Kann die Landwirtschaft die sich verschärfende Dürrekrise in Ungarn überstehen? Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet, was auf dem Spiel steht

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Die ungarische Tiefebene ist mit einer immer schwerwiegenderen Wasserkrise konfrontiert, die die Existenzgrundlage der Landwirte in der gesamten Region bedroht. Ein neuer Dokumentarfilm untersucht, wie eine Umstellung der landwirtschaftlichen Praktiken und die Wiederherstellung der Wasserspeicherfähigkeit der Landschaft den Gemeinden helfen könnten, sich an anhaltende Dürre anzupassen.

Besonders alarmierend ist die Lage im Homokhátság, einer sandigen Region zwischen Donau und Tisza, wo sinkende Grundwasserspiegel und sich verschlechternde Bodenbedingungen die traditionelle Landwirtschaft zunehmend erschweren. Für die lokalen Landwirte wird die Anpassung an den Klimawandel zu einer Frage des wirtschaftlichen Überlebens.

Diese Herausforderungen stehen im Mittelpunkt eines neuen Dokumentarfilms des WWF Ungarn, der von 24.hu online uraufgeführt wurde. Der letzte Teil der dreiteiligen Serie bringt Wissenschaftler und einen lokalen Landwirt zusammen, um zu untersuchen, ob die Landwirtschaft auch bei zunehmender Wasserknappheit wirtschaftlich tragfähig bleiben kann.

Eine Region, die ihr Wasser verliert

Das Homokhátság kämpft seit Jahrzehnten mit Wasserknappheit. Der Klimawandel, Veränderungen der natürlichen Landschaft, intensive Wassernutzung und Entwässerungsinfrastruktur haben alle zu dieser Verschlechterung beigetragen.

Wie wir bereits berichteten, werden weniger als 3 % der ungarischen Ackerfläche bewässert, wodurch Landwirte besonders anfällig für anhaltende Dürreperioden sind. Eine aktuelle politische Studie schätzt zudem, dass die Rekorddürre von 2022 der ungarischen Landwirtschaft Schäden in Höhe von mehr als 1 Billion HUF verursacht hat.

Laut einer früheren Folge der Dokumentarserie sind in den letzten 15 Jahren etwa 6 bis 8 Milliarden Kubikmeter Grundwasser aus der Region verloren gegangen. Brunnen versiegen, während immer länger andauernde Trockenperioden die landwirtschaftliche Produktion zusätzlich unter Druck setzen.

Die Folgen reichen über einzelne landwirtschaftliche Betriebe hinaus. Da die Böden an Feuchtigkeit verlieren und die Vegetation zurückgeht, wird die Landschaft weniger widerstandsfähig gegenüber weiteren Dürreperioden. Der WWF Ungarn hat davor gewarnt, dass die Wasserknappheit sowohl die Landwirtschaft als auch die lokalen Lebensgrundlagen bedroht, wodurch Änderungen im Wassermanagement und in der Landnutzung immer dringlicher werden.

Ungarischer Landwirt warnt: Die derzeitigen Methoden stoßen an ihre Grenzen

Der Dokumentarfilm porträtiert den Landwirt Zoltán Szabó, der die Schwierigkeiten beschreibt, unter zunehmend schwierigen Umweltbedingungen eine rentable landwirtschaftliche Produktion aufrechtzuerhalten. Seine Erfahrungen verdeutlichen, warum Landwirte möglicherweise Praktiken überdenken müssen, die ihre Betriebe seit Jahren geprägt haben.

„Wir haben unsere Grenzen erreicht. Von hier aus kann es nur noch schlimmer werden. Wenn wir das derzeitige Produktionsniveau aufrechterhalten wollen, müssen wir unsere Böden aufbauen, statt sie zu zerstören“, sagt Szabó im Film.

In dem Dokumentarfilm kommen außerdem die Hydrogeologin Judit Szőnyi, der Ökologe Csaba Tölgyesi und der Geograf János Rakonczai zu Wort, die die Probleme der Region aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchten.

Anstatt sich ausschließlich auf die Bewässerung zu konzentrieren, untersuchen die Experten, wie landwirtschaftliche Praktiken dazu beitragen könnten, Feuchtigkeit zu speichern, die Bodenqualität zu schützen und das bereits in der Landschaft vorhandene Wasser besser zu nutzen.

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Könnte regenerative Landwirtschaft dazu beitragen, die Große Tiefebene zu retten?

Zu den im Film untersuchten Ansätzen zählen regenerative Landwirtschaft, minimale Bodenbeeinträchtigung und der Anbau von trockenheitstoleranteren Kulturpflanzen. Die Erhaltung gesunder Böden ist besonders wichtig, da deren Struktur und Gehalt an organischer Substanz Einfluss darauf haben, wie effektiv sie Feuchtigkeit aufnehmen und speichern können.

Der Dokumentarfilm befasst sich zudem mit der Frage, ob einige Gebiete von der intensiven Pflanzenproduktion auf Grünlandbewirtschaftung oder extensive Tierhaltung umstellen sollten.

Solche Veränderungen würden von den Landwirten eine Anpassung ihrer Geschäftsmodelle erfordern, könnten jedoch an Orten, an denen die konventionelle Produktion zunehmend schwieriger wird, Alternativen bieten. Die Wasserspeicherung ist ein weiteres zentrales Thema. In der vorherigen Folge der Serie wurden gemeindegeleitete Initiativen vorgestellt, die darauf abzielen, Wasser in der Landschaft zu halten, anstatt es schnell über bestehende Kanäle abfließen zu lassen.

Einige Projekte haben bereits gezeigt, wie sich ehemals trockene Gebiete erholen können, wenn Wasser zurückgehalten wird, und wie Wildtiere in die wiederhergestellten Lebensräume zurückkehren.

Eine Dokumentation über Ungarns sich wandelnde Landschaft

Die dreiteilige Serie entstand im Rahmen des MOSAIC-Projekts, das untersucht, wie Entscheidungen zur Landnutzung dem Klimawandel und der Artenvielfalt besser Rechnung tragen können.

In der ersten Folge wurden die Ursachen der Wasserkrise im Homokhátság beleuchtet, während sich die zweite Folge auf praktische Lösungen und gemeinschaftliches Handeln konzentrierte. Die nun veröffentlichte letzte Folge richtet den Fokus auf die Landwirtschaft und die schwierigen Entscheidungen, vor denen diejenigen stehen, die von der Landwirtschaft leben.

Durch die Verbindung wissenschaftlicher Erklärungen mit persönlichen Geschichten möchten die Filmemacher nicht nur aufzeigen, was Ungarn zu verlieren droht, sondern auch, wie veränderte landwirtschaftliche Praktiken dazu beitragen könnten, die Region für künftige Generationen zu erhalten.

Lesen Sie mehr bei uns: Ungarns Landwirtschaft steht vor einer schweren Krise: Weniger als 3 % der Ackerfläche werden bewässert

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