Offene Befürwortung bei Trump-Orbán-Treffen: “Ich werde Orbán unterstützen, seinen Gegner kenne ich nicht”

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán und US-Präsident Donald Trump trafen sich am Freitagnachmittag im Weißen Haus – ein Besuch, der nach Jahren schwankender Beziehungen zwischen den beiden Ländern weithin als bedeutendes politisches und diplomatisches Ereignis angesehen wird. Das Treffen war nicht nur feierlich: Energiesicherheit, der Russland-Ukraine-Krieg, die Umstrukturierung der europäischen Sicherheit und Veränderungen in den transatlantischen Beziehungen waren zentrale Themen der Gespräche.
Vor dem Besuch betonte die ungarische Regierung, dass die Energiesicherheit des Landes auf dem Spiel stehe, da die Vereinigten Staaten eine neue Phase von Sanktionen gegen russisches Öl vorbereiten. Vor seiner Abreise erklärte Orbán, dies sei “eine Frage von Leben und Tod für Ungarn”, eine bemerkenswert starke Formulierung.

Trump präsentierte Orbán nicht nur als Partner, sondern als politischen Verbündeten
Aus den öffentlichen Äußerungen der beiden Staatsoberhäupter zu Beginn des Treffens ging klar hervor, dass ihr persönliches und politisches Bündnis weiterhin im Mittelpunkt ihrer Beziehung steht. Trump nannte Orbán einen “fantastischen Führer” und einen “starken Staatsmann”, der, wie er sagte, “in der Lage ist, sein Land in einer Welt zu schützen, in der viele Führer dazu nicht mehr in der Lage sind.”
“Ich kenne seinen Gegner nicht; ich werde Viktor Orbán bei der Wahl unterstützen.
Diese Bemerkung kam einer seltenen, ausdrücklichen Einmischung eines amtierenden US-Präsidenten in den Wahlprozess eines anderen Landes gleich. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die US-Regierungen – sowohl die der Demokraten als auch die der Republikaner – immer wieder ihre Besorgnis über den Zustand der demokratischen Strukturen in Ungarn zum Ausdruck gebracht. Trump hingegen hat sich entschieden, nicht zu kritisieren, sondern Bewunderung zu äußern.
Orbán reagierte kurz, aber in einer Weise, die eine klare politische Haltung signalisierte:
“Wir sind eine besondere [christliche] Insel in einem liberalen Ozean”.
Energiesicherheit: Ungarns Handlungsspielraum ist begrenzt
Ein Hauptthema der Gespräche war die Abhängigkeit Ungarns von russischer Energie. Aufgrund seiner geographischen Lage wird Ungarn hauptsächlich über die von Russland betriebene Druzhba (Freundschaft) Ölpipeline versorgt. Nach Angaben der Regierung kann die alternative Route vom kroatischen Hafen aus nur etwa ein Drittel des ungarischen Gesamtbedarfs decken.
Orbán argumentierte, dass ein vollständiges Embargo gegen russisches Öl die Versorgung Ungarns innerhalb weniger Tage unterbrechen könnte, und forderte daher, die Ausnahmeregelung beizubehalten oder die Sanktionen zu ändern.
Trump nahm eine vorsichtige Haltung ein, erkannte aber die physischen Realitäten der ungarischen Situation an – ein seltenes Eingeständnis der US-Führung:
“Ungarn hat kein Meer. Seine Energiekarte ist anders.”
Um diese Abhängigkeit auszugleichen, hat die ungarische Delegation ein Paket ausgehandelt, das die Beschaffung neuer Kernbrennstoffe und die Zusammenarbeit im Energiebereich umfasst, einschließlich der Beteiligung der USA an Technologie und Lieferungen für den Betrieb des Kernkraftwerks Paks.
Krieg und Frieden: Ungarn nimmt innerhalb der EU weiterhin eine Sonderstellung ein
Der auffälligste politische Moment kam, als Trump fragte:
“Sie sagen also, dass die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann?” Worauf Orbán antwortete: “Wunder können geschehen.”
Eine solche Aussage ist eine klare Abkehr von der gängigen Haltung der EU, die weiterhin eine kontinuierliche militärische Unterstützung als Voraussetzung für Verhandlungen ansieht.
Orbán besteht jedoch darauf, dass der Krieg auf diplomatischem Wege beendet werden muss und bezeichnete Trumps Rolle bei möglichen Verhandlungen als entscheidend. Trump wiederholte erneut, dass der Krieg während seiner Präsidentschaft “niemals stattgefunden hätte”, und schlug vor, dass Friedensgespräche in Budapest stattfinden könnten, wenn die Zeit reif sei, so Telex.
Migration: Ideologische Ausrichtung
Die Migration war das Thema, bei dem sich die beiden Politiker am meisten anzunähern schienen.
Trump erklärte:
“Wir sehen, was in anderen befreundeten Ländern geschieht, und sie beginnen zu erkennen, dass Viktor Orbán Recht hatte; vielleicht respektieren sie ihn sogar insgeheim dafür.”
Orbán betonte, dass Ungarn wegen seiner Grenzschutzmaßnahmen derzeit eine EU-Strafe in Höhe von einer Million Euro pro Tag zahlen muss, bezeichnete dies aber als “den Preis der Souveränität”.
Der rhetorische Rahmen war klar: Orbán fördert den Grenzschutz als politisches Identitätsmodell, während Trump Orbáns Beispiel nutzt, um seine eigene Anti-Einwanderungs-Botschaft zu verstärken.
Zusammenfassung des Treffens zwischen Orbán und Trump
Das Treffen ist auf mehreren Ebenen von Bedeutung: geopolitisch sucht Ungarn eine politische Annäherung an die Vereinigten Staaten als Gegengewicht zum Druck der EU; wirtschaftlich soll die Energiesicherheitsstrategie des Landes eine verstärkte technologische Zusammenarbeit mit den USA beinhalten; und ideologisch präsentierten beide Führer eine gemeinsame “souveräne”, einwanderungsfeindliche und “christlich-konservative” politische Identität.
Orbáns Pressegespräch können Sie sich unten ansehen:

