Orbán Familie bedroht: Ukrainischer Ex-Abgeordneter warnt ungarischen Premier wegen Ukraine-Politik

Ungarns Premierminister Viktor Orbán hat seine Familie angerufen, nachdem ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter eine Drohbotschaft gegen ihn ausgesprochen hatte. In einem auf Facebook geposteten Video ist Orbán zu sehen, wie er seine Verwandten einzeln anruft und sie warnt, dass sie bald in den Nachrichten als Ziel ukrainischer Drohungen auftauchen könnten. Er fordert sie auf, die Warnungen ernst zu nehmen und nicht in Panik zu geraten.

An einer Stelle bittet er seine Tochter ausdrücklich, mit einem seiner Enkelkinder zu sprechen, das alt genug ist, um die Situation zu verstehen, um sie nicht zu verängstigen. Orbán wendet sich direkt an die Kamera und betont, dass jeder die Bedrohung ernst nehmen, aber ruhig bleiben soll.

Die Videobotschaft, die Orbán schockierte

Die Drohungen stammten aus einem YouTube-Interview, das auf Pryamy TV veröffentlicht wurde und in dem Hryhoriy Omelchenko, ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter und Ex-Offizier des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Orbán ansprach. Nach Angaben von Index erklärte Omelchenko:

“Wir wissen, wo er wohnt, wo er seine Nächte verbringt, wo er Bier oder Wein trinkt, wo er ausgeht und wen er trifft. Wenn Orbán seine anti-ukrainische Haltung nicht ändert und weiterhin ein Komplize von Putins Kriegsverbrechen ist, sollte er sich daran erinnern, dass KARMA niemandes Sünden vergibt. Denken Sie an Ihre fünf Kinder und sechs Enkelkinder.”

Omelchenko, der bis 2012 Mitglied der Partei von Julia Timoschenko war und später der Partei von Viktor Juschtschenko beitrat, ist derzeit nicht im ukrainischen Parlament vertreten. Er fügte hinzu, dass die bevorstehenden ungarischen Wahlen am 12. April einen Sieg der Opposition bringen könnten.

Zelenskys kontroverse Kommentare

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat sich ebenfalls geäußert und mögliche Konsequenzen angedeutet, falls die EU das 90 Milliarden Euro schwere Hilfspaket für die Ukraine blockiert. Zelensky schlug vor, dass er den ukrainischen Streitkräften die entsprechende ungarische Kontaktnummer geben könnte, damit sie “anrufen und in ihrer eigenen Sprache sprechen können”, eine Aussage, die die ungarische Regierung als übertrieben verurteilt hat.

Orbán hat in letzter Zeit unter anderem die Hilfe für Kiew blockiert, bis die Ölpipeline Druschba (Freundschaft) wieder in Betrieb genommen wird.

Ungarische politische Antwort

Péter Magyar, Vorsitzender der oppositionellen Theiß-Partei, verurteilte die Drohungen und erklärte während eines Besuchs in Szarvas:

“Kein Ungar sollte von einem ausländischen Beamten bedroht werden. Weder die scheidende Orbán-Regierung noch eine mögliche Theiß-Regierung werden dies zulassen.”

Er forderte Zelensky außerdem auf, seine Worte klarzustellen, sie gegebenenfalls zurückzunehmen und Informationen über den Status der Druschba-Pipeline zu liefern, und forderte ihre schnellstmögliche Wiedereröffnung.

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