MOL-Skandal: Führungskräfte machen Milliardengewinne nach Stopp der Druzhba-Pipeline

Ein Verband, der Kleinanleger vertritt, hat sich wegen des Verdachts auf Insiderhandel an die Zentralbank gewandt. Er behauptet, dass mehrere Führungskräfte von MOL Nyrt. heimlich vom Verkauf von Ölaktien profitiert haben, während sie nicht darüber informiert haben, dass die russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline gestoppt worden sind.
Milliardenschwere Aktienverkäufe mit Gewinn
Die vier beteiligten Führungskräfte verdienten in nur einer Woche schwindelerregende Summen:
- Ákos Székely verkaufte 29.852 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 3.978 HUF und nahm damit mehr als 118 Millionen HUF ein.
- Péter Ratatics verkaufte 52.795 Aktien zu je 3.820 HUF und nahm damit 201 Millionen HUF ein.
- Anthony Radev verkaufte 160.072 Aktien zu 4.013 HUF und erzielte damit einen Erlös von fast 642 Millionen HUF.
- Zsigmond Járai verkaufte 150.620 Aktien zu je über 4.016 Forint und erzielte damit einen Erlös von 604 Millionen Forint.
Diese Verkäufe fielen mit dem historischen Höchststand der MOL-Aktie im Januar zusammen, die am 4. Februar mit 4.128 HUF ein Niveau erreichte, das in den letzten fünf Jahren nicht mehr erreicht wurde.

Zurückgehaltene Details
Vor dem Rekordkurs von MOL Nyrt. war die Pipeline Druzhba beschädigt worden, aber das Unternehmen hat das Versorgungsproblem nicht an dem gesetzlich vorgeschriebenen Ort und in dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitrahmen veröffentlicht.
MOL behauptet jedoch, dass alle seine Börsenkommunikationen mit der geltenden Gesetzgebung übereinstimmen und dass keine Gesetze gebrochen wurden, schreibt 24.hu.
Ermittlungen gegen MOL-Aktien
Gábor Dióslaki, der Vorsitzende der Vereinigung TEBÉSZ, findet den Zeitpunkt der Aktiengeschäfte von MOL ebenfalls verdächtig und hat sich deshalb an die Zentralbank gewandt, um zu prüfen, ob es zu Gesetzesverstößen oder Insiderhandel gekommen ist.
Der Vorsitzende betonte, dass der Lieferstopp über die Druschba-Pipeline sofort hätte bekannt gegeben werden müssen, doch gab es auf den öffentlichen Kanälen keine Anzeichen dafür.

Daraufhin gab die ungarische Nationalbank (MNB) am Dienstag bekannt, dass sie eine Untersuchung bestimmter MOL-Aktientransaktionen eingeleitet hat, um festzustellen, ob ein Insiderhandel stattgefunden hat.
Nach Angaben der MNB basiert die Untersuchung auf dem Verdacht von Verstößen gegen die Börsenregeln. Das offizielle Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, und die Zentralbank hat keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben.
Wie wurde der Gewinn erzielt?
Durch den Verkauf zum optimalen Zeitpunkt in der Nähe des Markthochs haben die Führungskräfte möglicherweise Hunderte von Millionen Forint verdient, während kleinere Anleger nichts von dem Angebotsproblem wussten.
Der Zeitpunkt der Verkäufe, der historische Höchststand der Aktienkurse und die Größe der Aktienpakete machten diese Transaktionen äußerst profitabel.
Mögliche Konsequenzen
Wenn die Zentralbank feststellt, dass MOL gegen die Offenlegungsvorschriften verstoßen hat, könnten den Führungskräften rechtliche Konsequenzen drohen, wie z.B. Geldstrafen, finanzielle Sanktionen oder sogar die vorübergehende Suspendierung von ihren Führungspositionen.
In schwerwiegenderen Fällen, wenn Insiderhandel nachgewiesen wird, könnten die Führungskräfte auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
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