Könnten Budapester Flüge in Gefahr sein? Ryanair warnt vor Stornierungen im Sommer und nennt Ungarn als gutes Beispiel

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Ryanair warnt davor, dass die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten zu einer Verknappung des Kerosins führen und die Fluggesellschaften zwingen könnten, Flüge während der Hauptferienzeit auszusetzen.

Laut Michael O’Leary, CEO von Ryanair, könnte die Versorgung Europas mit Kerosin ab Juni unter Druck geraten, wenn der Konflikt mit dem Iran den ganzen April über anhält. Die Warnung kommt, da die Fluggesellschaften weltweit zunehmend besorgt sind über Störungen im Zusammenhang mit der Straße von Hormuz, einer wichtigen Route für Öl- und Treibstofftransporte.

Kerosin- und Dieselknappheit könnte Europa zuerst treffen

Es wird erwartet, dass die unmittelbarsten wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts die Versorgung mit Kerosin und Diesel betreffen werden, wobei Europa zu den am stärksten betroffenen Regionen gehört.

Obwohl die Ölpreise stark angestiegen sind, betonte O’Leary, dass die größere Bedrohung eher physische Lieferengpässe sind als die Kosten allein. Ryanair hat bereits rund 80% seines Treibstoffbedarfs zu 67 USD pro Barrel abgesichert, aber die verbleibenden 20% kosten jetzt rund 150 USD pro Barrel, mehr als doppelt so viel wie zuvor. Reuters berichtet, dass die Kerosinpreise seit Beginn des Iran-Krieges von Trump und Israel weitaus schneller gestiegen sind als das Rohöl selbst.

Sollte die Straße von Hormuz weiterhin gestört sein, könnten die Folgen weit über den Luftverkehr hinausgehen und Lieferketten, die Düngemittelproduktion und die Lebensmittelpreise beeinträchtigen.

Michael O'Leary in Budapest
Michael O’Leary in Budapest im Jahr 2023. Foto: Daily News Hungary

Ryanair sagt, dass die Aussetzung von Sommerrouten unvermeidlich werden könnte

O’Leary sagte, wenn 10-20% der Treibstoffversorgung von Ryanair zwischen Juni und August unsicher wird, könnte die Fluggesellschaft trotz der Bedeutung der Sommersaison keine andere Wahl haben, als ausgewählte Strecken auszusetzen.

Er wies darauf hin, dass es bereits erste Warnzeichen in Asien gibt, wo einige Flughäfen Berichten zufolge keine zusätzlichen Flugzeuge mehr aufnehmen, weil der Treibstoff knapp ist. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat auch signalisiert, dass die asiatischen Märkte die Auswirkungen wahrscheinlich zuerst spüren werden.

Mehrere Fluggesellschaften haben bereits begonnen, ihren Betrieb anzupassen. SAS und Vietnam Airlines haben ihre Flüge vorübergehend eingestellt, während United Airlines Berichten zufolge weniger profitable Strecken nicht mehr bedient, da die Fluggesellschaften der Treibstoffeffizienz und der Ausfallsicherheit ihres Netzwerks Vorrang einräumen.

Werden Flüge nach Budapest betroffen sein?

O’Leary hat sich noch nicht dazu geäußert, ob auch die Flüge nach Budapest betroffen sein könnten. Er sagte, der entscheidende Faktor sei, welche Flughäfen noch eine ausreichende Treibstoffversorgung gewährleisten können.

Dies bedeutet Unsicherheit für Reisende, die während der Sommerferien von und nach Ungarn fliegen, insbesondere wenn sich die geopolitische Lage in den kommenden Wochen nicht verbessert.

Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air hat sich noch nicht dazu geäußert, ob sie Kerosinknappheit oder mögliche Streckenstreichungen erwartet.

Falls Sie es verpasst haben:

Ticketpreise könnten in diesem Frühjahr weiter steigen

Trotz der ernsthafteren Sorge um das Angebot rechnet Ryanair immer noch mit einem Anstieg der Ticketpreise um 3-4% zwischen April und Juni, bedingt durch höhere Treibstoffkosten und den branchenweiten Kapazitätsdruck.

O’Leary forderte außerdem erneut, dass Großbritannien seine zusätzliche Passagierabgabe in Höhe von 2 GBP auf Kurzstreckenflüge abschafft, da sie der Wettbewerbsfähigkeit in einer Zeit schade, in der die Fluggesellschaften bereits einem erheblichen Kostendruck ausgesetzt seien.

Interessanterweise verwies er auf Ungarn, die Slowakei und Schweden als positive Beispiele, da diese Länder vor kurzem ähnliche luftfahrtbezogene Umweltsteuern abgeschafft hätten.

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