Nach fast sieben Jahren reist am Montag ein hochrangiger europäischer Diplomat nach Budapest

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Ungarn hat gerade eine ereignisreiche diplomatische Woche hinter sich gebracht, geprägt von Entwicklungen rund um die Ukraine, die baltischen Staaten, die Visegrád-Gruppe und die EU-Erweiterung. Doch für Montag ist in Budapest bereits ein weiteres bedeutendes Treffen angesetzt – und ein Besuch dieser Art hat in Ungarn seit fast sieben Jahren nicht mehr stattgefunden.

Die Woche führte Orbán von Riga nach Bratislava und brachte zudem Treffen mit hochrangigen Vertretern der EU und der OSZE mit sich. Im Mittelpunkt mehrerer Gespräche stand eine für die ungarische Außenpolitik vertraute Frage: Wie geht es mit dem EU-Beitrittsprozess der Ukraine weiter, und welche Fortschritte erwartet Budapest, bevor es weitere Schritte unterstützt?

Transkarpatien: Budapest erklärt, konkrete Schritte seien bereits eingeleitet worden

Orbán erklärte, die Ukraine habe damit begonnen, einige ihrer Verpflichtungen hinsichtlich der Minderheitenrechte in die Gesetzgebung zu integrieren. Ab dem 1. September, fügte sie hinzu, würden auch kleine Bildungseinrichtungen erhalten und finanziert werden – ein Thema, das für die ungarische Gemeinschaft in Transkarpatien von besonderer Bedeutung ist.

Die Außenministerin erörterte das Thema mit Marta Kos, der EU-Kommissarin für Erweiterung, während deren Besuchs in Budapest am Freitag. Orbán erklärte, Ungarn werde weitere Fortschritte im Beitrittsprozess der Ukraine auch weiterhin an konkrete Verbesserungen der Rechte der ungarischen Bevölkerung in Transkarpatien knüpfen.

Wer kommt also am Montag nach Budapest?

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul wird am Montag Ungarn besuchen, wo er mit Orbán und weiteren hochrangigen ungarischen Vertretern zusammentreffen soll.

Nach Angaben sowohl der ungarischen als auch der deutschen Seite handelt es sich hierbei um den ersten offiziellen Besuch eines deutschen Außenministers in Budapest seit 2019. Wadephul wird voraussichtlich mit Präsident András Baka und Orbán sowie mit Wirtschaftsminister István Kapitány und Vertretern deutscher und ungarischer Unternehmen zusammentreffen.

Das deutsche Auswärtige Amt bezeichnete die Reise als Gelegenheit, ein „neues Kapitel“ in den Beziehungen zu Ungarn aufzuschlagen. Berlin erklärt, der Regierungswechsel in Budapest habe Raum für eine erneute politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit geschaffen, während auch die europäische Sicherheit und der Krieg Russlands gegen die Ukraine voraussichtlich Themen der Gespräche am Montag sein werden.

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Die ungarische Außenministerin Anita Orbán gibt dem deutschen Außenminister Johann Wadephul während der Gespräche in Berlin die Hand. Foto: Anita Orbán / Facebook

Der letzte offizielle Besuch eines deutschen Außenministers fand am 4. November 2019 statt, als Heiko Maas anlässlich des 30. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer und der Aufhebung des Eisernen Vorhangs nach Budapest reiste und dabei die Rolle Ungarns bei den Ereignissen von 1989 hervorhob.

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Ungarn und Lettland nehmen politische Konsultationen wieder auf

Orbán reiste diese Woche zudem nach Riga, um Gespräche mit der lettischen Außenministerin Baiba Braže zu führen. Die beiden Länder einigten sich darauf, die seit 2019 ausgesetzten Konsultationen in den Bereichen Außen- und Sicherheitspolitik wieder aufzunehmen. Zudem laufen die Vorbereitungen für ein neues ungarisch-lettisches Wirtschaftsforum, während beide Seiten ein früheres Abkommen über die Zusammenarbeit in der Weltraumforschung wiederbeleben wollen.

Orbán schrieb, das geplante Abkommen könne die Bereiche Weltraumtechnologie, Erdbeobachtung, Quantentechnologie sowie 5G- und 6G-Netze der nächsten Generation umfassen.

Bei den Gesprächen in Riga wurden zudem die Themen europäische Sicherheit, die Ukraine, die Zusammenarbeit im Energiebereich sowie die EU-Erweiterung erörtert. Lettland begrüßte die erneute Teilnahme Ungarns an der „Baltic Air Policing“-Mission, und beide Seiten diskutierten zudem die Zusammenarbeit in den Bereichen Energiespeicherung und Innovation.

Bratislava, die V4 und die EU-Erweiterung

Bratislava war eine weitere Station auf Orbáns diplomatischem Terminkalender. Die Außenministerin wies darauf hin, dass sie innerhalb von zwei Wochen zweimal in die slowakische Hauptstadt gereist sei: zunächst zu einem Treffen der Außenminister der V4-Staaten und Japans und anschließend zu Gesprächen im Format V4 plus Irland.

Im Mittelpunkt der Gespräche mit der irischen Seite standen der EU-Haushalt, Wettbewerbsfähigkeit, Migration und die EU-Erweiterung. Orbán erklärte, die mitteleuropäischen Länder hätten ein Interesse daran, ihre Positionen zu diesen Themen abzustimmen, insbesondere da Irland sich darauf vorbereitet, die rotierende EU-Ratspräsidentschaft zu übernehmen.

Außerdem erörterte sie das Thema Erweiterung gesondert mit dem irischen Staatsminister Thomas Byrne und bekräftigte dabei den Standpunkt Ungarns, dass die Beitrittskandidaten entsprechend ihrer tatsächlichen Leistung vorankommen sollten.

Für Orbán endet die Woche daher dort, wo die nächste beginnt: zurück in Budapest. Und nach fast sieben Jahren ohne offiziellen Besuch eines deutschen Außenministers dürfte das Treffen mit Wadephul am Montag zu den am meisten beachteten diplomatischen Terminen der Woche gehören.

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