögen auf den ersten Blick als Ausnahme erscheinen, da die Preise bei 67 Prozent des EU-Durchschnitts liegen. GKI erklärte jedoch, dass diese Zahl durch die Auswirkungen der Senkung der ungarischen Haushaltskosten und anderer staatlicher Unterstützungsmaßnahmen erheblich verzerrt sei. Die mit dem Wohnen verbundenen Kosten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen.
Gleichzeitig haben sich auch die Kosten für Dienstleistungen dem EU-Niveau angenähert. Zwischen 2010 und 2025 näherten sich die Preise im Tourismus um 33 Prozentpunkte dem EU-Durchschnitt an, im Bildungswesen um 31 Prozentpunkte und in den Bereichen Freizeit und Kultur um 14 Prozentpunkte.
Die Löhne liegen weiterhin deutlich unter dem EU-Durchschnitt
Die größte Lücke ist jedoch nach wie vor bei den Löhnen zu erkennen. Obwohl sich die ungarischen Einkommen seit 2010 im Vergleich zum EU-Durchschnitt deutlich verbessert haben, lagen sie im Jahr 2025 immer noch bei nur 49 Prozent davon.
GKI betonte zudem, dass es darauf ankomme, wie sich Ungarn im Vergleich zu seinem eigenen Ausgangspunkt entwickelt habe. Mehrere Nachbarländer hätten deutlich schneller aufgeholt, was bedeute, dass es Ungarn trotz eigener Fortschritte nicht gelungen sei, seine relative Position zu verbessern.

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Ungarn belegt bei diesem Konsumindikator den letzten Platz
Dies spiegelt sich in den Zahlen zum tatsächlichen Pro-Kopf-Verbrauch wider, bei dem Ungarn den letzten Platz in der EU einnimmt. Mit anderen Worten: Obwohl die Ungarn heute nominal mehr verdienen und sich die Löhne dem EU-Durchschnitt angenähert haben, ist die Kaufkraft eines durchschnittlichen ungarischen Haushalts nach wie vor die schwächste in der Union – sie liegt sogar unter der von durchschnittlichen Haushalten in Rumänien und Bulgarien.
GKI weist daher die Auffassung zurück, dass Ungarn keine Fortschritte beim Aufholen des Rückstands gegenüber Europa erzielt habe. Die Löhne sind im Verhältnis zum EU-Durchschnitt tatsächlich schneller gestiegen als die Preise. Das Problem besteht darin, dass Ungarns Konvergenzrate hinter der seiner regionalen Konkurrenten zurückgeblieben ist, während die Preise für bestimmte Waren und Dienstleistungen bereits nahe am EU-Niveau liegen.
Ungarn, die ins Ausland reisen, können daher durchaus auf Preise stoßen – insbesondere bei Lebensmitteln –, die nicht mehr höher erscheinen als die zu Hause. Was die Löhne betrifft, bleibt die Kluft jedoch beträchtlich.
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