Orbán bereitet sich mit der Petition “Brüssel, wir werden nicht zahlen” auf die Wahlen vor

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán kündigte am Mittwoch an, dass seine Regierung eine Petition gegen die Pläne Brüssels zur Finanzierung des Krieges in der Ukraine starten wird.
In einem auf Facebook geposteten Video sagte Orbán, die Entscheidung sei nach einer Kabinettssitzung gefallen, in der die Minister ein Briefing von János Bóka, Ungarns Minister für Angelegenheiten der Europäischen Union, geprüft hätten.
Orbán behauptet, die Ukraine wolle 800 Milliarden Dollar von Europa
Orbán zufolge fordert die Ukraine in den nächsten zehn Jahren 800 Milliarden Dollar von Europa. Er behauptet, Brüssel wolle diese Last auf die EU-Mitgliedstaaten, darunter Ungarn, abwälzen.
“Sie wollen dieses Geld von den Mitgliedsstaaten nehmen – von uns, von den Ungarn”, sagte Orbán. Er fügte hinzu, dass sich die Regierung bei der Kabinettssitzung darauf geeinigt hat, dass diese Forderungen zurückgewiesen werden müssen.
“Wir wollen nicht für den Krieg bezahlen, wir wollen nicht die Rechnungen der ukrainischen Energieversorger bezahlen und wir wollen nicht für die steigenden Energiepreise zahlen, die durch den Krieg verursacht wurden”, erklärte der Premierminister.
Orbán argumentierte, wenn Ungarn diese Forderungen akzeptiere, werde es im nächsten Jahrzehnt nicht um ungarische Familien gehen, sondern um das, was er eine ‘Brüsseler Kriegsabgabe’ nannte . “Das können wir nicht zulassen”, sagte er.
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Petition gestartet: “Wir werden nicht zahlen”
Orbán kündigte an, dass die Regierung deshalb eine öffentliche Petition starten wird und rief die Ungarn auf, diese zu unterstützen.
“Wir wollen gemeinsam eine klare Botschaft an Brüssel senden: Zählen Sie nicht auf uns – wir werden nicht zahlen”, sagte er.
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Welche EU-Unterstützung für die Ukraine wurde eigentlich vereinbart?
Im Dezember einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU nach langwierigen Verhandlungen darauf, der Ukraine gemeinsame Kredite in Höhe von 90 Milliarden Euro zu gewähren. Eine der umstrittensten Fragen war, ob eingefrorene russische Guthaben, die sich in Europa befinden, zur Finanzierung der Hilfe verwendet werden sollten. Diese Option wurde letztendlich aufgrund rechtlicher und politischer Risiken verworfen.
Die Vereinbarung sieht die Möglichkeit vor, dass russische Vermögenswerte in Zukunft zur Schuldentilgung herangezogen werden könnten, aber vorerst werden die Kredite von den beteiligten EU-Mitgliedstaaten gemeinsam aufgenommen.
Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik haben sich gegen diese Regelung entschieden. Die Entscheidung wurde Berichten zufolge auf starken Druck der Vereinigten Staaten hin getroffen, damit die EU sichtbare und nachhaltige Unterstützung für die Ukraine demonstriert.

