Laut CEO Váradi könnte Wizz Air bald wieder die volle Kapazität erreichen

Wizz Air strebt nach dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten eine Rückkehr zur vollen Betriebskapazität bis Ende Mai oder Anfang Juni an, sagte der CEO der Fluggesellschaft, Váradi József, gegenüber Reuters.

Der Low-Cost-Carrier meldete eine Gewinneinbuße von 50 Millionen Euro aufgrund der Eskalation, aber Váradi wies darauf hin, dass sich die finanziellen Auswirkungen weitgehend auf das im März endende Geschäftsjahr beschränken werden. Ab April erwartet die Fluggesellschaft eine Entlastung von dem Druck, den frühere Gewinnwarnungen auf die Erwartungen der Anleger ausübten.

Störungen im Nahen Osten beeinträchtigen Flüge

Der Konflikt, der nun schon den siebten Tag andauert, hat den Flugverkehr in der Region stark beeinträchtigt. In den ersten Tagen wurden Tausende von Flügen gestrichen, und die Treibstoffpreise stiegen in die Höhe. Wizz Air setzte seine Flüge nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman zunächst bis zum 7. März aus, verlängerte die Streichungen dann bis zum 15. März und kündigte dann eine noch längere Aussetzung an. Als Reaktion darauf erhöhte die Fluggesellschaft die Frequenz der Flüge zwischen Budapest und Sharm el-Sheikh.

Analysten schätzen, dass die gestrichenen Strecken im Nahen Osten etwa 8-10% der wöchentlichen Kapazität von Wizz Air ausmachten. Gábor Bukta von Concorde Értékpapír betonte, dass die Fluggesellschaft, die sich normalerweise in einer Phase aggressiven Wachstums befindet, nun vor der Herausforderung steht, Kapazitäten umzuverteilen und zusätzliche Kosten zu bewältigen. Die steigenden Ölpreise könnten im nächsten Geschäftsjahr zusätzliche Kosten in Höhe von 130-150 Mio. EUR verursachen, was die Aktie von Wizz Air weiter unter Druck setzen könnte, wobei ein Rückgang von 15-20% prognostiziert wird.

Strategische Umschichtung nach Europa

Váradi erklärte, dass etwa 60-70% der ursprünglich für den Nahen Osten vorgesehenen Kapazitäten auf europäische Ziele, darunter Italien, Spanien, Griechenland und Albanien, umgelenkt werden. Die Fluggesellschaft hat ihre Expansionspläne in Richtung Israel vorübergehend gestoppt, bis sich die Lage stabilisiert hat.

Er betonte, dass das Risiko von Wizz Air nach der Entscheidung vom letzten September, die Basis in Abu Dhabi aufzugeben, reduziert wurde. Die Auswirkungen des Konflikts betreffen etwa 5 % der Kapazität der Fluggesellschaft, d.h. etwa 50 der 1.000 täglichen Flüge.

Blick auf das Jahr 2027

Trotz der aktuellen Turbulenzen blickt Váradi mittelfristig optimistisch in die Zukunft. “Wir erwarten Verbesserungen im Geschäftsjahr 2027”, sagte er und merkte an, dass die Fluggesellschaft sowohl die Dauer des Konflikts als auch die Entwicklung der Treibstoffpreise weiter beobachtet. Er betonte auch, dass die Hedging-Strategien von Wizz Air das Unternehmen weitgehend vor unmittelbaren Ölpreisschocks geschützt haben und eine ununterbrochene Wartung der Pratt & Whitney GTF-Triebwerke ermöglicht haben.

“Kurzfristig sind wir gut gegen Treibstoffpreiserhöhungen abgesichert. Ich glaube nicht, dass irgendeine Fluggesellschaft besser abgesichert ist als Wizz Air. Wir sind nicht schutzlos”, fügte Váradi hinzu.

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